RWTH Ersatzneubau Georessourcen

Künstlerische Gestaltung

Aachen | Niederlassung Aachen

Durch die Hochschulstandortentwicklungsplanung der RWTH Aachen (HSEP) wird festgelegt, dass für die Fachgruppen Georessourcen (GuG – Fachgruppe Geowissenschaften und Geographie; FRE - Fachgruppe Rohstoffe und Entsorgungstechnik) ein Ersatzneubau auf der Parkspange des Campus Melaten zu errichten ist. Der Neubau soll sich in verschiedene Institutsteile und einen zentralen Bereich untergliedern und weitere institutsübergreifende Nutzungen untergebracht werden.

Aufgabe

Gegenstand des Wettbewerbs ist ein Kunstwerk für den Ersatzneubau Georessourcen. Der/Die Künstler/in hat die Wahl ein Kunstwerk zu erstellen. Dabei sind die in der Ausschreibung aufgeführten Bereiche zu berücksichtigen. Die Ausarbeitung soll sich inhaltlich und gestalterisch an die Vorgaben orientieren. Durch die künstlerische Gestaltung dürfen keine zusätzlichen oder besonderen Wartungs- und Unterhaltsaufwendungen hervorgerufen werden.

Auf einen Blick

  • Teilnahmeberechtigte
    • Zweistufiger offener Wettbewerb
  • Abgeschlossen seit dem
    10.12.2025
Ersatzneubau

Das bauliche Konzept sieht ein großes, kompaktes Hauptgebäude vor an dem im Erdgeschoss das Technikum angebunden ist. Der gesamte Bau wird unterkellert und umfasst fünf Vollgeschosse: EG – 4.OG. Darüber befindet sich ein auf das Dach geführter zurückspringender Kern, der die Erschließung der dort aufgestellten technischen Geräte ermöglicht. Hauptgebäude und Technikum setzen sich in der Fassade voneinander ab. So erhält das Hauptgebäude eine vorgehängte Keramikfassade mit durchgehendem Fensterband und das Technikum eine vorgehängte Blechfassade mit Rankseilen für eine vertikale Begrünung.

Vorhandene "Kunst und Bau"-Objekte im Umfeld

In der direkten Umgebung des geplanten Ersatzneubaus befinden sich bereits drei Kunstwerke:

  • „Pocesses“, Künstler Jan Hoeft, Gebäude CARL, RWTH Aachen (Campus Melaten)

    Am Forschungszentrum CARL wurden „Kunst und Bau“-Objekte angebracht. Eine unabhängige Jury aus Vertretern der Hochschule, der Architekten, des BLB NRW und Kunstexperten aus NRW kürten im Wettbewerb die Arbeit „Processes“ des in Köln lebenden Künstlers Jan Hoeft zum Sieger.

  • „Netzwerke des Wissens“, Künstlerin Annette Sauermann, Gebäude Fraunhofer-Institute ILT und IPT (Campus Melaten)

    Auf zwei rund 156 m² großen Glasflächen gestaltete Annette Sauermann die beiden Netzwerkzeichnungen, die anhand eines Systems aus LED- Modulen animiert werden und sich stetig verändern. Im Auge des Betrachters schafft die »Kunst am Bau« ein pulsierendes und lebendiges Bild aus Licht, Farbe und Form, das einerseits an Laserstrahlen und an die Bewegungen von Abtrag- und Schleifprozessen erinnert, andererseits einem neuronalen Netzwerk gleicht.

  • „Flossies“, Künstlerin rosalie, Gebäude Erweiterung Institut für Kunststoffverarbeitung IKV (Campus Melaten)

    Rosalie ist mit ihren Projekten in der zeitgenössischen Bildkunst, Lichtkunst sowie mit ihren Theater- und Bühnenbildprojekten international präsent. Diese poppigen Kletterer der Objektkünstlerin Rosalie erklimmen das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen am Seffenter Weg. Die Künstlerin Rosalie ist unter anderem auch Malerin, Bühnenbildnerin und Professorin für Gestaltung an der Hochschule Offenbach.

1. Platz: Jahrhundertprojekt Abbau von Peter Sandhaus

Mit seinem Entwurf "Jahrhundertprojekt Abbau" konnte Peter Sandhaus die Jury überzeugen. Seine Arbeit wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet. In der Würdigung der Jury heißt es dazu: "Wir haben uns für das auf den ersten Blick minimal wirkende 'Jahrhundertprojekt Abbau' entschieden. Uns begeistert, wie der Luftraum des Atriums durch die Kette aus Gold Nuggets durchschnitten wird, und dabei die Etagen miteinander verbindet. Die glänzende, ästhetische Oberfläche der vielen kleinen Objekte zieht den Blick auf sich. Über 100 Jahre hinweg wird der Kette jährlich ein Nugget entnommen und von den Instituten und Fachgruppen als Ideenpreis vergeben. Das genau Format entwickeln sie in einem Workshop mit dem Künstler." Besonders die Einbindung der Nutzer des Gebäudes, überzeugte das Preisgericht: "Wir sind begeistert vom partizipativen Aspekt des Projektes das durch die Hochschulgemeinschaft aktiviert wird. Außergewöhnlich finden wir die Idee, den Prozess des Kunstwerks auf 100 Jahre auszurichten, die Unüberschaubarkeit von globalen Prozessen und gleichzeitig die Endlichkeit vorhandener Rohstoffe zu thematisieren."

