Neubau der Justizvollzugsanstalt Iserlohn
1970 nahm die Iserlohner Haftanstalt im Ortsteil Drüpplingsen den Betrieb auf. Derzeit wird ein Neubau geplant. Mit der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) am Standort investiert das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) langfristig in die JVA Iserlohn.
Aktuelles aus dem Projekt: Baustart in 2026
Im Mai 2026 fand eine Informationsveranstaltung für Anwohnende in Drüpplingsen statt. Hier wurden der Neubau der JVA und seine Umsetzung von der aktuellen JVA zur zukünftigen Haftanstalt vorgestellt. Auf Wunsch der Anwohnenden wird das Verkehrskonzept in Teilen überprüft und aktualisiert. Fest steht allerdings, dass sowohl die Straße, als auch die an die Baumaßnahme bzw. Straße angrenzenden Häuser durch einen Gutachter beurteilt werden, um etwaige Schäden durch die Baumaßnahmen feststellen zu können. Der BLB NRW wird dazu vor Beginn der Bauarbeiten die Hauseigentümer kontaktieren. Fest steht auch, dass der Bauverkehr als Ein-Richtungsverkehr von Norden nach Süden über die Heide- und Mühlenstraße führen wird. Alternative Wegeführungen wurden auf nochmalige Nachfrage durch den Märkischen Kreis aus Gründen des Landschafts- und Naturschutzes abgelehnt.
Die neue Haftmauer wurde geplant und der entsprechende Bauantrag eingereicht. Eine Ansicht findet sich weiter unten. Nach derzeitigem Stand ist der Beginn der Abbrucharbeiten der bestehenden JVA-Gebäude für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. Aktuell befindet sich der Neubau der JVA Iserlohn im Zustimmungsverfahren bei der Bezirksregierung in Arnsberg.
Wir informieren weiterhin auf dieser Website, wenn und soweit nächste Schritte feststehen.
Hier finden Sie das FAQ zum Projekt.
Hier finden Sie die Präsentation der Info-Veranstaltung im Mai 2026.
Bei weiteren Fragen und Anmerkungen zum Neubauprojekt können sich Anwohner gerne direkt an den BLB NRW wenden und Informationen zum aktuellen Projektstand erhalten.
Die neue Haftmauer wird sich zum Großteil innerhalb des Bereichs hinter der alten Haftmauer befinden.
Die Maßnahme an der Jugendvollzugsanstalt ist Teil des Justizvollzugsmodernisierungsprogramms (JVMoP) des Landes Nordrhein-Westfalen. Dieses soll die baulichen Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen Justizvollzug schaffen. Hierzu wurden verschiedene Alternativen erwogen: Instandsetzung, Modernisierung, Neubau vor Ort oder Neubau auf einem Alternativgrundstück. Die wirtschaftlichste und risikoärmste Alternative ist der Neubau auf vorhandenem Grundstück.
Im Dialog neue Ansätze erarbeitet
Besonders ist bei dieser Justizvollzugsanstalt die Lage in dem Dorf Drüpplingsen: Deren Einwohner leben in unmittelbarer Nachbarschaft, sie sind deshalb unmittelbar betroffen. Entsprechend gut besucht war eine öffentliche Informationsveranstaltung im Oktober 2018, bei dem der BLB NRW zusammen mit dem Ministerium der Justiz sowie der Stadt Iserlohn den Bürgern in Drüpplingsen das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zum Neubau am vorhandenen Standort vorstellte.
Die Prüfung des Flächenbedarfs der Machbarkeitsstudie sowie verschiedener Alternativen zu den Fragestellungen erfolgte unmittelbar darauf. Sie sollte eine ortsteilverträgliche Lösung erarbeiten. Anschließend gab es politische Arbeitskreise und Planungsdialoge, in denen Gespräche zwischen dem BLB NRW und Vertretern des Landes NRW sowie mit den Vertretern des Rates und der Verwaltung der Stadt Iserlohn und mit der Dorfgemeinschaft geführt wurden.
In den Planungsdialogen konnten die Anwohner viele Ideen einbringen, die die Planer des BLB NRW soweit wie möglich berücksichtigen. So bleibt der Mauerverlauf im Wesentlichen unverändert. Zusätzlich werden die Mauergestaltung und die Beleuchtung für die Anwohner angepasst, um verträglicher zu sein. Ebenso wird der Sportplatz verlegt und die Gebäude neu ausgerichtet, um Lärm- und Sichtschutz für Anwohner weiter zu verbessern. Die Hafthäuser werden nach Süden ausgerichtet, was eine wesentliche Verbesserung mit sich bringt. All dies wurde in der Informationsveranstaltung Anfang Mai 2026 vorgestellt.
Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn
Spezialisierte Behandlungsmöglichkeiten für weibliche Gefangene im Justizvollzug
Die Justizvollzugsanstalt in Iserlohn soll in Zukunft zu einer modernen Hafteinrichtung für Frauen und weibliche Jugendliche werden. Planungen sehen einen Neubau für etwa 320 Haftplätze am bisherigen Standort vor. Diese Anstalt gibt Raum für neue frauenspezifische Behandlungsangebote.
Straffällig gewordene Frauen und weibliche Jugendliche brauchen für eine erfolgreiche Resozialisierung eine auf sie besonders zugeschnittenen Behandlung im Vollzug, für die in Iserlohn die Voraussetzungen geschaffen werden sollen. Hierzu zählen besondere Angebote der Sucht- oder der Traumatherapie. Eine selbständige Anstalt für Frauen und weibliche Jugendliche eröffnet bei den oftmals bestehenden Missbrauchs- und Gewalterfahrungen die Chance, Behandlungs-, Bildungs- und Freizeitangebote nachhaltig nutzen zu können. Zudem können Arbeits- und Ausbildungsplätze bereitgestellt werden, die Frauen und weibliche Jugendlichen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern und damit einen Beitrag zur erfolgreichen Wiedereingliederung leisten.