Pressemitteilung |

Wenn ein Polizei-Campus zum Schwamm wird

Wasser aufsaugen statt ableiten

Brühl | Niederlassung Aachen

Was am Polizei-Campus in Brühl auf den ersten Blick nur wie eine moderne Außenanlage wirkt, ist auf den zweiten ein Pilotprojekt für klimaangepasstes Bauen: Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) hat für das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) eine Schwammstadt gebaut.

© BLB NRW
Der neue Campus Brühl des LAFP

Eine Schwammstadt und moderne Außenanlage zugleich.

„Mit der Außenanlage in Brühl verbinden wir Regenwasser-Management, Hitzeschutz und Nutzungsqualität in einem Gesamtkonzept. Statt das Wasser möglichst schnell in die Kanalisation abzuleiten, halten wir es vor Ort und führen es der Vegetation zu", erläutert Horst Zimmermann, Leiter der Niederlassung Aachen des BLB NRW. Das Konzept folgt dem sogenannten Schwammstadt-Prinzip. Auf den rund 10.200 Quadratmetern der Freianlage versickert das Regenwasser über oberflächennahe und unterirdische Versickerungsanlagen, wird im Untergrund gespeichert und entlastet so die Abwasserkanäle. Zugleich reduziert sich die Menge an Niederschlagswasser, die von der Liegenschaft in den nahegelegenen Palmersdorfer Bach eingeleitet wird. So leistet das Projekt einen Beitrag zum Schutz vor Überflutungen bei Starkregen, zugleich steht das gespeicherte Wasser bei anhaltenden Trockenphasen zur Verfügung. Mit dem ersten vollen Frühjahr nach der Fertigstellung zeigt sich nun, wie Konzept und Vegetation zusammenwirken: Bäume sind kräftig im Austrieb, Stauden in Blüte und das Wasserkonzept hat sich bewährt.

Projekt erhöht auch die Aufenthaltsqualität

Die Freianlage soll zugleich im Alltag des Campus funktionieren. Geplant wurden Außenunterrichtsbereiche für 24 beziehungsweise 36 Personen sowie ein rund 400 Quadratmeter großer Veranstaltungsplatz. Stromanschlüsse mittels Unterflurverteiler machen die Fläche flexibel nutzbar. Klare Wegebeziehungen, eine klimaangepasste Bepflanzung und versickerungsoffene Oberflächen verbinden Aufenthaltsqualität und Wasserkonzept.

  • © BLB NRW
    Grüne Flächen am Campus Brühl

    Bäume spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, nehmen Wasser auf und geben Feuchtigkeit an die Umgebung ab.

  • © BLB NRW
    Ganzheitliches Konzept

    Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit gehen hier Hand in Hand.

Nachhaltige Gestaltung im Detail

Eine zentrale Rolle spielen die Bäume. Sie spenden Schatten, verbessern das Mikroklima, nehmen Wasser auf und geben Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Vorbereitete Pflanzgruben, Drainagen und Baumsubstrat sorgen dafür, dass Regenwasser gezielt in die Wurzelbereiche gelangt und dort auch über trockenere Wochen hinweg verfügbar bleibt.

Auch beim Materialeinsatz wurden vorhandene Ressourcen wiederverwendet. Vorhandene Natursteine wurden ein zweites Mal verbaut, die Sitzbänke entstanden aus alten Holzpfählen ehemaliger Hafenanlagen, die eine Tischlerei eigens für den Campus aufgearbeitet hat. Die neue Beleuchtung nutzt die sogenannte BugSaver-Technik: Die Mastleuchten wechseln in den Nachtstunden von neutralem Weißlicht zu einem wärmeren Licht mit geringerem Blauanteil und ziehen Insekten so deutlich weniger an. Mit Blick auf die Zukunft sind außerdem 16 Ladepunkte für Elektromobilität vorbereitet.

Klimaanpassung mit Rückenwind

Schwammstadt-Konzepte gewinnen in Deutschland angesichts häufigeren Starkregens und steigender Sommertemperaturen an Bedeutung. Der Außenbereich am LAFP-Campus Brühl ist eines der Pilotvorhaben, mit denen der BLB NRW dieses Prinzip im öffentlichen Bau erprobt. „Klimaanpassung muss beim Planen und Bauen von Anfang an mitgedacht werden. Das Vorhaben in Brühl liefert uns Erfahrungen, die wir in künftige Bauprojekte einbringen werden“, so Zimmermann.

Bilder

Bilder in druckfähiger Qualität stehen Ihnen zum Download hier zur Verfügung: 

https://membox.nrw.de/index.php/s/abcvqMGrilZLbGq 

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