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Justiz & Justizvollzug

Neubau der Justizvollzugsanstalt Iserlohn

1970 nahm die Haftanstalt im Ortsteil Drüpplingsen den Betrieb auf. Nun wird ein Neubau geplant. Mit der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) an der alten Adresse investiert das Land langfristig in den JVA-Standort Iserlohn.

Die Maßnahme an der Jugendvollzugsanstalt ist Teil des Justizvollzugsmodernisierungsprogramms (JVMoP) des Landes Nordrhein-Westfalen. Ziel des Programms ist es, die baulichen Rahmenbedingungen für einen zeitgemäßen Justizvollzug zu schaffen. Um dies zu erreichen, wurden verschiedene Alternativen betrachtet: Instandsetzung, Modernisierung, Neubau vor Ort oder Neubau auf einem Alternativgrundstück. Als die wirtschaftlichste und risikoärmste Alternative stellte sich dabei der Neubau auf dem vorhandenen Grundstück dar. 

Eine Besonderheit der Justizvollzugsanstalt ist deren Lage in dem kleinen Örtchen Drüpplingsen, die dazu führt, dass die Bewohner dies- und jenseits der Mauer zum Teil in enger Nachbarschaft leben. Von der Maßnahme sind die Anwohner deshalb in vielfacher Hinsicht unmittelbar betroffen. Entsprechend gut besucht war auch eine öffentliche Informationsveranstaltung im Oktober 2018, bei dem der BLB NRW zusammen mit dem Ministerium der Justiz sowie der Stadt Iserlohn den Bürgern in Drüpplingsen das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zum Neubau am vorhandenen Standort vorgestellt hat. Kontrovers diskutiert wurde dabei vor allem, dass das Anstaltsgelände vergrößert und dafür ehemalige Dienstwohnungen neben der JVA aufgegeben werden müssen, wodurch Wohnraum im Ort verloren geht. Daneben ergaben sich zahlreiche Fragen zur neuen nachbarlichen Situation an den Außenmauern der JVA sowie zum Schall- und Sichtschutz der Anwohner. 

Die Prüfung des Flächenbedarfs der Machbarkeitsstudie sowie verschiedener Alternativen zu den Fragestellungen erfolgte unmittelbar darauf. Sie hatte das Ziel, gemeinsam zu einer ortsteilverträglichen Lösung zu kommen. In Form politischer Arbeitskreise und Planungsdialoge erfolgten im weiteren Verlauf gemeinsame Gespräche zwischen dem BLB NRW und Vertreterinnen und Vertretern des Landes mit den Vertretern des Rates und der Verwaltung der Stadt Iserlohn sowie mit der Dorfgemeinschaft.

Im Dialog neue Ansätze erarbeitet

In den Planungsdialogen konnten die Anwohner viele Ideen einbringen, die die Planer des BLB NRW soweit wie möglich berücksichtigen. So werden beispielsweise der Mauerverlauf, die Mauergestaltung und die Beleuchtung für die Anwohner verträglicher angepasst.
Ebenso wird der Sportplatz verlegt und Gebäude werden neu ausgerichtet, um den Lärm- und Sichtschutz für die Anwohner weiter zu verbessern. 

Die Dorfgemeinschaft setzt sich dafür ein, dass neue Wohngebäude errichtet werden. Daher hat der BLB NRW der Stadt eine Teilfläche des landeseigenen Grundstücks für die Errichtung von Wohngebäuden angeboten.

© BLB NRW
Luftbild der sanierungsbedürftigen bestehenden JVA Iserlohn
© BLB NRW
Lageplan der Machbarkeitsstudie, die im Oktober 2018 vorgestellt wurde.
© BLB NRW
Lageplan der überarbeiteten Umsetzungsstudie, die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger und der Stadt berücksichtigt. Stand: September 2019.
© BLB NRW
Lageplan der Umsetzungsstudie, der dem Bebauungsplanverfahren zugrunde liegt. Stand: Mai 2020
Die weiteren Schritte

In den nächsten Planungsschritten wird die Stadt das Bebauungsplanverfahren fortsetzen, in dem die überarbeitete Umsetzungsstudie im politischen Arbeitskreis vorgestellt wird. Auf Grundlage dieser abgestimmten Umsetzungsstudie startet dann die sogenannte „Frühzeitige Bürgerbeteiligung“ gemäß § 3 Abs. 1 BauGB. Weitere vom Gesetzgeber vorgesehene Prozessschritte sind der Offenlagebeschluss zum Bebauungsplanentwurf sowie die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs gemäß § 3 Abs. 2 BauGB und der Beschluss des Bebauungsplans als Satzung.

Hier erhalten Sie Antworten auf Fragen rund um den Neubau der JVA in Iserlohn.

Außerdem finden Sie hier Informationen zum Rückbau der ehemaligen Dienstwohnungen.

Hier finden Sie unsere Antworten auf Ihre Bürgeranfragen zum Rückbaukonzept (Stand: 26. März 2021).

Bei weiteren Fragen und Anmerkungen zum Neubauprojekt können sich Anwohner gerne direkt an die Pressestelle des BLB NRW in Dortmund wenden und Informationen zum aktuellen Projektstand erhalten.

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