Innovativer Holz-Hybridbau für die Mobilität von morgen

Neubau VIA RWTH Aachen

In direkter Nachbarschaft zum Bahnhof Aachen West entsteht ein Leuchtturmprojekt des nachhaltigen Bauens. Der Neubau für das Verkehrswissenschaftliche Institut (VIA) der RWTH Aachen vereint innovative Holzbaukunst mit modernster Gebäudetechnik.

Präzision aus dem Baukasten

Das neue Institutsgebäude ist ein Musterbeispiel für modernes Bauen mit System. Statt Stein auf Stein zu setzen, realisiert der BLB NRW hier einen fortschrittlichen Holz-Hybridbau. Das Besondere ist die Kombination zweier Bauweisen: Die große Versuchshalle besteht aus einer stabilen Holzrahmenkonstruktion, ähnlich einem modernen Fachwerk. Die angrenzenden Büro- und Seminarräume hingegen setzen sich aus 57 vorgefertigten Holzmodulen zusammen.

Diese Module wurden parallel zu den Fundamentarbeiten im Werk unter kontrollierten Bedingungen vorproduziert – inklusive technischer Ausstattung. Vor Ort mussten sie, einem Baukastensystem gleich, nur noch passgenau montiert werden. Diese Parallelität der Prozesse sorgt nicht nur für höchste Präzision, sondern verkürzt auch die Bauzeit erheblich und macht die Baustelle unabhängiger von der Witterung.

Nahaufnahme von einer bepflanzten Fassadenwand
© BLB NRW
Wie ein Garten - nur senkrecht

Detailansicht der Grünfassade des VIA

Grüne Hülle und intelligentes Wassermanagement

Nachhaltigkeit wird bei diesem Projekt auch nach außen hin sichtbar. Eine dreiseitig begrünte Fassade prägt das Erscheinungsbild des Neubaus. Die dafür genutzten Pflanzenpaneele wurden in Gewächshäusern speziell auf vertikales Wachstum trainiert und sorgen ganzjährig für ein lebendiges Erscheinungsbild.

Damit das Grün auch in heißen Sommern gedeiht, kommt ein ausgeklügeltes Regenwassermanagement zum Einsatz. Niederschläge werden in unterirdischen Zisternen und Rigolen gesammelt und zur automatischen Bewässerung der Fassade genutzt. Dies entlastet nicht nur die Kanalisation, sondern verbessert durch Verdunstungskühle auch das Mikroklima am Standort. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, deren Strom direkt vor Ort genutzt wird.

  • An einer Empöre hängt ein Transparent auf dem "Stapelfest" steht
    © BLB NRW
    Alternatives Richtfest

    “Stapelfest” nach Modulbauweise

  • Blick in einen Flur, von dem Zimmer abgehen: Alles wurde aus Holz gebaut
    © BLB NRW
    Innen wie Außen

    Alles Holz

  • Blick auf eine eingerüstete Fassade mit Grünpflanzen
    © BLB NRW
    Hier noch eingerüstet - später grün

    Die vertikal bepflanzte Grünfassade des VIA in Aachen 

Raum für die Verkehrssysteme der Zukunft

Inhaltlich dreht sich im neuen VIA alles um die Mobilität von morgen. Herzstück des Neubaus wird die Eisenbahntechnische Lehr- und Versuchsanlage (ELVA) – eine detailgetreue „Modelleisenbahn“ von beeindruckenden Ausmaßen. Hier können künftige Ingenieurinnen und Ingenieure reale Abläufe der Bahnsteuerung und Signaltechnik praxisnah simulieren und erforschen.

„Die Kombination aus Holzrahmen- und Holzmodulbauweise, hoher Vorfertigung, Photovoltaik und begrünter Fassade steht für nachhaltiges Bauen und unseren Anspruch, Forschungs- und Lehrgebäude zu schaffen, die funktional, effizient und zukunftsfähig sind“, betont Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW.

Ergebnis: Effizient, grün und zukunftsweisend

Mit dem Neubau erhält die RWTH Aachen nicht nur dringend benötigten Raum für Forschung und Lehre, sondern ein Gebäude, das seine eigene Nachhaltigkeitsstrategie baulich manifestiert. Der Holz-Hybridbau bindet langfristig CO₂ und schafft durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe eine moderne Arbeitsatmosphäre. Das VIA wird so zu einem Ort, an dem innovative Bauweise und zukunftsweisende Verkehrsforschung perfekt ineinandergreifen.

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