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Bundesbau

Eine neue Feuerwache für die NATO

NATO Air Base Geilenkirchen-Teveren

Mit einer Truppenstärke von 3,8 Millionen Männern und Frauen sorgt die NATO für die Sicherheit der Menschen in der westlichen Welt. Einen seiner vielen Stützpunkte betreibt das Verteidigungsbündnis in Geilenkirchen, in der Nähe der Grenze zu den Niederlanden. Für den Militärflugplatz gelten besondere Sicherheitsvorschriften. Natürlich auch beim Brandschutz. Deshalb hat der BLB NRW dort eine hochmoderne neue Feuerwache gebaut.

Daten und Fakten

  • 70 Brandmeldeanlagen
  • 2,1 km Lüftungskanalnetz
  • 5,6 km Rohrleitungsnetz
  • 3,6 km Elektro- und IT-Kabel

Die Mission ist klar: Auf ihrem Luftwaffen-Stützpunkt in Geilenkirchen bei Aachen haben gut 1.700 Beschäftigte für den reibungslosen Flugbetrieb der dortigen AWACSMaschinen zu sorgen. Die Aufklärungsflugzeuge der NATO müssen jederzeit einsatzbereit sein. Auch technisch sollte daher immer alles auf dem neuesten Stand sein – vor allem beim Brandschutz. Für die Überwachung der 300 Hallen und Gebäude des Geländes hat der BLB NRW deshalb kürzlich eine neue Feuerwache fertiggestellt.

Das alte Gebäude war in die Jahre gekommen und ist heute zu klein: Baujahr 1980, dieser Stand reichte gut drei Jahrzehnte später einfach nicht mehr aus, um den gestiegenen Anforderungen der Feuerwehr auf der NATO Air Base zu genügen, denn im Laufe der Zeit kamen auf die Feuerwehr – zusätzlich zum Einsatz im Ernstfall – weitere Aufgaben hinzu. So wird heute zum Beispiel verstärkt Wert auf den vorbeugenden Brandschutz gelegt. Deshalb schult die Feuerwehr die Bediensteten der NATO Air Base und die Flugmannschaften regelmäßig zum Thema. Auch darum ist die Personalstärke gestiegen: Derzeit sorgen 68 Feuerwehrleute 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, für Sicherheit auf dem Flugplatz – doppelt so viele wie noch vor einigen Jahren.

Die neue Feuerwache ist vielseitiger und für mehr Aufgaben ausgelegt als der Vorgängerbau. Auf die rund 3.000 Quadratmeter Fläche verteilen sich eine Fahrzeughalle, eine Leitstelle, Büros, Ausbildungs- und Aufenthaltsräume sowie Werkstätten.

Das Herzstück bilden die Fahrzeughalle und die Leitstelle. In der Halle haben endlich alle Einsatzfahrzeuge wieder einen festen Platz. Denn natürlich war auch der Fuhrpark im Laufe der Jahre gewachsen, sodass das eine oder andere Fahrzeug auf dem Hof geparkt werden musste – gerade im Winter ein großes Ärgernis. Kälte – und sei es nur durch vereiste Scheiben – erschwert es den Feuerwehrleuten, ihre Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit zu halten. Jetzt hat in der auf 15 Grad beheizten Halle jedes Fahrzeug seinen eigenen Platz – zudem mit Stromanschluss, um die zur Ausstattung gehörenden Akkus der Elektrogeräte auf den Wagen aufzuladen. Die neue Halle aus Stahlbeton liegt so, dass alle zehn Fahrzeuge eine direkte Ausfahrt zum Flugfeld haben. Kurze Wege sind nicht nur im Ernstfall wichtig, sie erleichtern auch den Arbeitsalltag. Denn auf der NATO Air Base rücken die Fahrzeuge häufiger aus als anderswo. Zwei von ihnen sind immer an der Flugbahn präsent, wenn Flugzeuge starten oder landen. Die Halle und das Vorfeld sind videoüberwacht. Alle Tore lassen sich automatisch von der Leitstelle aus öffnen und schließen. In der Leitstelle laufen die Fäden der Informationstechnik zusammen, zum Beispiel das Alarmmanagement. Im Ernstfall wird von hier aus eine vordefinierte Alarmkette in Gang gesetzt: Licht an, Personal alarmieren, Lautsprecherdurchsagen, Steuerung von neuen Informationsdisplays in den Fluren, Torsteuerung. Doch zu einem Ernstfall soll es freilich erst gar nicht kommen. Deshalb befindet sich in der neuen Leitstelle auch die Aufschaltung der rund 70 Brandmeldeanlagen der NATO Air Base. Daran angeschlossen ist eine Vielzahl installierter Feuer- und Rauchmelder. Durch die Früherkennung wird verhindert, dass ein Brand zu spät erkannt wird und sich ausbreiten kann.

