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Bundesbau

Neueste Technik für die Luftwaffe

Modernisierung des Bundeswehrstandorts Kalkar am Niederrhein - Neueste Technik für die Luftwaffe

Für den Bund saniert und modernisiert der BLB NRW die Kasernen in den niederrheinischen Orten Kalkar und Uedem. Grund dafür ist die Stärkung des dortigen Bundeswehrstandorts. Seit 2013 ist das Zentrum Luftoperationen in der Von-Seydlitz Kaserne in Kalkar angesiedelt. Wie in der benachbarten Kaserne auf dem Uedemer Paulsberg bündelt es dort die Kompetenz zur Planung und Führung von Luftstreitkräften der Bundeswehr und der NATO. Das Zentrum Luftoperationen erfüllt diesen Auftrag gemeinsam mit weiteren nationalen und internationalen, teils auch ressortübergreifenden Dienststellen.

In Kalkar ist etwas Großes entstanden. Das Zentrum Luftoperationen der Bundeswehr, angesiedelt in der kleinen niederrheinischen Stadt, beschäftigt mittlerweile fast 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Noch zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts waren es 70. „Dieses Wachstum ist noch nicht das Ende“, erzählt Kasernenkommandant Oberstleutnant Henning Kaul. „Insgesamt sollen am gesamten Standort langfristig 1.500 Menschen arbeiten, aktuell sind es etwa 1.300.“ Damit meint Kaul sowohl das Zentrum in der Kalkarer Von-Seydlitz-Kaserne als auch die Kaserne auf dem benachbarten Uedemer Paulsberg. Auch dort sind viele neue Beschäftigte eingestellt worden.

Speziell die Kaserne in Kalkar kam durch die vielen neuen zivilen und militärischen Expertinnen und Experten schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Bedarf an neuen Gebäuden und moderner Infrastruktur stieg immens an. „Die Infrastruktur war aus den 1960er-Jahren. Vieles war überholt und vor allem auf andere Belange zugeschnitten. Ursprünglich sollte hier schließlich ein Panzerbataillon stationiert werden“, erinnert sich der Kasernenkommandant. Deshalb sind in den vergangenen Jahren – passend zum Mitarbeiterschub – einige neue Gebäude entstanden oder sie befinden sich gerade in der Fertigstellung. Dazu zählen, neben mehreren Bürogebäuden, ein IT-Knotenpunkt und neue, den aktuellen Standards entsprechende Unterkunftsgebäude.

"Alle Projekte, die wir hier umsetzen, sind Sonderbauten. Überall gibt es hohe Sicherheitsstandards, deren Umsetzung immer wieder eine Herausforderung ist."

Heinrich David-Spickermann - BLB NRW, Niederlassung Duisburg
Reibungslose Zusammenarbeit durch eigene Projektbüros vor Ort

Kauls Ansprechpartner beim BLB NRW für die Von-Seydlitz-Kaserne sind der Projektverantwortliche Heinrich David-Spickermann und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Niederlassung Duisburg. Für die Technik der Neubauten sind Andreas Engenhorst und Wolfgang Prieske unerlässliche Ratgeber. Bei Bedarf arbeiten sie direkt vor Ort in einem Projektbüro auf dem Kasernengelände. Die Nähe vereinfacht vieles für beide Seiten: Man kann sich Dinge direkt gemeinsam anschauen und das weitere Vorgehen besprechen. „Es gibt so weniger Missverständnisse“, betonen beide. „Man redet mehr miteinander anstatt aneinander vorbei.“


Das Herzstück der Von-Seydlitz-Kaserne

Beim Rundgang durch die Von-Seydlitz-Kaserne wird schnell klar: Heinrich David-Spickermann kennt „seine“ Kaserne so gut wie die eigene Westentasche. Seit 2013 verantwortet er große Bauprojekte auf dem Gelände. Langweilig wird ihm dabei nicht. „Alle Projekte, die wir hier umsetzen, sind Sonderbauten. Überall gibt es hohe Sicherheitsstandards, deren Umsetzung immer wieder eine Herausforderung ist. Aber genau das macht Spaß und bringt Abwechslung in meine Arbeit“, erzählt er. Sein persönliches Highlight ist das im Februar 2020 fertiggestellte Bürogebäude für das Zentrum Luftoperationen, das Herzstück der Kaserne. „Auch wenn man es von außen nicht sieht: Das Gebäude ist zweigeteilt. Wir haben hier einen Bereich mit Büroräumen und einen separaten Sicherheitsbereich. Letzterer darf nur von denen betreten werden, die auch tatsächlich dort arbeiten.“ Für solche Bereiche gibt es natürlich besondere Anforderungen an die Beschaffenheit der Räume und die technische Absicherung. Dafür mussten Heinrich David-Spickermann und sein Team an vieles denken. Dies betrifft nicht allein die Wände, Fenster und Türen. Am Ende musste alles von der Bundeswehr getestet, abgenommen und für die weitere Nutzung freigegeben werden.

