Form folgt Haltung
Neuer Landesrechnungshof setzt architektonisches Zeichen für Transparenz und Nachhaltigkeit.
Ein markanter weißer Neubau strahlt mit dem blauen Himmel um die Wette. Im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk hat der BLB NRW ein maßgeschneidertes Haus für Standort und Nutzer geschaffen. Der Neubau für den Landesrechnungshof (LRH), das unabhängige Organ der Finanzkontrolle für das Land Nordrhein-Westfalen, entstand an der Werdener Straße in direkter Nachbarschaft zum Land- und Amtsgericht.
Auf etwa 9.900 Quadratmetern haben der Landesrechnungshof, das Staatliche Rechnungsprüfungsamt Düsseldorf und die Prüfgruppe Düsseldorf des Staatlichen Rechnungsprüfungsamtes für Steuern Münster ihre neue Heimat gefunden. Die Präsidentin des Landesrechnungshofs Prof. Dr. Brigitte Mandt ist begeistert: „Das Gebäude ist wertevermittelnde ‚Baukunst‘: Nach außen setzt die markante Fassade ein sichtbares Zeichen für Unabhängigkeit und strukturelle Klarheit. Nach innen schaffen großzügige Glasflächen sowie ein lichtdurchflutetes Atrium Transparenz und Offenheit. Hier wurde Raum für zeitlose Arbeitsformen geschaffen, der vielfältigsten Ansprüchen gerecht wird.“
Eindrucksvolles Understatement
Zur Stadt hin zeigt sich der Neubau mit einer schmalen sechsgeschossigen sowie zur Parkseite mit einer zweigeschossigen Fassade. Der trapezförmige Grundriss greift die Grundstücksform auf. Das doppelgeschossige Atrium im Inneren, das Herzstück des Gebäudes, folgt dieser Form. Vom Haupteingang gelangen Besucher sowie Mitarbeitende über einen gläsernen Windfang in das lichtdurchflutete offene Atrium, das Bibliothek, Besprechungsräume und Büros miteinander verbindet. Über eine geschwungene Treppe gelangen sie vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss. Unter dem Glasdach ist ein eindrucksvoller, heller Raum entstanden.
Leuchtende Kunst
Licht spielt auch eine besondere Rolle bei der künstlerischen Gestaltung des LRH. Die in Köln lebende Künstlerin Astrid Klein gestaltete eine textile Lichtinstallation für die zentrale Wand des Atriums: Fünf leuchtende X-Elemente, zwei lange schräg gekreuzte LED-Stäbe und ein tiefblauer Teppich. Bedruckt wurde der Teppich mit Zitatfragmenten von Rose Ausländer und Heinrich Heine, zwei Düsseldorfer Persönlichkeiten. Heines Worte „Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände“ sollen eine Ermutigung sein, intellektuelle Grenzen zu überwinden und feste Schemata zu lösen. Ausländers Verse rufen dazu auf, präzise hinzuschauen und auf Zwischentöne zu hören: „Zwischen verschwiegenen Zeilen das Nichtwort im Leerraum leuchtend.“
Moderne Arbeitswelten
In Nutzerworkshops entwickelten wir, das Architekturbüro heinlewischer und der künftige Nutzer gemeinsam das Raumkonzept, das sich an den Anforderungen an moderne Arbeitswelten orientiert. 289 Arbeitsplätze verteilen sich auf Einzel- und Teambüros, ein Großteil davon im Deskswitching-Modell. Kommunikationsflächen sowie Multifunktionsbüros bieten flexible Arbeits- und Aufenthaltsmöglichkeiten.
"Der BLB NRW verwaltet für das Land Nordrhein-Westfalen eines der größten und anspruchsvollsten Immobilienportfolios Europas. Hier zeigt sich, wie innovatives, bezahlbares und qualitätsvolles Bauen gelingen kann. "
Klimafreundlicher Neubau
Das Gebäude für den LRH wurde mit CO2-sparend produziertem Beton errichtet, dessen Herstellung Strom aus erneuerbaren Energien und Wasser aus Regen- bzw. Brauchwasserspeichern nutzte. So konnte der CO₂-Ausstoß um mehr als 35 Prozent gesenkt werden. Eine eigene Photovoltaikanlage kann jährlich eine Leistung von etwa 33.500 Kilowattstunden erzeugen. Zudem bestehen die Hohlkörperdecken aus recyceltem Kunststoff. Damit leistet das Gebäude einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und strebt eine Silber-Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) an.