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Polizei & Inneres

Polizeipräsidium in Mönchengladbach hat Vorbildcharakter

Das neue Präsidium ist das erste Polizeigebäude in der Stadt, das nicht zuvor einem anderen Zweck gedient hat. Ein Spitzengebäude, das speziell für die Polizei-Bedürfnisse geplant wurde – und fortan als Blaupause für Kernsanierungen und Neubauten von Polizeipräsidien in Nordrhein-Westfalen dient.

Infokasten

  • Brutto-Grundfläche (BGF): 22.442 m²
  • Stellplätze: 441 Stück
  • Genehmigte Investitionskosten: ca. 72 Mio. €
  • Arbeitsplätze für Polizeibeamte: ca. 760

Bereits Mitte der 1970er Jahre wurden erste Überlegungen für ein neues Polizeipräsidium in Mönchengladbach laut. Dementsprechend ist mit der Schlüsselübergabe im Juli 2018 für die Beamtinnen und Beamten ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. An der Krefelder Straße 555 im Stadtteil Neuwerk finden heute rund 760 Polizeibedienstete moderne und funktionale Arbeitsplätze vor. Auch dieser Wunsch geht also für die Beamtinnen und Beamten in Erfüllung: Ein Gebäude, das speziell für ihre Bedürfnisse geplant wurde.

Im April 2014 war das Bauprojekt gestartet, für das insgesamt rund 72 Millionen investiert wurden. Die rund 23.400 Quadratmetern Brutto-Grundfläche sind dabei natürlich nicht nur Arbeitsplatz für Polizeibedienstete, sondern auch zentrale Anlaufstelle für die Bürger der Stadt Mönchengladbach. Entsprechend musste die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche, auf der das neue Präsidium steht, auch infrastrukturell erschlossen und verkehrstechnisch angebunden werden. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW hat deshalb eine neue Straße mit Ampelkreuzung, Geh- und Radwege, Bushaltestellen sowie neue Abbiegespuren für die B57(Krefelder Straße) und die L390(Dammer Straße) geschaffen.

Der Präsidiumsbau überzeugt durch eine klare Gliederung

Der fünfgeschossige, 160 Meter lange Neubau weist eine klare Gliederung auf. Eine teilflächige blaue Glasfassade ziert das Logo und lässt es nach Lichteinstrahlung besonders erstrahlen. Zur Krefelder Straße hin liegt der barrierefreie Haupteingang. Einige Meter links neben dem Hauptportal gibt das gläserne Treppenhaus einen freien Blick auf den großen Innenhof – auch eine öffentliche Kantine mit rund 220 Plätzen findet dort Platz. Seitlich und hinter dem Gebäude stehen insgesamt 441 Parkplätze zur Verfügung.

© fps, Foto: Anja Steinbach
Am Haupteingang des neuen Polizeipräsidiums blickt man durch eine großflächige Fensterfront direkt in den modern gestalteten Eingangsbereich.
© Polizei Mönchengladbach
Eine zum Teil blaue Glasfassade ist der besondere Hingucker des Präsidiums. Sie zeigt das Logo der nordrhein-westfälischen Polizei.
© Polizei Mönchengladbach
Die einzelnen Gebäudeabschnitte des Mönchengladbacher Polizeipräsidiums werden durch Treppenhäuser verbunden, die aufgrund einer durchgängigen Glasverkleidung viel Licht in das Gebäude lassen.
© fps, Foto: Anja Steinbach
Der geräumige Innenhof bietet den Polizistinnen und Polizisten die Möglichkeit, draußen zu essen und ihre Pause an der frischen Luft zu verbringen.
© fps, Foto: Anja Steinbach
Die lichtdurchflutete Kantine des Polizeipräsidiums Mönchengladbach ist ganz modern in schwarz-weiß gehalten.
© BLB NRW
760 Polizeibeamtinnen und -beamte finden in dem neuen Präsidium in Neuwerk moderne Arbeitsplätze vor.
© Polizei Mönchengladbach
Die Luftaufnahme des Präsidiums ermöglicht einen Blick auf den gesamten Gebäudekomplex.
Verschiedene Organisationseinheiten unter einem Dach

Mit Ausnahme der Polizeiwache im Stadtteil Rheydt, der Bezirksdienststellen und der Bürgeranlaufstelle am Alten Markt wurden alle Organisationseinheiten am neuen Standort zusammengeführt. Auch der Polizeipräsident selbst wird seinen Sitz in der neuen Dienststelle haben. Außerdem wurde noch Raum für den Führungs- und Lagedienst der Leitstelle, die eigentliche Polizeiwache Mönchengladbach und den Polizeigewahrsam geschaffen. Die kriminaltechnische Untersuchung (KTU), die Fortbildungsstelle, der polizeiärztliche Dienst, die Diensthundeführerstaffel finden ebenfalls Platz im Neubau Platz.

Nach schwerem Start zum Vorzeige-Projekt

So stolz der Projektverantwortliche Peter Riedel heute auf „sein“ Polizeipräsidium ist – zwischendurch brauchte er gute Nerven. Und auch die Polizei musste sich in Geduld üben. Denn ein gutes Jahr nach Baubeginn legte ein unterlegener Bieter eine Beschwerde gegen eine Auftragsvergabe ein. Das Projekt kam zum Erliegen, denn während der laufenden Prüfung durch die Vergabekammer darf ein Auftrag nicht anderweitig vergeben werden. Und diese Prüfung dauerte in diesem Fall viel länger als üblich und vorgesehen.

Das Problem: Die Reihenfolge der Arbeiten auf einer Baustelle kann immer nur bis zu einem gewissen Grad verändert werden, weil alle Gewerke voneinander abhängig sind. So bremste das Prüfungsverfahren unter anderem die Gewerke Trockenbau, Wasser- und Abwasseranlagen, lüftungstechnische Anlagen, Niederspannungsanlagen, Gebäudeautomation, Medienversorgung, Türen und Fenster sowie Dämm- und Brandschutzarbeiten aus. Als Konsequenz mussten auch die Ausschreibungen für Folgegewerke wie Schreiner-, Maler-, Oberböden- und Fliesenarbeiten verschoben werden. „Aber wir konnten viel wieder aufholen und auch den neu gesteckten Finanzrahmen einhalten“, blickt Peter Riedel, Projektverantwortlicher der Niederlassung Duisburg, trotz dieser Widrigkeiten zufrieden zurück.“

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich auch die Geschäftsführerin des BLB NRW, Gabriele Willems: „Das neue Polizeipräsidium wurde exakt auf die Ansprüche seiner zukünftigen Nutzer zugeschnitten und bietet nun bestmögliche Arbeitsbedingungen in einem vielseitigen und immer schwierigeren Aufgabenfeld.“ Und mit dieser Meinung stand sie nicht allein. Inzwischen wurde entschieden, dass das Mönchengladbacher Gebäude für die Bedarfsplanung bei zukünftigen Sanierungs- oder Neubauprojekten als Standard gelten soll.

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