Eine Besonderheit des Gebäudes ist ein kleiner Innenhof mitten im abgesicherten Bereich. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier arbeiten, können dort mal frische Luft schnappen und dabei trotzdem im Gebäudekomplex bleiben – eine schlaue Lösung.

Das lichtdurchflutete, offene Treppenhaus im Eingangsbereich ist ein weiteres Highlight. Es erhellt die Flure zu beiden Seiten mit Tageslicht. Charakteristisch für den Eingangsbereich ist außerdem der moderne Industriecharme, der durch viele Stahlelemente und außergewöhnliche Lampen erzeugt wird. Das Bürogebäude ist eines der neuesten und modernsten Gebäude der Liegenschaft. Kein Wunder, dass es auch zu Repräsentationszwecken dient und oft besucht wird.

© BLB NRW
Nachhaltigkeit spielt auch im Bundesbau eine wichtige Rolle: Große Blockheizkraftwerke dienen zur Rückkühlung der Technik. Mit der gewonnenen Wärme wird das Gebäude beheizt.
© BLB NRW
Durch die große Fensterfront im gerade entstehenden Neubau hat man einen tollen Blick über die Kaserne am Paulsberg.
© BLB NRW
Auf dem Platz zwischen dem CAOC Uedem und dem zukünftigen Weltraumlagezentrum wehen die Flaggen der NATO-Mitglieder.
© BLB NRW - Bild: Thomas Range
Die neuen Unterkunftsgebäude erfüllen die aktuellen Standards der Bundeswehr und gliedern sich mit ihrer roten Klinkerfassade gut in die Kaserne ein.
Vom Lehrgebäude zum Lagezentrum Neben

diesem besonderen Bauwerk steht ein weiteres, das ebenso neu und modern ist: das Lehr- und Ausbildungsgebäude mit der zentralen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr für die Planung und Führung von Luftstreitkräften. Mit den großen Sonnenblenden vor den Fenstern lassen sich die lichtdurchfluteten Lehrsäle ganz einfach für den Einsatz moderner Ausbildungstechnik optimieren. Eine Belüftungsanlage sorgt zudem jederzeit für ein angenehmes Raumklima. Von einer Besonderheit weiß der Projektverantwortliche auch zu berichten: „Alles hier ist so konzipiert, dass die Räumlichkeiten bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit zu einem Lagezentrum umgebaut werden könnten. Sogar die Trennwände zwischen den Lehrräumen sind verschiebbar und schallabsorbierend.“

Ortswechsel nach Uedem

Auch in der knapp neun Kilometer entfernten Kaserne auf dem Paulsberg in Uedem hat die Sicherheit oberste Priorität. Die Kaserne ist nicht nur eine wichtige Liegenschaft der Bundeswehr. Sie beherbergt auch das Combined Air Operations Center der NATO (CAOC Uedem), einen von zwei NATO-Gefechtsständen zur Luftraumüberwachung in Europa. Der Verantwortungsbereich des CAOC Uedem erstreckt sich von Island bis zum Baltikum, von Norwegen bis zu den Alpen. Außerdem ist in der Kaserne das deutsche Air and Space Operations Center (ASOC) untergebracht. Es besteht zum einen aus dem nationalen Lage- und Führungszentrum „Sicherheit im Luftraum“, einer gemeinsamen Einrichtung der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Deutschen Flugsicherung. Diese ist für die Luftraumüberwachung des deutschen Staatsgebietes zuständig. Zum anderen beherbergt das ASOC das Weltraumlagezentrum, eine gemeinsame Einrichtung der Bundeswehr und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Es vertritt deutsche Interessen im Weltraum – und zwar nicht nur mit Blick auf militärische, sondern auch auf zivile Belange, wie beispielsweise Warnung vor auf die Erde fallendem Weltraumschrott.

Beim Rundgang durch die Kaserne fällt sofort die große und moderne Feuerwache ins Auge. „Eine Feuerwache vor Ort ist zwingende Voraussetzung für die Untertageanlage der NATO auf dem Gelände. Die Feuerwehr muss bei einem Notfall innerhalb weniger Minuten vor Ort sein. Das könnte anders nicht gewährleistet werden. Die Wache haben wir zwischen 2013 und 2016 gebaut“, erzählt der BLB NRW Projektverantwortliche Andreas Knipping aus der Duisburger Niederlassung. Er kennt die Kaserne und die Verantwortlichen bereits seit vielen Jahren. „Die Zusammenarbeit funktioniert hier wirklich sehr gut“, so Knipping. „Wir kennen die Sorgen und Nöte der jeweils anderen Seite. Das ist ein Geben und Nehmen.“ In 34 Jahren hat Andreas Knipping einige große Projekte am Standort betreut. Alle waren außergewöhnlich und herausfordernd, doch ein paar Lieblingsprojekte hatte er trotzdem: „Der Umbau des Untertagebauwerks Ende der 90er-Jahre war etwas ganz Besonderes – so ein Projekt betreut man vermutlich nur einmal im Leben. Daran denke ich gerne zurück.“

"Wir kennen die Sorgen und Nöte der jeweils anderen Seite. Das ist ein Geben und Nehmen."

Andreas Knipping - BLB NRW, Niederlassung Duisburg

Ein modernes Weltraumlagezentrum entsteht

 Aktuell gibt es in der Kaserne auf dem Paulsberg auch ein großes Neubauprojekt. Ganz am Rand des weitläufigen Geländes entsteht ein Gebäude, das Büroräume mit Funktionsräumen kombiniert und zukünftig das Weltraumlagezentrum beherbergen wird. Um die Räume hierfür vorzubereiten, sind ebenfalls höchste Sicherheitsstandards zu erfüllen. Dies galt es, von Beginn der Planung an zu berücksichtigen, und hat auch die Bauphase ganz wesentlich beeinflusst.


Doch hier entsteht nicht etwa ein dunkler Bunker. Der Neubau entpuppt sich als ein architektonisch hochwertiges Gebäude: Das offene Treppenhaus lässt den Eingangsbereich großzügig und luftig wirken. Eine deckenhohe, durchgehende Fensterfront tut ihr Übriges. Auch die Gebäudetechnik ist topmodern. „In den Serverräumen haben wir eine Gaslöschanlage verbaut“, erzählt Andreas Knipping. „Dadurch fahren wir im Brandfall den Sauerstoffgehalt runter. Für Menschen ist das ungefährlich und die teure Technik nimmt keinen Schaden durch das Wasser einer Sprinkleranlage.“ Zur Rückkühlung der Technik dient ein Blockheizkraftwerk. Mit der daraus gewonnenen Wärme kann man anschließend, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit, das Gebäude heizen. Wichtige Anlagen sind redundant, also doppelt vorhanden, falls eine Anlage ausfallen sollte – so wie ein Auffangnetz im Zirkus. Der Projektverantwortliche erklärt: „Wir haben beispielsweise zwei große Dieseltanks für die Notstromaggregate. Falls einer leer ist, haben wir immer noch ein Back-up. So verfahren wir hier im Neubau mit vielen technischen Anlagen. Sie bekommen einen identischen Zwilling für den Notfall.“


Das Projekt ist eines der größten, die der BLB NRW momentan im Bereich Bundesbau realisiert. Etwa die Hälfte des Geldes geht in diesem und auch in vielen anderen unserer Projekte an Firmen in der näheren Umgebung. Damit leisten der Bund und der BLB NRW mit den Baumaßnahmen in den Kasernen in Kalkar und Uedem einen wichtigen Beitrag zur Förderung der lokalen Wirtschaft am Niederrhein. Der Kasernenkommandant, Oberstleutnant Kaul, freut sich über die Modernisierung beider Kasernen: „Das, was seit 2013 geplant wird, ist nun sichtbar und nutzbar geworden. Die nächsten Jahre werden für uns in beiden Liegenschaften noch spannend.“

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Pressemitteilung |
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Meldung |
Düsseldorf

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