Mensa-Neubau der TH Köln
Altbestand soll teilweise erhalten bleiben
Visualisierung der Außenansicht
Die zentrale Leitidee besteht darin, Teile des Altbestands, beispielsweise Teile der Stützen und Decken der Halle Nord zu erhalten und darüber hinaus bestehende Bauelemente im Sinne eines ReUse Ansatzes weiterzuverwenden. Aus diesen vorhandenen Materialien und der Gebäudestruktur wird eine ortstypische Ästhetik abgeleitet, die sowohl die industrielle Prägung des Stadtviertels Deutz reflektiert als auch den bewussten Dialog von Alt und Neu führt. Dieser Urban Mining-Ansatz wird nach Ansicht der Jury konsequent verfolgt und durch einen Low Tech-Ansatz in der Gebäudetechnik ergänzt: Tageslichtnutzung, natürliche Lüftung und die Verwendung vorhandener Abwärme seien stimmig und zeitgemäß.
Die Gebäudestruktur bezeichnet die Jury als bewusst simpel und adaptierbar; der industrielle Charakter sowie das Wechselspiel von Bestehendem und Hinzugefügtem bildeten ein überzeugendes gestalterisches und funktionales Konzept für den Standort. Die zum Platz hin weit öffnende Fassade mit einer zweigeschossigen Speisesaalzone sei ein großzügiges Entree und besonders in der warmen Jahreszeit vielseitig nutzbar. Der Entwurf überzeuge zudem durch die Atmosphäre und die gute Aufenthaltsqualität für Gäste und Personal.
Über das Auswahlverfahren
Da die Mensa ein Herzstück des neuen Campusareals wird, legte das namhaft besetzte Auswahlgremium besonderen Wert auf hohe architektonische Qualität. Neben gestalterischen Aspekten wurden auch funktionale, betriebliche, wirtschaftliche und nachhaltigkeitsbezogene Kriterien beurteilt, um ein ganzheitliches Konzept zu gewährleisten. So galt es etwa, die Speiseausgabe in unmittelbarer Nähe des Essbereichs zu platzieren, kurze Wege für die betrieblichen Abläufe zu sichern und eine flexible Nutzung des Raums in der vorlesungsfreien Zeit und am Nachmittag zu ermöglichen. Neben der Mensa sollen auch Teile der Hochschulverwaltung, der AStA, der Senatssaal und die zentrale Pforte für den Campus im Gebäude untergebracht werden.
Die Jury hatte in einem ersten Bewertungsschritt aus insgesamt zwölf Einreichungen drei Entwürfe ausgewählt, deren Urheber*innen zu Nachbesserungen aufgefordert wurden. In der jetzt abgeschlossenen zweiten Stufe überzeugte Penzel Valier mit einer hervorragenden Umsetzung der Überarbeitungshinweise und einem hohen Verständnis der komplexen Projektanforderungen. Ausgelobt wurde der Wettbewerb vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen.