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Pressemitteilung
Pressemitteilung | 19.11.2021

Minister Biesenbach besucht Großbaustelle für den Neubau JVA Willich I

Der nordrhein-westfälische Justizvollzug ist mit der Ortschaft Willich-Anrath fest verankert. Vor über 100 Jahren wurden hier zwei Haftanstalten errichtet. Jetzt realisiert der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Anrath ein Großprojekt mit zwei neuen Hafthäusern und mehreren Nebengebäuden. Über den Fortgang der zügig voranschreitenden Bauarbeiten für die neue Justizvollzugsanstalt Willich I informierte sich heute der Minister der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Peter Biesenbach, vor Ort.

Die Sicherheitsanforderungen sind sehr hoch, um auf das Baufeld für den Neubau der Justizvollzugsanstalt (JVA) Willich I in Anrath zu gelangen. Die Besuchergruppe um Justizminister Peter Biesenbach musste sich nicht nur umkleiden, sondern auch verschiedene Kontrollen und Schleusen passieren. Das war zum einen der Arbeitssicherheit sowie dem aktuellen Pandemiegeschehen geschuldet. Zum anderen befindet sich die Baustelle unmittelbar neben der Frauen- und der Männerhaftanstalt. „Darin liegt eine besondere Herausforderung bei diesem Bauprojekt“, berichtete BLB NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems. „Wir errichten hier eine große und technisch sehr anspruchsvolle Anlage mit mehreren Gebäuden parallel auf zwei Baufeldern. Gleichzeitig muss der Betrieb in beiden Justizvollzugsanstalten ohne Einschränkungen weiterlaufen.“ 

Der Weiterbetrieb der Haftanstalten ist für den Justizvollzug unabdingbar notwendig. Durch den Neubau sollen noch 353 zusätzliche Haftplätze entstehen. „Der Neubau in Willich ist ein Baustein zur langfristigen Sicherstellung einer ausreichenden Haftplatzkapazität in Nordrhein-Westfalen“ erläuterte Justizminister Peter Biesenbach. Für die Leiterin der JVA Willich I, Charlotte Adams-Dolfen, ist der Neubau der Männerhaftanstalt nicht weniger als ein Quantensprung in die Zukunft. „Das Männerhaus aus dem Jahr 1903 bietet aufgrund der baulichen Gegebenheiten nur eingeschränkt Möglichkeiten, einen modernen Behandlungsvollzug zu realisieren“, so die Anstaltsleiterin. „Die Räumlichkeiten im Neubau werden uns zeitgemäße Arbeitsbedingungen bieten. Vom Umzug werden sowohl die Mitarbeitenden der JVA Willich I als auch die Inhaftierten deutlich profitieren.“

Enorme logistische und organisatorische Herausforderung

Neben zwei neuen Hafthäusern für den geschlossenen Männervollzug errichtet der BLB NRW auch die erforderliche Infrastruktur, wie Werkstätten sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen. „Insgesamt entstehen hier 64.000 Quadratmeter neue Nutzfläche. Und wir werden rund 80.000 Quadratmeter Fassade verklinkern“, vermittelte Markus Vieth, Leiter der Niederlassung Münster des BLB NRW, einen Eindruck von der Größe des Projektes. Seine Münsteraner Kolleginnen und Kollegen verfügen über große Erfahrung und breites Wissen in der Realisierung solcher Großprojekte im Justizvollzug. Nach umfassenden Vorbereitungen waren die Bauarbeiten Ende vergangenen Jahres gestartet worden.

Und bereits jetzt steht der Rohbau des Hafthauses I. Aktuell bauen beauftragte Unternehmen die Fenster ein. Als nächstes werden die Elemente mit den Fenstergittern angebracht, wie Markus Vieth berichtete, sowie die Fassaden weiter verklinkert. Nach Fertigstellung des Hafthauses I ziehen die Strafgefangenen in das neue Gebäude, und auf dem Gelände der jetzigen, über 100 Jahre alten Haftanstalt wird das Hafthaus II entstehen. Auf dem zweiten Baufeld errichten beauftragte Firmen gerade die Werkstätten sowie weitere Nebengebäude. Allein das Werkstattgebäude ist über 20.000 Quadratmeter groß. Bei einem Teil wird aktuell der Rohbau im zweiten Obergeschoss ausgeführt. Auf jeder der beiden Baustellen sind rund 150 Mitarbeitende beschäftigt. „Die Arbeiten auf zwei Baufeldern sind eine enorme logistische und organisatorische Herausforderung auch in Anbetracht der hohen Sicherheitsanforderungen,“ erklärte Abteilungsleiter Klaus Siniawa vom BLB NRW. Doch sie verkürzen die Bauzeit erheblich.

„Ein Bauvorhaben in dieser Größenordnung mitten in der Ortschaft fordert den Anwohnerinnen und Anwohnern natürlich einiges ab“, betonte Justizminister Peter Biesenbach. Aufgrund der großen Bedeutung des Neubaus für die Modernisierung des nordrhein-westfälischen Justizvollzugs hoffe er jedoch auch weiterhin auf das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger in Anrath. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch hob die Bedeutung der neuen Haftanstalt für seine Stadt hervor. „Die JVA ist einer der größten Arbeitgeber in Willich. Und durch den Neubau entstehen 80 weitere Stellen.“ Zudem sehe er auch, wie viel der BLB NRW und auch die JVA unternehmen, um die Belastungen für die Nachbarschaft möglichst gering zu halten, so Pakusch.

Reifenwaschanlage für Lkw soll Belastungen der Nachbarschaft reduzieren

Ein ganz konkretes Beispiel ist die Reifenwaschanlage für Lkw, wie die Besuchergruppe um Justizminister Biesenbach bei der Begehung erfuhr. Aus etlichen Düsen spritzt das Wasser mit Hochdruck auf die Reifen und Unterseiten der Lkw, bevor sie die Baustelle verlassen. „So verhindern wir weitestgehend, dass die Fahrzeuge Erdreich auf Anraths Straßen tragen“, berichtete Markus Vieth den Gästen. Verbessert werde durch den Neubau auch die beengte Parksituation. Schon während der Bauphase seien zusätzliche Stellplätze für Pkw entstanden. Nach Fertigstellung der Hafthäuser kämen weitere hinzu. Besonders wichtig sei zudem, dass mit den Ansprechpartnern beim BLB NRW sowie dem Nachbarschaftsbeauftragten der JVA Willich I immer eine Kontaktperson für die Anwohnerinnen und Anwohner erreichbar sei. Dies begrüßte auch Minister Biesenbach, der sich zudem erfreut über den Baufortschritt in Willich zeigte. 
 

 


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