Neubau der Justizvollzugsanstalt Iserlohn

1970 nahm die Iserlohner Haftanstalt im Ortsteil Drüpplingsen den Betrieb auf. Derzeit wird ein Neubau geplant. Mit der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) am Standort investiert das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) langfristig in die JVA Iserlohn.

Aktuelles aus dem Projekt

Baustart in 2026 / Verkehrskonzept steht fest

Im Mai 2026 fand eine Informationsveranstaltung für Anwohnende in Drüpplingsen statt. Dabei wurden der Neubau der JVA Iserlohn sowie die geplante Umsetzung von der bestehenden JVA zur zukünftigen Haftanstalt vorgestellt. Auf Wunsch der Anwohnenden wurde das Verkehrskonzept anschließend erneut überprüft und überarbeitet. Informationen hierzu finden Sie im weiteren Verlauf unter der Zwischenüberschrift „Das Verkehrskonzept“.

Der angekündigte Gutachter für die Bestandsaufnahme der Häuser ist inzwischen beauftragt und wird seine Tätigkeit zeitnah aufnehmen. Die betroffenen Anwohnenden erhalten hierzu vor Beginn der Arbeiten eine Einwurf-Sendung mit den erforderlichen Informationen.

Erste Bautätigkeiten sind ab November 2026 zu erwarten. Zu den ersten Maßnahmen gehören die Schadstoffentfernung und der Rückbau der bisherigen JVA, der Rück- und Neubau der Haftmauer sowie die Sanierung der Straßen.

Wir werden auf dieser Website weiterhin über die nächsten Schritte informieren. 

Hier finden Sie das FAQ zum Projekt.

Hier finden Sie die Präsentation der Info-Veranstaltung im Mai 2026.

Bei weiteren Fragen und Anmerkungen zum Neubauprojekt können sich Anwohner gerne direkt an  den BLB NRW wenden und Informationen zum aktuellen Projektstand erhalten.

Grafik in Kartenoptik
Der künftige Verlauf

Die neue Haftmauer wird sich zum Großteil innerhalb des Bereichs hinter der alten Haftmauer befinden.

Die Maßnahme an der Jugendvollzugsanstalt ist Teil des Justizvollzugsmodernisierungsprogramms (JVMoP) des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses soll die baulichen Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen Justizvollzug schaffen. Hierzu wurden verschiedene Alternativen erwogen: Instandsetzung, Modernisierung, Neubau vor Ort oder Neubau auf einem Alternativgrundstück. Die wirtschaftlichste und risikoärmste Alternative ist der Neubau auf vorhandenem Grundstück.

Im Dialog neue Ansätze erarbeitet

Besonders ist bei dieser Justizvollzugsanstalt die Lage in dem Dorf Drüpplingsen: Deren Einwohner leben in unmittelbarer Nachbarschaft. Entsprechend gut besucht war eine öffentliche Informationsveranstaltung im Oktober 2018, bei dem der BLB NRW zusammen mit dem Ministerium der Justiz sowie der Stadt Iserlohn den Bürgern in Drüpplingsen das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zum Neubau am vorhandenen Standort vorstellte.

Die Prüfung des Flächenbedarfs der Machbarkeitsstudie sowie verschiedener Alternativen zu den Fragestellungen erfolgte unmittelbar darauf. Sie sollte eine ortsteilverträgliche Lösung erarbeiten. Anschließend gab es politische Arbeitskreise und Planungsdialoge, in denen Gespräche zwischen dem BLB NRW und Vertretern des Landes NRW sowie mit den Vertretern des Rates und der Verwaltung der Stadt Iserlohn und mit der Dorfgemeinschaft geführt wurden.

In den Planungsdialogen konnten die Anwohner viele Ideen einbringen, die die Planer des BLB NRW soweit wie möglich berücksichtigen. So bleibt der Mauerverlauf im Wesentlichen unverändert. Zusätzlich werden die Mauergestaltung und die Beleuchtung für die Anwohner angepasst, um verträglicher zu sein. Ebenso wird der Sportplatz verlegt und die Gebäude neu ausgerichtet, um Lärm- und Sichtschutz für Anwohner weiter zu verbessern. Die Hafthäuser werden nach Süden ausgerichtet, was eine wesentliche Verbesserung mit sich bringt. All dies wurde bei einer weiteren Informationsveranstaltung Anfang Mai 2026 vorgestellt.

