RWTH-Roboter in Düsseldorf im Einsatz
Forschung für den Gebäudebestand von morgen
Einrichten des ersten Tests eines waagerechten Schnittes durch die Beton-Wand.
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) stellte nicht nur das Gebäude auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) bereit, sondern unterstützte das Forschungsteam zudem mit wichtigen Unterlagen wie Architekturplänen und Gebäudedaten. Diese Informationen bilden eine wertvolle Grundlage für die wissenschaftliche Arbeit der RWTH Aachen University, die im Projekt ROBETON robotergestützte Verfahren für Sanierung, Umbau und Rückbau entwickelt.
Digitale Gebäudedatenbank als Schlüssel zur Baurobotik
In der ROBETON-Projektreihe wird untersucht, wie in Zukunft höchstmögliche Sicherheit für Arbeiter geschaffen, der Abbau automatisiert und eine optimale Nachhaltigkeit durch die Wiederverwendbarkeit von Betonelementen erzielt werden kann. Kern des Projekts ist die Entwicklung einer robotischen Plattform, die strukturierte Informationen wie Baupläne, 3D-Modelle, Materialdaten und Elementzuordnungen, versteht. Diese maschinenlesbaren Informationen sollen künftig robotische Arbeitsabläufe effizienter und ressourcenschonender machen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen, datenbasierten Bauwirtschaft.
Praxisversuch mit Prüf- und Betonschnittroboter
Bei den Tests in Düsseldorf führte ein Prüfroboter zunächst Analysen der Wandstrukturen durch – einschließlich der Bewehrung –, um Materialeigenschaften und Schadstoffe präzise zu erfassen. Anschließend schnitt ein zweiter Roboter Betonproben zur weiteren Untersuchung heraus. Begleitet wurde der Einsatz von einer Gruppe Studierender der RWTH, die im Rahmen des ROBETON-Projekts an einer digitalen Gebäudedatenbank und nachhaltigen Konzepten für den Gebäudebestand arbeiten. Vor Ort nahmen sie das Gebäude genau unter die Lupe und präsentierten im Rahmen kurzer Vorträge ihre Semesterarbeiten, in denen sie aus den vorhandenen Baustoffen des Gebäudes nachhaltige Nutzungskonzepte entwickelten.
„Für eine nachhaltige Zukunft werden wir unsere Gebäudesubstanz als Materialschatz heben müssen. Eine fundierte Bewertung der Gebrauchstauglichkeit und der effiziente Ausbau von ganzen Bauteilen ist für die Wiederverwendung der entscheidende Schritt, diese Vision in die Realität umzusetzen“, sagt Prof. Sigrid Brell-Cokcan, Gründerin und Leiterin des Lehrstuhls für Individualisierte Bauproduktion an der RWTH Aachen und Präsidentin der Association for Robots in Architecture.
Heute schon an morgen denken
Der BLB NRW leistet mit seiner Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Forschung und Lehre in Nordrhein-Westfalen. Durch die Bereitstellung realer Testbedingungen in landeseigenen Gebäuden werden praxisnahe Lösungen möglich, die Bauprozesse langfristig digitaler, sicherer und klimafreundlicher machen können. Die beiden Testtage in Düsseldorf haben eindrucksvoll gezeigt, wie das Zusammenspiel von Wissenschaft, Technik und öffentlicher Hand Innovationen im Bauwesen vorantreibt. Das Projekt ROBETON verdeutlicht, wie Zukunftstechnologien wie Robotik und digitale Gebäudedatenbanken bereits heute mit dem Gebäudebestand von morgen verknüpft werden können.
Bilder in druckfähiger Qualität stehen Ihnen zum Download hier zur Verfügung:
https://membox.nrw.de/index.php/s/pJmlT9kWiHv6CQN
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Nicole Zander-Linsel