Pressemitteilung |

So wird die neue JVA Iserlohn aussehen

Klinkerfassade statt Waschbetonplatten und Blech

Iserlohn | Niederlassung Dortmund

Die Justizvollzugsanstalt Iserlohn steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Die bestehenden Gebäude werden vollständig zurückgebaut und durch einen modernen Neubau ersetzt. So werden die baulichen Voraussetzungen für einen zeitgemäßen und zukunftsfähigen Justizvollzug geschaffen.

© agn-Gruppe/BLB NRW
Neuer Eingang für die JVA Iserlohn

Visualisierung: So wird die neue Pforte der Justizvollzugsanstalt Iserlohn aussehen.

Verantwortlich für das Projekt ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW), der im Auftrag des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen handelt. Bei einer Anwohnenden-Informationsveranstaltung stellte der BLB NRW jetzt die geplanten Maßnahmen und den aktuellen Stand vor.

Zukunftsfähiger und energieeffizienter Neubau 

Der geplante Neubau umfasst acht dreigeschossige Gebäude. Diese bieten rund 320 Haftplätze für weibliche Jugendliche sowie erwachsene Frauen. Größe und Kapazität der neuen Justizvollzugsanstalt orientieren sich am Umfang der alten JVA, werden jedoch durch zusätzliche Angebote ergänzt. Künftig soll mehr Raum für frauenspezifische Therapie- und Ausbildungsprogramme entstehen. 

Optisch ändert sich durch den Neubau einiges. Anstatt Fassaden mit Waschbetonplatten und Blechbekleidungen werden die neuen Gebäude im Inneren künftig einheitlich beige Ziegelsteine und moderne Sichtbetoneinfassungen an den Fenstern aufweisen. Die Mauer sieht künftig ebenfalls anders aus: Zur Wohnbebauung hin wird die Mauer hell verklinkert, im Süden und Osten besteht sie aus Sichtbeton.

Auch energetisch setzt das Projekt Maßstäbe. Die Planung erfolgt nach den Grundlagen des EG40-Standards für energieeffiziente Gebäude. Um einen möglichst CO2-neutralen JVA-Betrieb zu gewährleisten, erfolgt die nachhaltige Energieversorgung unabhängig von fossilen Brennstoffen mit Wärmepumpen und Geothermie. Zudem werden Photovoltaikanlagen auf einer Freifläche im Norden sowie auf den Dächern und auf den Carports im Süden errichtet. Im Vergleich zum Betrieb der alten JVA wird die neue JVA Iserlohn pro Jahr rund 1.000 Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht etwa 400 voll besetzten Passagierflügen von Frankfurt nach New York und zurück.

Im Dialog mit den Anwohnenden

Bei den Planungen wurden die Interessen der Anwohnenden miteinbezogen. Nach der Vorstellung der ersten Machbarkeitsstudie vor Ort folgten gemeinsame Arbeitskreise und Planungsdialoge mit Gesprächen zwischen dem BLB NRW und Vertretern des Landes Nordrhein-Westfalen sowie mit den Vertretern des Rates und der Verwaltung der Stadt Iserlohn und mit der Dorfgemeinschaft unmittelbar vor Ort. In den Planungsdialogen konnten die Anwohnenden Ideen einbringen, die so weit wie möglich berücksichtigt wurden und in der zweiten Machbarkeitsstudie mündeten, welche die Grundlage für die aktuelle Planung bildet.

© BLB NRW
Die JVA Iserlohn aus der Vogelperspektive

Die Anordnung der Gebäude und der Verlauf der Haftmauer an der neuen JVA Iserlohn auf einer Planskizze.

Im Ergebnis wird etwa die neue Haftmauer mit einer größeren Distanz zu den Grundstücken der Anwohnenden errichtet und weniger stark beleuchtet sein als früher. Um mögliche Geräuschbelastungen zu minimieren, rücken die Hafthäuser weiter von der Wohnbebauung weg und werden nach Süden ausgerichtet. Dadurch wird es für die Anwohnenden leiser und ihre Häuser werden für die Häftlinge nicht zu sehen sein. Ebenso rückt der Sportplatz Richtung Süden, um Lärm- und Sichtschutz weiter zu verbessern. Des Weiteren werden die Parkplätze der Bediensteten der JVA weiter weg von den Wohnhäusern der Heidestraße in den Süden der Anstalt verlegt. Die neue Hafteinrichtung wird mit modernsten Sicherheitsstandards ausgestattet, einschließlich Videoüberwachung und Sicherheitszäunen – ohne jedoch die privaten Bereiche mit Kameras zu erfassen.

Umsetzung und zeitlicher Ablauf der Maßnahmen

Die Bauarbeiten finden innerhalb der gesetzlich erlaubten Zeiten statt. Während der Abbruch- und Baumaßnahmen werden auf dem Gelände kontinuierlich Messungen durchgeführt. So wird sichergestellt, dass die rechtlich vorgegebenen Grenzwerte für eine Geräuschbelastung eingehalten werden. 

Zu Beginn der Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte wird die vorhandene Haftmauer abgebrochen und anschließend neu gebaut. Parallel dazu erfolgt die fachgerechte Schadstoffsanierung der bestehenden Gebäude als vorbereitende Maßnahme für den darauffolgenden vollständigen Rückbau. Der Baubeginn des Neubaus startet im Anschluss. 

Für die Bauarbeiten wurde ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet. Es ist geplant, den Bauverkehr nur in eine Richtung über die Heide- und Mühlenstraße zu führen. Andere Wegführungen wurden im Vorfeld durch den BLB NRW intensiv geprüft und sowohl wegen erhöhter Belastungen für die Anwohnenden als auch durch die zuständigen Stellen im Landkreis zu Gunsten des Natur- und Landschaftsschutzes abgelehnt. Während der Arbeiten wird die Staubentwicklung eingedämmt, etwa indem die Bauteile bewässert werden. Es wird eine LKW-Reifen-Waschanlage installiert, die die Reifen der LKW von Staub und groben Verunreinigungen befreit und dafür sorgt, dass die Straßen nicht unverhältnismäßig verschmutzt werden. Zusätzlich wird die Straße zwischenzeitlich gereinigt.

Transparente Informationen für die Bürgerinnen und Bürger

Diese und weitere Informationen zum Projekt wurden den Anwohnenden bei einer zweiten Informationsveranstaltung am 11. Mai 2026 vorgestellt. Um die Anwohnenden wie auch in der Vergangenheit weiter über den Fortschritt des Projekts zu informieren, stellt der BLB NRW regelmäßig Updates auf seiner Webseite (https://www.blb.nrw.de/jva-iserlohn) bereit. Ein eigener Bereich „Service für Anwohnende“ stellt zu Beginn der Arbeiten sicher, dass alle relevanten Informationen leicht zugänglich sind.

Mit der Neugestaltung der JVA in Drüpplingsen beginnt nach mehr als 50 Jahren eine neue Ära des Justizvollzugs in Iserlohn, die sowohl die Sicherheit, Nachhaltigkeit als auch die soziale Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. 

Bilder

Bilder in druckfähiger Qualität stehen Ihnen zum Download hier zur Verfügung: 

https://membox.nrw.de/index.php/s/XokdWFJkDnWBEP3

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