Wärmepumpe statt fossiler Energie
Nachhaltige Wärmeversorgung im Finanzamt Rheda-Wiedenbrück
In Rheda-Wiedenbrück weißt zukünftig ein Hinweisschild auf den nachhaltigen Gebäudebetrieb hin. Gisela Römmelt, Wolfgang Feldmann, Jens Kökenhoff und Jendrik Rademacher (v.l.) kümmern sich für den BLB NRW um dieses und weitere Nachhaltigkeitsprojekte an Landesbauten.
Die Maßnahme ist Teil der Strategie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Landesverwaltung bis 2030 bilanziell klimaneutral aufzustellen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die energetische Modernisierung landeseigener Bestandsgebäude. Fossile Heizsysteme werden schrittweise durch erneuerbare Technologien ersetzt. Der BLB NRW setzt diese Vorgaben in der Praxis um und entwickelt seine Gebäude Schritt für Schritt weiter.
„Mit Projekten wie diesem zeigen wir, dass klimafreundliches Bauen und Betreiben öffentlicher Gebäude heute schon technisch umsetzbar und wirtschaftlich ist“, betont Wolfgang Feldmann, Leiter der Niederlassung Bielefeld des BLB NRW. „Gleichzeitig übernehmen wir eine wichtige Vorbildfunktion für nachhaltiges Bauen im öffentlichen Sektor.“
Wärme aus der Tiefe
Im Finanzamt Rheda-Wiedenbrück wurde der bisherige Gas-Brennwertkessel während einer umfassenden Modernisierung durch zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen ersetzt. Herzstück der Anlage ist ein Feld mit zehn Erdwärmesonden, die jeweils bis zu 200 Meter tief reichen.
Bereits im vergangenen Sommer wurden die insgesamt 2.000 Bohrmeter innerhalb von nur acht Arbeitstagen realisiert. In rund 200 Metern Tiefe herrschen ganzjährig konstante Temperaturen von bis zu 20 Grad Celsius. Da die Temperaturen für direktes Heizen zu niedrig sind, wird die Wärme über eine Wärmepumpe auf das erforderliche Niveau angehoben. Die neue Anlage deckt einen jährlichen Wärmebedarf von rund 170.000 Kilowattstunden. Das entspricht etwa dem Verbrauch von neun Einfamilienhäusern. Gleichzeitig werden durch die Umstellung auf erneuerbare Energie jährlich rund 17 Tonnen CO₂ gegenüber dem alten Gasheizsystem eingespart.
Neben der eigentlichen Wärmeerzeugung wurde das bestehende Heizsystem geringfügig angepasst, um den Betrieb mit niedrigeren Vorlauftemperaturen zu ermöglichen. Eine moderne Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sorgt für einen effizienten Anlagenbetrieb. Betriebsdaten können über digitale Schnittstellen in Echtzeit überwacht und optimiert werden.
Ausbau der Photovoltaik stärkt Eigenversorgung
Bereits seit März 2021 produziert das Finanzamt Rheda-Wiedenbrück einen Teil seines Strombedarfs selbst. Die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage mit 168 Solarmodulen und einer Spitzenleistung von 63 kWp erzeugt jährlich rund 60.000 Kilowattstunden Strom. Aktuell laufen die Arbeiten für die Erweiterung der Anlage. Die prognostizierte Jahresproduktion wird zukünftig bei rund 100.500 Kilowattstunden Strom liegen. Damit kann der jährliche Strombedarf der Liegenschaft zukünftig anteilig bis zu ca. 50 % durch vor Ort erzeugten Solarstrom gedeckt werden.
LED-Technik reduziert Stromverbrauch
Neben der Wärme- und Stromversorgung wurde auch die Beleuchtung im Gebäude modernisiert. Durch den Einsatz energieeffizienter LED-Technik kann der Stromverbrauch zusätzlich deutlich gesenkt werden. Damit leistet das Gebäude einen weiteren Beitrag zur Reduzierung der Betriebskosten.
Nachhaltigkeit sichtbar machen
Mit dem neu angebrachten Schild am Finanzamt werden die nachhaltige Modernisierung des Gebäudes und das Engagement des Landes Nordrhein-Westfalen auch nach außen sichtbar. Es informiert Bürgerinnen und Bürger über die klimafreundliche Wärmeversorgung und steht stellvertretend für ähnliche Maßnahmen im Gebäudebestand des BLB NRW in Ostwestfalen-Lippe.
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