BLB NRW führt Staatsanwaltschaft in eine klimafreundliche Zukunft
Umfassende energetische Sanierung im Denkmalschutz
Staatsanwaltschaft Kleve Außenansicht
Das Projekt steht in den Startlöchern. Mit einer Bündelung von klimafreundlichen Maßnahmen wird das Gebäude für die langfristige Nutzung durch die Justiz in Kleve vorbereitet. Neben Arbeiten an der Fassade und den Fenstern wird auch das Dach neu eingedeckt und mit einer leistungsstarken Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Die Maßnahmen sind bereits länger in der Planung, mussten aufgrund der Unterschutzstellung des Gebäudes durch die Bezirksregierung Düsseldorf im Jahr 2023 jedoch denkmalfachlich geprüft und weiterentwickelt werden.
Energetisch sanieren
Um das Gebäude langfristig zu isolieren und den Wärmeverlust zu minimieren, werden die oberste Geschossebene sowie die Kellerdecke gedämmt. Zusätzlich erhält das Gebäude eine Einblasdämmung, bei der lose Dämmstoffe in Hohlräume der Fassade eingebracht werden, sowie eine Fugensanierung, bei der undichte oder beschädigte Fugen erneuert und abgedichtet werden. Ergänzt werden die Arbeiten an der Außenhülle durch die Erneuerung der Außentüren, mit Ausnahme des denkmalprägenden Eingangsportals, welches seinen historischen Charme vollumfänglich behält. Neben der Fassadensanierung werden die Fenster in den ersten beiden Geschossen sowie im Keller ausgetauscht. Um Wärmeverlust zu vermeiden, werden hier dreifachverglaste Fenster verwendet, die durch Sprossen, Mittelholm, Zierleisten und Mittelstein den denkmalgeschützen Fenstern optisch sehr ähneln. In der obersten Etage befinden sich Kastenfenster. Die Rahmen und Flügel dieser werden in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde restauriert. Zusätzlich werden die Glasscheiben der inneren Kastenfenster durch ein Spezial-Isolierglas ausgetauscht und erhalten eine neue Dichtung.
„Für diese historische Liegenschaft erreichen wir den Energiestandard 100 und damit ein Energieniveau, welches über den üblichen Standards im Denkmalschutz liegt. Mit den energetischen Maßnahmen, die wir in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde umsetzen, machen wir auch erhaltenswerte Bestandsgebäude klimafreundlich und zukunftsfähig“, betont Till Neschen, Leitung der Niederlassung Duisburg.
Durch diese Maßnahmen sollen sowohl die energetischen Ansprüche erfüllt als auch das Erscheinungsbild sowie wichtige bauzeitliche Elemente des historischen Gebäudes erhalten bleiben. Dazu zählt ein Teil der technisch eindrucksvollen Kastenfenster, mit denen bereits zur damaligen Bauzeit (1937) Energieeinsparungen erzielt wurden. Kastenfenster bestehen aus zwei Fensterebenen mit einem Luftzwischenraum, der wie eine zusätzliche Dämmung wirkt und dadurch Wärmeverluste reduziert. Die Sanierung im Denkmalschutz erfordert eine enge Absprache mit allen Beteiligten, darunter die Bezirksregierung Düsseldorf, der Landschaftsverband Rheinland und die Staatsanwaltschaft als Nutzerin. Ein weiterer energetischer Beitrag wird durch eine Wärmepumpen-Anlage erbracht, welche das denkmalgeschützte Gebäude mit Wärme versorgt. Zusätzlich wird das Dach gedämmt und neu eingedeckt. Um es noch mit einer Photovoltaik-Anlage auszustatten, wird es ergänzend verstärkt.
Herausforderungen im Betrieb
Das Gebäude aus dem Jahr 1937 wurde 2023 unter Denkmalschutz gestellt, worauf die bereits in Planung befindlichen Maßnahmen an die neuen Anforderungen angepasst werden mussten. Da die Planungen des BLB NRW den Erhalt des Erscheinungsbilds bereits weitreichend berücksichtigt hatten, konnten die erforderlich gewordenen Abstimmungen mit dem Denkmalschutz von beiden Seiten konstruktiv bis zur Genehmigungsreife geführt werden. Als besonders anspruchsvoll erweist sich die Sanierung im laufenden Betrieb. Dies erfordert von den Beschäftigten ein hohes Maß an Flexibilität durch temporäre Raumwechsel oder Arbeiten aus dem Homeoffice. Durch stetige Abstimmungen mit der Staatsanwaltschaft wird der BLB NRW die Arbeiten nutzerfreundlich gestalten, sodass der Dienstbetrieb aufrechterhalten bleibt.
Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an:
Natascha Radtke