Neubau der Sozialtherapeutischen Anstalt NRW

Künstlerische Gestaltung

Münster

Die Sozialtherapeutische Anstalt NRW (SothA) ist eine von sechs selbstständigen sozialtherapeutischen Einrichtungen in der Bundesrepublik. Die SothA ist zuständig für Insassen, die ihre Straftaten aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung verübt haben. Dies sind insbesondere Dissozialität, Borderline-Störung, Narzissmus und sexuelle Devianzen. Behandelt werden Strafgefangene und Sicherungsverwahrte.

Aufgabe

Mit Fertigstellung der Sotha NRW wurden mehrere Freistundenhöfe angelegt. Als Freistundenhof wird der Bereich genannt, der den Insassen die Möglichkeit bietet einen Teil Ihrer Freizeit, für eine festgesetzte Zeit, an der frischen Luft zu verbringen.

Neben dem Laufweg sind Anpflanzungen auf dem Areal zu finden. Der angelegte Laufweg soll erhalten bleiben, die Bepflanzung könnte zu Gunsten eines Kunstwerkes entfallen oder geändert werden. Idee für den Wettbewerbsinhalt ist ein Brunnen (Springbrunnen, Wasserspiel) der mit einem geschlossenen Wassersystem versorgt werden kann.

Das künstlerische Medium ist freigestellt.
 

Auf einen Blick

  • Teilnahmeberechtigte
    • Beschränkten Wettbewerb: Vier Künstlerinnen und Künstler
  • Abgeschlossen seit dem
    17.06.2026
Funktion und Nutzung des Gebäudes

Die Sozialtherapeutische Anstalt NRW (SothA) ist eine von sechs selbstständigen sozialtherapeutischen Einrichtungen in der Bundesrepublik.

Da die SothA Gelsenkirchen baulich abgängig, also nicht sanierungsfähig war, hat Nordrhein-Westfalen als einziges Bundesland die Entscheidung getroffen, eine neue Anstalt zu errichten. Dies geschah auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Bochum (JVA). Im Jahre 2020 erfolgte der Umzug von Gelsenkirchen nach Bochum. Gemeinsam teilen sich auf dem Gelände die zwei Anstalten Pforte und Parkhaus. Die SothA kann bei Bedarf die Turnhalle der JVA nutzen. Außerdem bekocht die JVA die Insassen der SothA. Ansonsten sind beide Vollzugseinrichtungen strikt voneinander getrennt. Die Insassen arbeiten nicht miteinander oder verbringen gemeinsam ihre Freizeit.

Wettbewerbsbereich

Mit Fertigstellung der Sotha NRW wurden mehrere Freistundenhöfe angelegt. Als
Freistundenhof wird der Bereich genannt, der den Insassen die Möglichkeit bietet einen Teil Ihrer Freizeit, für eine festgesetzte Zeit, an der frischen Luft zu verbringen.

Neben dem Laufweg sind Anpflanzungen auf dem Areal zu finden. Der angelegte Laufweg soll erhalten bleiben, die Bepflanzung könnte zu Gunsten eines Kunstwerkes entfallen oder geändert werden. Um einen ausreichenden Abstand zu den Gebäuden etc. zu gewährleisten wird eine Platzierung innerhalb des Laufweges (größerer Kreis) in Richtung Zaun zur Zeit favorisiert.

Idee für den Wettbewerbsinhalt ist ein Brunnen (Springbrunnen, Wasserspiel) der mit einem geschlossenen Wassersystem versorgt werden kann. Wenn möglich, soll das Kunstwerk ohne Stromanschluss realisiert werden, die Stromversorgung erfolgt dann über ein autarkes System (z.B. Solar). Die Kunst darf weder die Barrierefreiheit und die Fluchtwege noch den Brandschutz und die Brandsicherheit beeinträchtigen.

Einreichungen und Platzierungen

ohne Titel (Runde Wasserbecken)

Die Anordnung der Becken erfolgt bewusst verteilt im Hof, sodass ein begehbares Ensemble entsteht, das sich in die Umgebung integriert und zugleich als eigenständige künstlerische Setzung erfahrbar wird.

Die Kreisform der Becken steht weiterhin sinnbildlich für Geschlossenheit, Kontinuität und Gleichwertigkeit. Durch die Variation der Durchmesser entsteht ein spannungsreiches Gefüge, das sowohl Ordnung als auch Lebendigkeit vermittelt. Die unterschiedliche Größe der Elemente kann als Metapher für Individualität innerhalb eines gemeinsamen Systems gelesen werden.

Wetterspiegel

Der Wetterspiegel ist eine raue Sandsteinstruktur, in die drei kreisrunde Vertiefungen gearbeitet sind. Diese Steinformation bietet dem Wasser Oberfläche und Volumen. Ohne Technik. Ganz einfach.

