Neubau der Justizvollzugsanstalt Iserlohn

1970 nahm die Iserlohner Haftanstalt im Ortsteil Drüpplingsen den Betrieb auf. Derzeit wird ein Neubau geplant. Mit der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) am Standort investiert das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) langfristig in die JVA Iserlohn.

Aktuelles aus dem Projekt: Info-Veranstaltung im Mai

Die Häftlinge wurden aus der Justizvollzugsanstalt Iserlohn auf andere Anstalten verteilt. Der BLB NRW hat eine Containeranlage als Interimslösung für einen Teil der Beschäftigten der JVA erstellt. Von dieser Anlage aus wird das Bauteam die Arbeiten vor Ort begleiten.

Die neue Haftmauer wurde geplant und der entsprechende Bauantrag eingereicht. Eine Ansicht findet sich weiter unten. Nach derzeitigem Stand ist der Beginn der Abbrucharbeiten der bestehenden JVA-Gebäude für das dritte Quartal vorgesehen. Die hierfür zu stellende Anzeige zur Beseitigung von Anlagen wurde der Stadt Iserlohn Mitte Dezember vorgelegt. Zuvor wurden bereits Schadstoffuntersuchungen und sogenannte Rammkernsondierungen durchgeführt. Erstere sind Grundlage für die Schadstoffsanierung und Rückbauarbeiten, Letztere liefern Aufschluss über die Beschaffenheit des Baugrundes. Es laufen weitere Untersuchungen, etwa zum Umweltschutz und der Verkehrslogistik.

Wir informieren weiterhin auf dieser Website, wenn und soweit nächste Schritte feststehen.

Darüber hinaus findet am Montag, 11. Mai 2026, um 18.30 Uhr (Einlass 18 Uhr) in der Schützenhalle Drüpplingsen eine Informationsveranstaltung für die Anwohnenden der JVA Iserlohn statt. Hierzu wird auf verschiedenen Wegen eingeladen.

 

Hier finden Sie das FAQ zum Projekt.

Bei weiteren Fragen und Anmerkungen zum Neubauprojekt können sich Anwohner gerne direkt an die Pressestelle des BLB NRW in Dortmund wenden und Informationen zum aktuellen Projektstand erhalten.

Grafik in Kartenoptik
Der künftige Verlauf

Die neue Haftmauer wird sich zum Großteil innerhalb des Bereichs hinter der alten Haftmauer befinden.

Die Maßnahme an der Jugendvollzugsanstalt ist Teil des Justizvollzugsmodernisierungsprogramms (JVMoP) des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses soll die baulichen Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen Justizvollzug schaffen. Hierzu wurden verschiedene Alternativen erwogen: Instandsetzung, Modernisierung, Neubau vor Ort oder Neubau auf einem Alternativgrundstück. Die wirtschaftlichste und risikoärmste Alternative ist der Neubau auf vorhandenem Grundstück.

Im Dialog neue Ansätze erarbeitet

Besonders ist bei dieser Justizvollzugsanstalt die Lage in dem Dorf Drüpplingsen: Deren Einwohner leben in unmittelbarer Nachbarschaft, sie sind deshalb unmittelbar betroffen. Entsprechend gut besucht war eine öffentliche Informationsveranstaltung im Oktober 2018, bei dem der BLB NRW zusammen mit dem Ministerium der Justiz sowie der Stadt Iserlohn den Bürgern in Drüpplingsen das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zum Neubau am vorhandenen Standort vorstellte.

Die Prüfung des Flächenbedarfs der Machbarkeitsstudie sowie verschiedener Alternativen zu den Fragestellungen erfolgte unmittelbar darauf. Sie sollte eine ortsteilverträgliche Lösung erarbeiten. Anschließend gab es politische Arbeitskreise und Planungsdialoge, in denen Gespräche zwischen dem BLB NRW und Vertretern des Landes NRW sowie mit den Vertretern des Rates und der Verwaltung der Stadt Iserlohn und mit der Dorfgemeinschaft geführt wurden.

In den Planungsdialogen konnten die Anwohner viele Ideen einbringen, die die Planer des BLB NRW soweit wie möglich berücksichtigen. So bleibt der Mauerverlauf im Wesentlichen unverändert. Zusätzlich werden die Mauergestaltung und die Beleuchtung für die Anwohner angepasst, um verträglicher zu sein. Ebenso wird der Sportplatz verlegt und die Gebäude neu ausgerichtet, um Lärm- und Sichtschutz für Anwohner weiter zu verbessern. Die Hafthäuser werden nach Süden ausgerichtet, was eine wesentliche Verbesserung mit sich bringt.

Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn
© BLB NRW
Die JVA Iserlohn von oben

Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn

Spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten für weibliche Gefangene im Justizvollzug

Die Justizvollzugsanstalt in Iserlohn soll in Zukunft zu einer modernen Hafteinrichtung für Frauen und weibliche Jugendliche werden. Planungen sehen einen Neubau für etwa 320 Haftplätze am bisherigen Standort vor. Diese Anstalt gibt Raum für neue frauenspezifische Behandlungsangebote. 
Straffällig gewordene Frauen und weibliche Jugendliche brauchen für eine erfolgreiche Resozialisierung eine auf sie besonders zugeschnittenen Behandlung im Vollzug, für die in Iserlohn die Voraussetzungen geschaffen werden sollen. Hierzu zählen besondere Angebote der Sucht- oder der Traumatherapie. Eine selbständige Anstalt für Frauen und weibliche Jugendliche eröffnet bei den oftmals bestehenden Missbrauchs- und Gewalterfahrungen die Chance, Behandlungs-, Bildungs- und Freizeitangebote nachhaltig nutzen zu können. Zudem können Arbeits- und Ausbildungsplätze bereitgestellt werden, die Frauen und weibliche Jugendlichen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und damit einen Beitrag zur erfolgreichen Wiedereingliederung leisten. 

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