© BLB NRW
In der Leitstelle laufen die Fäden der Informationstechnik zusammen.
© BLB NRW
Das Team der Aachener BLB-Niederlassung arbeitet strukturiert an der Umsetzung des Projektes.
© BLB NRW
Die Fahrzeughalle bildet das Herzstück der Feuerwache und bietet Platz für alle Einsatzfahrzeuge.
© BLB NRW
Im Ernstfall nutzen Feuerwehrleute die Rutschstange um schnell zum Einsatzfahrzeug zu gelangen.

Auch die interne Organisation der Feuerwehr wird zentral gesteuert. Denn der Tagesablauf bei der NATO-Feuerwehr ähnelt durchaus dem anderer Feuerwehren. Gearbeitet wird in 24-, 14,5- und 8-Stunden-Schichten. Dabei fallen natürlich auch Verwaltungsaufgaben an. Organisations-, Material und Personaleinsatzplanung, das Führen des Wachbuchs; dies alles geschieht über das moderne Leitstellen-Management-System. Es ist redundant ausgelegt und dadurch vor einem Totallausfall geschützt.

Fast alle Daten, die ein Einsatzleiter im Alltag braucht, sind sicher auf virtuellen Servern gespeichert und jederzeit verfügbar – etwa die Bau- und Grundrisspläne der Air Base.

Aber auch die Überwachung und die ordnungsgemäße Wartung des Equipments werden vom Leitstellen-Management-System und den angeschlossenen PC-Arbeitsplätzen verwaltet. Durch das System erkennen Anwender zum Beispiel zuverlässig, wann welcher Feuerlöscher überprüft werden muss. Eine große Hilfe im Arbeitsalltag angesichts einer schier endlosen Materialliste von 5.000 Inventarstücken. So viel neue IT-Technik drückt sich auch in Zahlen aus: In der neuen Feuerwache sind 53,6 Kilometer Elektro und IT-Kabel verlegt.


Portraitaufnahme der Projektleiterin Nicole Brück
Nachgefragt bei
Nicole Brück
Projektverantwortliche in der Niederlassung Aachen
Frau Brück, wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der NATO? Empfinden Sie Ihren Arbeitsplatz als etwas Besonderes?

Insgesamt sehr positiv. Die NATO arbeitet sehr strukturiert. Ich bin für Termine, Qualität und Kosten verantwortlich. Diese Meilensteine sind für unsere Kunden auch sehr wichtig und entscheidungsrelevant. Wenn es hier zu Unstimmigkeiten oder Verschiebungen kommt, zeigt sich die NATO als sehr kooperativer Kunde. Wenn die Ursachen begründet und nachvollziehbar sind, stößt man bei der NATO eigentlich immer auf Verständnis.

Empfinden Sie Ihren Arbeitsplatz als etwas Besonderes?

Ja, ich bin froh, hier zu sein, und kann sagen, dass ich hier durchaus glücklich bin. Wir sind 24 Mitarbeiter mit mir als stellvertretender Abteilungsleiterin. Ich bin von Hause aus Ingenieurin für Versorgungstechnik, befasse mich also damit, wie Energie oder Wasser ins Haus kommen. Aber mir war immer klar, dass ich nicht nur Heizkessel für Einfamilienhäuser planen will. 2005 bin ich dann über eine Stellenausschreibung zum BLB NRW gekommen. Ich empfinde die Arbeit hier als sehr abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Liegt das auch an dieser deutschlandweit einzigartigen Liegenschaft?

Die Besonderheit einer Air Base trägt natürlich dazu bei, dass hier Projekte anfallen, die es anderswo nicht gibt. Die Air Base ist mit einer Kleinstadt zu vergleichen, in der es sowohl Gebäude wie Kitas, Schulen und Sportstätten gibt, aber auch Büro- oder Unterkunftsgebäude und hoch technifizierte Bauten. Highlights sind Sanierungen der Startbahn, eine Absicherungsmaßnahme einschließlich einem neuen kilometerlangen Zaun mit allen Sicherheitsschikanen, oder ein neuer Tower für die Flugsicherung.

Vielen Dank für das Gespräch!

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