Unterschiedliche Regenereignisse, Häufigkeiten von Regen und auch Zustände von Trockenheit werden, in Abhängigkeit von Temperatur, Sonneneinstrahlung und Wind, im Wetterspiegel sichtbar. Und das in stetiger Verwandlung der Reflexionen, Schattierungen und der drei kreisrunden Wasserspiegel, die je nach Regenereignis im Wetterspiegel für unterschiedliche lange Zeiträume erscheinen.

SoThA Park

Im Mittelpunkt dieser Vision steht die Idee von Natur als aktiver Akteur innerhalb des Kunstwerks. Anstatt lediglich als dekorativer Hintergrund zu dienen, wird Natur als dynamische Kraft verstanden, die menschliche Erfahrungen tiefgreifend beeinflusst. Sie besitzt die Fähigkeit zu beruhigen, zu heilen und zu transformieren. In diesem Kontext wird Natur zu einer Lehrerin, die Geduld und Fürsorge vermittelt; zu einem Ruhepol, der Entlastung von den psychischen Belastungen der Haft bietet; und zu einem Spiegel, der innere emotionale Zustände und Veränderungsprozesse reflektiert.

Letztlich versteht dieser Vorschlag die Gefängnislandschaft als ein lebendiges, sich entwickelndes System — ein System, das Transformation ermöglicht, anstatt lediglich Einschluss zu organisieren.

Aus der Begründung der Jury

Zu der Arbeit von Erika Hocke heißt es in der Begrüdung der Jury unter anderem: "Die künstlerische Gestaltung reagiert auf die runden Formen der betonierten Wegführung und bricht zugleich die Monotonie des Ortes auf, indem sie unterschiedliche Größen und Farben einführt. Die Gesamtheit der im Hof verteilten Wasserbecken lässt sich erst ermessen, wenn man sich durch den Hof bewegt, da die versenkten Becken aus der Entfernung nicht sichtbar sind. Der Freistundenhof wird dadurch zu einem dynamischen Erlebnisraum."

Zum Entwurf „Wetterspiegel“ des künstlerischen Planungsbüros Sowatorini heißt es: "Durch die natürlichen Prozesse von Niederschlag und Verdunstung entstehen temporäre Wasserflächen, die sich je nach Wetterlage vergrößern oder verkleinern. Trotz ihrer Veränderlichkeit bleiben sie durch ihre kreisrunde Einfassung als prägende Gestaltungselemente des Gesamtentwurfs erkennbar. Besonders hervorzuheben ist, dass das Wettergeschehen selbst zum formgebenden Bestandteil der Arbeit wird."

Der Entwurf der Künstlerin Apolonija Šušteršič bezieht die Insassen deutlich mit ein. Dazu schreibt die Jury: "Die Zielsetzung ist die Möglichkeit, Naturerfahrung auch im Gefängnisalltag zu ermöglichen und den therapeutischen Nutzen des Aufenthalts in der Natur zu nutzen. Die Gefängnisinsassen werden in diesem Sinne nicht nur in Workshops angeleitet, die Veränderung der Bepflanzung vorzunehmen und Wissen über die Pflanzen, ihre Herkunft und ihre Bedeutung zu erlangen, sondern sie sieht zugleich vor, die vorgeschlagenen Möbel und das Bienenhaus in gemeinsamen künstlerischen Workshops gemeinsam mit den Gefangenen final zu entwerfen und zu bauen."

Jurysitzung

Das Preisgericht tagte am 17. Juni 2026 im Konferenzraum der Sozialtherapeutische Anstalt NRW in Bochum.

Jurysitzung

Das Preisgericht tagte am 17. Juni 2026 im Konferenzraum der Sozialtherapeutische Anstalt NRW in Bochum.

Fachpreisgericht

  • Dr. Falk Wolf (Kunstsammlung NRW)
  • Britta Peters (Kultur Ruhr GmbH, Künstlerische Leitung Urbane Künste Ruhr)
  • Julia Höner (Kunstmuseum Gelsenkirchen, Direktorin)


Sachpreisgericht

  • Gabriele Willems (BLB NRW, Geschäftsführung)
  • Marek Świtkiewicz (Sozialtherapeutische Anstalt NRW, Anstaltsleitung)
  • Claudia Ritter (agn, Architektin)
  • Katrin Odinius (Kunst und Bau BLB NRW, NL Aachen)


TeilnehmerInnen ohne Stimmrecht

  • Frau Brinkforth (Sozialtherapeutische Anstalt NRW, AvD)
  • eine Person der Insassen-Vertretung
  • Heike Blohm-Schröder (BLB NRW, Leitung Geschäftsbereich Baumanagement)
  • Anne Lehmkuhl (BLB NRW NL Münster, ständige Stellv. Abteilungsleitung Baumanagement Verwaltungsvermögen und Sonderliegenschaften)


Vorprüfung

  • Doris Müller (BLB NRW NL Münster)
  • Manuel Berger (Sozialtherapeutische Anstalt NRW, Verwaltung)
  • Sebastian Beyer (BLB NRW NL Dortmund)
     
Stellenangebote
Nach oben