Neue Kita für 85 Kinder nimmt Form an
Richtfest an der RUB
Die Kinder der Kita Lennershof sind akuell noch in ihrem alten Gebäude. Zum Richtfest ihrer neuen Kita hatten sie viele Bilder gemalt - unter anderem dieses, das die Baustelle zeigt.
Der nachhaltige Ersatzneubau in Holzmodulbauweise setzt unter anderem mit dem energetischen Standard „Effizienzgebäude 40“ Maßstäbe für umweltgerechtes und zukunftsfähiges Bauen im Land. Bauherr ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW), betrieben wird die Kindertagesstätte künftig vom Akademischen Förderungswerk (AKAFÖ).
Hohe energetische Standards und nachhaltige Architektur
Der zweigeschossige Neubau umfasst eine Gesamtfläche von rund 1.360 Quadratmetern. Das Gebäude wird als zertifiziertes Familienzentrum betrieben. Architektonisch und ökologisch überzeugt der Entwurf durch eine Holzmodulbauweise mit kombinierten Holzvorhang- und Putzfassaden sowie langlebigen Aluminiumfenstern und -türen.
Das Flachdach ist als extensives Retentionsdach gestaltet. Diese besondere Form des Gründachs kombiniert zwei nachhaltige Funktionen miteinander: Begrünung und Wasserspeicherung. Das Dach hält Regenwasser für die Bewässerung in Trockenperioden zurück und schützt so das Mikroklima. Zusätzlich wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert, die pro Jahr rund 40.000 Kilowattstunden klimafreundlichen Strom erzeugt. Mit dieser Menge könnte eine typische Hörspielbox für Kinder mindestens 900 Jahre lang ununterbrochen Tag und Nacht laufen. Durch diese Maßnahmen erreicht das Gebäude den anspruchsvollen energetischen Standard „Effizienzgebäude 40“.
„Mit diesem Ersatzneubau schaffen wir nicht nur eine zeitgemäße und sichere Betreuungsumgebung für viele Kinder, sondern setzen zeitgleich die Nachhaltigkeitsziele des Landes Nordrhein-Westfalen konsequent um. Die Kombination aus ressourcenschonender Holzmodulbauweise und hoher Energieeffizienz zeigt, wie moderne öffentliche Infrastruktur heute gestaltet werden muss“, sagte BLB NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems beim Richtfest.
Nachhaltige Infrastruktur und naturnahes Außengelände
Auch das Umfeld der Kita wird umfassend neugestaltet: Der Außenbereich erhält einen rund 1.200 Quadratmeter großen, komplett eingezäunten Bereich mit vielfältigen Bewegungs- und Spielangeboten. Die Erschließung erfolgt über eine neu errichtete Zufahrtsstraße mit 16 PKW-Stellplätzen. Um nachhaltige Mobilität zu fördern, werden fünf Stellplätze mit Leitungsinfrastruktur für E-Mobilität ausgestattet und zehn Fahrradstellplätze geschaffen.
„Die Kita wird weit mehr sein als ein neues Gebäude auf dem Campus. Sie wird ein Stück gelebte Gemeinschaft sein. Bis hierher war es ein Weg mit vielen Planungen, Abstimmungen und Entscheidungen. Umso schöner ist es, heute hier zu stehen und zu sehen: Es wird konkret. Das Gebäude nimmt Gestalt an“, sagte Dr. Robert Grosche, Ständiger Vertreter des Kanzlers für den Bereich Bau- und Gebäudemanagement an der RUB.
Notwendiger Ersatzneubau nach gründlicher Standortanalyse
Die bestehende Kindertagesstätte der RUB an der Lennershofstraße stammt aus dem Jahr 1973. Da eine Instandsetzung oder Sanierung des Altgebäudes weder wirtschaftlich noch funktional praktikabel war, fiel die Entscheidung für einen Ersatzneubau auf dem nordwestlichen Teil des landeseigenen Grundstücks. In einer umfassenden Standortanalyse im direkten Umfeld erwies sich das gewählte Baufeld als optimal. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe des Altstandortes, erfordert keinen Grunderwerb und sichert die gewohnte Erreichbarkeit für Eltern. Die Planung erfolgte durch ein spezialisiertes Fachprojektteam des BLB NRW in enger Abstimmung mit dem künftigen Betreiber AKAFÖ, der RUB sowie der Stadtverwaltung Bochum.
„Wir freuen uns sehr, mit dem Neubau der Kita Lennershof ein modernes und zukunftsfähiges Betreuungsangebot am Hochschulstandort zu schaffen. Künftig finden hier 85 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren einen Ort zum Spielen und Wachsen. Damit stärken wir die familienfreundliche Infrastruktur am Campus und leisten einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf“, betonte der AKAFÖ-Geschäftsführer Frank Weeke.
Bilder
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