Plätze 1 bis 4 (inkl. Belobigung)

Jahrhundertprojekt Abbau 

eingereicht von:
Peter Sandhaus

Radiolaria

eingereicht von
Heinke Haberland

Infinitum Captum

eingereicht von
Petko Nikolaev Stoevski

Data Fossils

eingereicht von
Yelta Köm

Form und Funktion

eingereicht von
Martin Sulzer

Begründungen zu den weiteren Plätzen

Auf dem 2. Platz sah das Preisgericht den Entwurf "Radiolaria" von Heinke Haberland. Im Jury-Urteil heißt es dazu unter anderem: "Der Titel und das Motiv der Radiolarien – kleinste, hochstrukturierte Organismen, die über ihre silikatischen Skelette in geologische Prozesse und Sedimente eingeschrieben sind – schaffen eine selten überzeugende Brücke zwischen Biologie, Geowissenschaften, Materialität und Zeit. Genau in dieser Verbindung lag aus Sicht der Jury die besondere Stärke des Beitrags: Er bietet eine gemeinsame Erzählung, unter der sich die unterschiedlichen Institute der Fakultät gleichermaßen wiederfinden können – von den prozess- und materialorientierten Disziplinen bis hin zu den stärkeren System- und Datengetriebenen Perspektiven."

Auf Platz 3 kam der Entwurf "Infinitum Captum" von Petko Nikolaev Stoevski. Dazu wurde von der Jury ausgeführt: "Die Skulptur behauptet sich nicht nur als visuelles Zeichen, sondern bietet sich in ihrer Formgebung beiläufig auch als Handlauf an. Diese Ambivalenz zwischen künstlerischer Setzung und funktionalem „Ding“ verankert die Arbeit auf sympathische Weise im Alltag der Nutzenden."

Den 4. Platz vergab das Preisgereicht an die den Entwurf "Data Fossils" von Yelta Köm. Die Jury schrieb dazu: “In Anlehnung an fossile Bohrkerne überzeugte hier der Gedanke und die gestalterische Umsetzung einer Kunstinstallation zwischen den Helix-Treppenläufen im Atrium des Gebäudes in Form von drei nahezu fünf Meter hohen transparenten Epoxidharzkörpern. Sie umschließen elektronische Abfälle, wie Netzteile, Platinen, Kupferspulen etc., und symbolisieren bzw. spiegeln gleichermaßen als 'Bohrkerne der Zukunft' lesbare Schichten unseres heutigen Umgangs mit den immer knapper werdenden Ressourcen der Erde.”

Der Entwurf "Form und Funktion" von Martin Sulzer erhielt durch die Jury eine lobende Erwähnung: “Wir finden den Grundgedanken des Entwurfs Form und Funktion beeindruckend. Wie ein erhabenes Segel soll eine Edelstahlskulptur im obersten Stockwerk des Atriums hängen. Die durch das Glasdach einfallende Sonne wird von der Skulptur reflektiert und erzeugt so faszinierende Lichtreflexe im Gebäude.”

Weitere Einreichungen

in alphabetischer Reihenfolge

Haus der Erde

eingereicht von:
Willem Beeren / Paul Petry

Open Stone

eingereicht von:
Alexander Clauß

SUSPENDED SPACE ORBS

eingereicht von:
Valeska Peschke

Sprache der Erde

eingereicht von:
Luidmila Sotnikova

Layers

eingereicht von:
Maria Vill / David Mannstein

Jurysitzung

Das Preisgericht tagte am 10. Dezember 2025 in der Aachener Niederlassung.

Jurysitzung

Das Preisgericht tagte am 10. Dezember 2025 in der Aachener Niederlassung.

  • Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Museumsdirektorin BEGAS HAUS
  • Tim Berresheim, Künstler
  • Jan Hoeft, Künstler
  • Ute Willems, Niederlassungsleiterin BLB NRW NL Aachen
  • Jan H. Eicker, Projektkoordinator RWTH Aachen University
  • Philip Rios, M.A. Architekt, Nickl Architekten Deutschland GmbH
     
  • Sebastian Theves, Abteilungsleiter BM, BLB NRW NL Aachen
  • Tuba Igneci, Kfm Projektverantwortliche BLB NRW NL Aachen (Vorprüfung)
  • Katrin Odinius, Kunst und Bau BLB NRW NL Aachen (Vorprüfung)
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