Das Verkehrskonzept

Im Zuge der Planungsdialoge (s.o.) wurde ein Konzept für die Verkehrsführung der Baustellenfahrzeuge an der JVA Iserlohn entwickelt. Dieses war das Ergebnis einer umfangreichen Variantenprüfung, in die Baustellenlogistik, Naturschutz und die Belange der Anwohnerinnen und Anwohner eingeflossen sind. Im Ergebnis wurde sich für die Variante mit einem Ein-Richtungsverkehr über das bestehende Straßennetz aus Mühlen- und Heidestraße entschieden. Eine andere Verkehrsführung über eine Baustraße durch das angrenzende Landschaftsschutzgebiet wurde durch die zuständigen Stellen mehrfach aus Naturschutzgründen abgelehnt.

Nach der Informationsveranstaltung im Mai 2026 hat der BLB NRW den Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach einer alternativen Baustraße über das sogenannte "Kalte Stück" noch einmal aufgegriffen und zwischen Mai und September 2026 gemeinsam mit dem Märkischen Kreis, der Stadt Iserlohn, Straßen.NRW und weiteren Beteiligten geprüft.

Der Kreis erklärte sich zwar bereit, eine Baustraße durch das Landschaftsschutzgebiet grundsätzlich zu ermöglichen, betonte aber ausdrücklich, die Nutzung des vorhandenen Straßennetzes aufgrund des deutlich geringeren Eingriffs in Natur- und Landschaft weiterhin zu bevorzugen. Eine Errichtung einer Baustraße über das "Kalte Stück" wäre mit erheblichen Auflagen sowie einer Rückbauverpflichtung verbunden gewesen. Eine spätere öffentliche Nutzung der Straße, wie von Anwohnenden vorgeschlagen, wäre damit ebenfalls nicht umsetzbar. Zudem wurde festgestellt, dass eine Anbindung der Baustraße an die Bundesstraße 233 nicht möglich ist. Das Ergebnis der Gespräche war daher, dass eine Baustraße über das "Kalte Stück" nicht umgesetzt werden kann.

Damit blieb es bei der bereits bei der Informationsveranstaltung vorgestellten Verkehrsvariante über die Heidestraße und die Mühlenstraße im Ein-Richtungsverkehr für Baustellenfahrzeuge.

Die von Anwohnenden vorgetragenen Bedenken und Hinweise wurden weiterhin einbezogen. Die Heide- und Mühlenstraße werden an mehreren Stellen verbreitert. Für den Schutz von Fußgängern und Radfahrern sind Geschwindigkeitsreduzierungen, gesicherte Straßenübergänge und Parkregelungen vorgesehen. Die gesamte Fahrbahn erhält einen neuen Belag, der die Lärmbelastung reduziert. Der BLB NRW setzt alles daran, um den Baustellenverkehr sicher zu gestalten und Einschränkungen zu minimieren.

Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn
© BLB NRW
Die JVA Iserlohn von oben

Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn

Spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten für weibliche Gefangene im Justizvollzug

Die Justizvollzugsanstalt in Iserlohn soll in Zukunft zu einer modernen Hafteinrichtung für Frauen und weibliche Jugendliche werden. Planungen sehen einen Neubau für etwa 320 Haftplätze am bisherigen Standort vor. Diese Anstalt gibt Raum für neue frauenspezifische Behandlungsangebote. 
Straffällig gewordene Frauen und weibliche Jugendliche brauchen für eine erfolgreiche Resozialisierung eine auf sie besonders zugeschnittenen Behandlung im Vollzug, für die in Iserlohn die Voraussetzungen geschaffen werden sollen. Hierzu zählen besondere Angebote der Sucht- oder der Traumatherapie. Eine selbständige Anstalt für Frauen und weibliche Jugendliche eröffnet bei den oftmals bestehenden Missbrauchs- und Gewalterfahrungen die Chance, Behandlungs-, Bildungs- und Freizeitangebote nachhaltig nutzen zu können. Zudem können Arbeits- und Ausbildungsplätze bereitgestellt werden, die Frauen und weibliche Jugendlichen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und damit einen Beitrag zur erfolgreichen Wiedereingliederung leisten. 

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