Facelifting für Fassade
BLB NRW modernisiert Landgericht Bielefeld
Feierten gemeinsam die Fertigstellung der Fassade (von links): Dr. Benjamin Limbach (Minister der Justiz NRW), Gudrun Schäpers (Präsidentin des Oberlandesgerichts Hamm), Bastian Jäntsch (Niederlassungsleitung Bielefeld), Dr. Christiana Bauer (Oberbürgermeisterin Bielefeld), Ante Niggemeier (Niederlassungsleitung Bielefeld), Gabriele Willems (Geschäftsführerin des BLB NRW) und Klaus Petermann (Präsident des Landgerichts Bielefeld).
Das Landgericht Bielefeld gehört baulich zum Justizzentrum Bielefeld, in dem auch das Amtsgericht Bielefeld, die Staatsanwaltschaft Bielefeld und das Arbeitsgericht Bielefeld untergebracht sind. Der Gebäudeteil des Landgerichts wurde 1969 errichtet. Die Arbeiten am Hochhaus des Landgerichts wurden in sechs Bauabschnitten und etagenweise durchgeführt. Insgesamt wurden etwa 3.760 Quadratmeter Fassadenfläche saniert, 1.764 Faserzementplatten als neue Fassadenbekleidung montiert und 444 Fenster ausgetauscht. Ergänzt wird die neue Gebäudehülle durch 312 Colorglas-Elemente aus blickdichtem Sicherheitsglas, die die Bereiche zwischen den Fenstern verkleiden und der Fassade eine durchgängige Optik verleihen. Zudem wurde ein außenliegender Sonnenschutz angebracht.
Bauen im Bestand
Die Sanierung im laufenden Gerichtsbetrieb war eine Herausforderung. Die enge Abstimmung zwischen Landgericht, BLB NRW und dem Totalunternehmer Metallbau Jansen sowie den ausführenden Unternehmen sorgte dafür, dass Gerichtsverhandlungen weitgehend störungsfrei stattfinden konnten. Hierzu vereinbarten BLB NRW und Landgericht für die Arbeiten z.B. lärmfreie Zeiten zwischen 8.30 Uhr und 15.00 Uhr.
Für jeden Bauabschnitt musste die komplette Etage freigeräumt werden. Um die notwendigen räumlichen Kapazitäten zu schaffen, richtete der BLB NRW in einem benachbarten Gebäude ein Interim ein. Im ehemaligen Jugendarrestgebäude entstanden durch Umbaumaßnahmen auf drei Etagen insgesamt 17 zusätzliche Arbeitsplätze. Weitere Arbeitsplätze wurden durch die Ausgliederung der Referendarabteilung in eine Nebenstelle geschaffen. Für eine weitere Entlastung rückten die Beschäftigten des Justizzentrums zeitweise ebenfalls zusammen.
So konnte die Fassadensanierung etappenweise durchgeführt werden, ohne den Dienstbetrieb zu unterbrechen. Das Landgericht blieb während der gesamten Maßnahme für Bürgerinnen und Bürger erreichbar.
Bessere energetische Qualität
Die Wärmedämmung des Gebäudes wurde mit den neuen Fenstern und der 20 cm starken Mineralwolldämmung der Fassade deutlich verbessert. Ergänzend wurde der außenliegende Sonnenschutz erneuert und mit einer Automatikfunktion ausgestattet. Bei entsprechender Sonneneinstrahlung fahren die Jalousien automatisch und präsenzunabhängig herunter und reduzieren dadurch insbesondere im Sommer die Aufheizung der Büroräume.
Die Modernisierung der Heizleitungen und Heizkörper in den Büros des Hochhauses ermöglicht eine effizientere Beheizung durch niedrigere Systemtemperaturen.
Die Maßnahmen führen dazu, dass für die Heizenergieversorgung des sanierten Gebäudebereichs künftig rund 47 Prozent Endenergie eingespart werden kann. Das entspricht einer Einsparung von etwa 300.000 Kilowattstunden Heizwärme pro Jahr. Zum Vergleich: Diese Energiemenge entspricht ungefähr dem jährlichen Wärmebedarf von 25 Einfamilienhäusern mit jeweils 100 Quadratmetern Wohnfläche.
Mit der Heizenergieeinsparung gehen auch deutliche CO₂-Einsparungen einher: Am Standort können künftig rund 90 Tonnen CO₂ pro Jahr vermieden werden.
