Historisches Juwel umfassend saniert
Dienstvilla der Regierungspräsidenten
Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1941.
Errichtet im Jahr 1941, hat die Villa bis heute ihren bedeutenden Platz als Dienstgebäude der Bezirksregierung inne und wird sowohl für administrative Zwecke als auch für repräsentative Empfänge genutzt. Auf fast 400 Quadratmetern bietet das Erdgeschoss Raum für Veranstaltungen. Im 1. Obergeschoss befinden sich moderne Büroräume.
Architektonische Merkmale
Die Villa ist ein ausgezeichnetes Beispiel klassizistischer Formensprache und spiegelt eine Zeit wider, in der Villenbau eine künstlerische Blüte erlebte. Die klassizistische Fassade und die großzügigen Außenanlagen machen sie zu einem Baudenkmal, das aus künstlerischen, wissenschaftlichen, architekturgeschichtlichen und städtebaulichen Gründen unter Denkmalschutz steht. 1993 wurde dieser Schutz erwirkt, 2011 erweitert. Besonderheiten wie die repräsentativen Empfangsräume im Erdgeschoss und die Büroflächen im Obergeschoss verleihen der Villa Wedinghauser Straße 19 nicht nur Funktionalität, sondern auch einen charakteristischen Glanz. Die Verbindung von historischer Architektur und modernem Verwaltungsbedarf macht die Bedeutung dieser Villa aus.
Sanierung und modernste Technik
Der BLB NRW hat in der Villa für die Bezirksregierung Arnsberg eine umfassende Sanierung durchgeführt. Die alte Villa war stark schadstoffbelastet. „Hierfür wurde ein detailliertes Schadstoffkataster erstellt, das alle belasteten Materialien identifizierte“, berichtet die Objektmanagerin Yvonne Becker aus der Dortmunder Niederlassung des BLB NRW. Dazu gehörte insbesondere die Beseitigung von belastetem Parkettkleber am denkmalgeschützten Tafelboden. „Alle geschädigten Bodenbeläge einschließlich des Parketts im Erd- und Obergeschoss wurden vollständig entfernt. Dieser Schritt war notwendig, um sicherzustellen, dass das Gebäude vollkommen schadstofffrei ist“, sagt Yvonne Becker. Alle Böden wurden wieder vollständig rekonstruiert.
Um eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten, wurden die Heizungs- und Sanitärleitungen, die im Mauerwerk verlegt sind, sowie die korrodierenden Heizrohre komplett ausgetauscht. Die alten Gussheizkörper wurden ebenfalls gegen moderne, effiziente Heizkörper ersetzt.
Des Weiteren musste die gesamte Elektroinstallation modernisiert werden. Dies umfasste die Erneuerung der Elektroverteilung, die Installation neuer Leitungen und Steckdosen sowie energieeffizienter Beleuchtungssysteme einschließlich LED-Technologien, um den ökologischen Anforderungen gerecht zu werden.
Auch die WC-Anlagen im Obergeschoss wurden vollständig erneuert. Der Umbau sah moderne Fliesenarbeiten sowie die Integration barrierefreier Lösungen vor. Zuvor waren in der Villa noch zwei alte Bäder aus den 70er-Jahren mit auffälligen bunten Fliesen. „Die neuen WC-Anlagen sollen nicht nur den Komfort der Nutzer erhöhen, sondern auch den Vorgaben der Barrierefreiheit gerecht werden“, erläutert Yvonne Becker den Umbau. Das alles war unter der Auflage des Denkmalschutzes eine Herausforderung. „Der gesamte Prozess wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachleuten, Sachverständigen und Planern durchgeführt, um sicherzustellen, dass die historische Substanz der Villa bestmöglich erhalten bleibt“, sagt Becker.
Eine bewegte Geschichte
Ursprünglich als Wohnsitz der Regierungspräsidenten konzipiert, war die Villa bis Mitte der 1970er Jahre der Pflichtwohnsitz des Regierungspräsidenten. Später diente sie als Übergangswohnsitz für den Regierungsvizepräsidenten und hat sich schließlich zu einem zentralen Verwaltungsgebäude entwickelt. Die stetige Nutzung durch die Bezirksregierung verdeutlicht die anhaltende Relevanz des Gebäudes in der politischen Landschaft des Landes. Die Geschichte der Villa ist zudem von wechselnden Nutzungen geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fungierte sie nicht nur als Verwaltungszentrale, sondern auch als Veranstaltungsort für Empfänge und andere offizielle Feierlichkeiten. Diese vielseitige Nutzung hat dazu beigetragen, den historischen und kulturellen Wert des Gebäudes zu bewahren und zu fördern.
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