Neue Fassade verbindet Gestaltung und Wärmeschutz
Optisch wurde das vertraute Erscheinungsbild des Landgerichts aufgegriffen. Die neue Fassade orientiert sich farblich an der bisherigen Muschelkalkfassade. Graue Faserzementplatten bewahren die klare horizontale Gliederung des Hochhauses und führen die Gestaltung des Gebäudes weiter. Ein zentrales Element ist der neue außenliegende Sonnenschutz. Die Lamellen der Raffstores tragen eine metallisch schimmernde Beschichtung, die farblich auf den warmen Ton der Muschelkalkfassade abgestimmt ist und Wärmeschutz mit einem stimmigen Gesamtbild verbindet.
Schrittweise wird das gesamte Justizzentrum Bielefeld in den kommenden Jahren energetisch im Sinne einer klimaneutralen Landesregierung ertüchtigt.
Bildmaterial
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Statements
Dr. Benjamin Limbach, Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen
„Durch die Sanierung erhöht sich die Energieeffizienz des Gebäudes und es steht zu erwarten, dass die Reduzierung des Energieverbrauchs mit einer Verminderung des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen einhergeht. Damit ist die Sanierungsmaßnahme Ausdruck dessen, dass sich die Justiz und selbstverständlich auch der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW ihrer ökologischen Verantwortung bewusst sind und ihr Handeln auch danach ausrichten.“
Dr. Gudrun Schäpers, Präsidentin des Oberlandesgerichtes Hamm
„Mit der sanierten Fassade wird das Landgericht Bielefeld nicht nur äußerlich zu einem modernen Justizgebäude. Die bauliche und energetische Erneuerung schafft die Arbeitsbedingungen, die alle Beschäftigten für eine gute Arbeit brauchen – und ein Haus, in dem sich auch die Rechtssuchenden gut aufgehoben fühlen. Das macht den Standort Bielefeld fit für die Zukunft.“
Klaus Petermann, Präsident des Landgerichts Bielefeld
„Das Hochhaus des Landgerichts Bielefeld verfügt nunmehr über eine optisch und energetisch moderne Fassade. Dies stellt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landgerichts Bielefeld bei hohen Außentemperaturen in den Sommermonaten eine wahrnehmbare Verbesserung gegenüber der alten Fassade dar. Die Sanierung der Fassade hat den Beschäftigten viel abverlangt. Deswegen bin ich ihnen für ihre Geduld und ihr Durchhaltevermögen sehr dankbar. Wir sind erleichtert, dass dieser Sanierungsabschnitt erfolgreich abgeschlossen ist.“
Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW
„Die Fassadensanierung des Landgerichts Bielefeld steht beispielhaft für eine zentrale Aufgabe des BLB NRW: Wir entwickeln bestehende Landesliegenschaften weiter und machen sie fit für die Anforderungen der Zukunft. Dabei geht es um mehr als um eine neue Fassade. Mit der Modernisierung konnten wir die energetische Qualität des Gebäudes deutlich verbessern, das Aufheizen der Büroräume im Sommer reduzieren und den winterlichen Wärmeschutz stärken. Dass dieses anspruchsvolle Projekt im laufenden Betrieb erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Dafür danke ich dem Landgericht mit seinen Beschäftigten, unseren Projektteams, den Planenden und den ausführenden Unternehmen sehr herzlich.“
Bastian Jäntsch, Niederlassungsleiter des BLB NRW Bielefeld
„Die Sanierung bei laufendem Gerichtsbetrieb war eine anspruchsvolle Aufgabe. Umso mehr danke ich dem Präsidenten Klaus Petermann und den Beschäftigten des Landgerichts für die enge und lösungsorientierte Zusammenarbeit und ihre Geduld während der Bauarbeiten. Mein Dank gilt ebenso unserem Projektteam sowie allen Planungs- und Baupartnern. Die fertige Fassade ist eine gemeinsame Leistung, auf die alle Beteiligten stolz sein können.“
Dr. Christiana Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Bielefeld
„Das Landgericht ist ein prägendes Gebäude in Bielefeld. Es ist ein Ort, an dem unser Rechtsstaat jeden Tag konkret gelebt wird, und damit ein wichtiger Ort unserer Demokratie. Umso schöner ist es, dass dieses markante Gebäude nun wieder in neuem Glanz erstrahlt. Besonders gut finde ich, dass das Bestehende erhalten und energetisch verbessert wurde. So zeigt die Sanierung auch, wie wichtig es ist, mit unseren Gebäuden und unseren Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen.“
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