Das neue Landesarchiv ist bereits ein Wahrzeichen für Duisburg

Wie eine rote Welle schlängelt sich das neue Hauptgebäude des Landesarchiv Duisburg mit seinem beeindruckenden Baustil entlang des Innenhafens. Den knapp 207 Meter langen Hingucker-Bau hat der BLB NRW innerhalb von drei Jahren errichtet. Damit hat er 148 Kilometer Platz für Regale geschaffen. Das ist fast vier Mal länger, als die Uferlänge des Duisburger Hafens. Mit dem Neubau ist das Landesarchiv an einem Standort ansässig und nicht wie zuvor an Zweien. Neben Archiven bietet das jetzige Gebäude Platz für Werkstätten und Ausstellungen.

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Foto: krischerfotografie

Ob von der Autobahn oder aus dem Zugfenster: Das neue Hauptgebäude des Landesarchivs NRW (LAV) in Duisburg ist weithin sichtbar.

Eine außergewöhnliche Gebäudekomposition

Als Grundlage des neuen Gebäudekomplexes diente dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) ein altes Speichergebäude. Aus seiner Mitte ragt nun ein hellroter Klinkerturm 76 Meter empor. Auf  insgesamt knapp 207 Meter Länge bringt es diese Gebäudekomposition, die das neue LAV bildet. Zwei alte Hafenkräne vor dem Wellenbau bilden zusammen mit dem Speichergebäude den historischen Kern des neuen Bauwerks. Sie führen die industrielle Vorgeschichte des Geländes vor Augen. Der Entwurf für das Großprojekt stammt vom Architekturbüro Ortner & Ortner Berlin.

Ausreichend Platz auch für die Zukunft

Unter der neuen Anschrift in der Schifferstraße finden sich die Zentralen Dienste, der Fachbereich Grundsätze und das rheinische Archivgut, das zuvor auf die Standorte Brühl und Düsseldorf aufgeteilt war. Dabei ist das Gebäude so konzipiert, dass es auch auf lange Sicht ausreichend Platz für die stetig wachsende Menge an Archivalien bietet. Insgesamt können hier derzeit schon bis zu 148 Regalkilometer Archivgut aufgenommen werden. Das gesamte Landesarchiv-Gebäude umfasst eine Mietfläche von über 39.400 Quadratmetern. Ein Teil der Büroflächen ist augenblicklich noch anderweitig vermietet, da die Archivare die Gesamtfläche erst langfristig benötigen werden.
Die Archivalien werden derzeit im alten Speichergebäude, dem Turm und dem Untergeschoss der Welle gelagert. Diese Gebäudeteile sind bewusst nicht mit Fenstern ausgestattet. Beim Speichergebäude wurden sie extra zugemauert, damit die alten Materialien nicht durch Lichteinfall beschädigt werden. Der geschlängelte Neubau dagegen bietet auch Platz für Büros und Werkstätten, einen Ausstellungsraum sowie einen Lesesaal, in dem das Archivgut eingesehen werden kann. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über das Foyer an der Schnittstelle zwischen den beiden Gebäudeteilen.

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Platzsparende Rollregale | Foto: krischerfotografie
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Blick in das Foyer | Foto: krischerfotografie
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Platzsparende Rollregale | Foto: krischerfotografie

 


2013 ist das Landesarchiv eingezogen, 2014 wurde es eröffnet

Nachdem man Ende 2010 mit den Bauarbeiten beginnen konnte, hat der BLB NRW das Gebäude im Oktober 2013 an das Landesarchiv übergeben. Erst nach Erreichen der erforderlichen Klimawerte in den Magazinen konnte mit den aufwendigen Umzugsarbeiten begonnen werden. Anfang Mai 2014 wurde das neue Landesarchiv NRW in Duisburg offiziell eröffnet.
Auch nach der Übergabe des Archivkomplexes an den Nutzer gibt es für den BLB NRW noch etwas zu tun: Die Gestaltung des zur Straße hin gelegenen Vorplatzes z.B. wird im Frühjahr 2015 fertiggestellt. Auf der anderen Gebäudeseite wird der BLB NRW zudem noch die beiden alten Hafenkräne instand setzen, nachdem die Stadt Duisburg ihre Arbeiten an der Uferpromenade beendet hat.

Hohe Investitionssumme wird langfristig über Mieteinnahmen refinanziert

Der BLB NRW hat Gesamtprojektkosten von rund 190 Millionen Euro in den Bau des neuen Landesarchivs investiert. Darin enthalten sind auch rund eine Million Euro für die Instandsetzung der Kräne. Der BLB NRW refinanziert seine Ausgaben durch die jährlichen Mietzahlungen des Landesarchivs NRW. Dazu kommen Mietzahlungen von anderen Nutzern, die in Gebäudebereiche eingezogen sind, die das LAV erst zu einem späteren Zeitpunkt für die eigenen Zwecke brauchen wird. Da es sich beim Landesarchiv um einen Nutzer mit Spezialanforderungen handelt, der nun ein Gebäude mit für lange Zeit ausreichenden Kapazitäten bezogen hat, konnte bei der Kalkulation von einem vergleichsweise langfristigen Mietverhältnis für den Standort am Duisburger Innenhafen ausgegangen werden.
Ein erster Beschluss des BLB-Verwaltungsrates stammt aus dem Jahr 2008 und hatte Baukosten in Höhe von rund 140 Millionen Euro vorgesehen.

Kosten steigernde Faktoren

Die Kostensteigerung ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Nach der Genehmigung der ursprünglichen Summe hatten sich die genauen Anforderungen und bauseits zu erbringenden Leistungen durch die fortgeschriebene Planung weiter konkretisiert. Beispielhaft dafür seien genannt die Erhöhung des tatsächlichen Regalbedarfs (Mehrbedarf von 134 auf 148 km), die ursprünglich nicht einkalkulierten Ausbaukosten (Regalanlagen, Aktentransportanlage) sowie der höhere Ertüchtigungsaufwand des alten Speichergebäudes. Die Steigerung des Baupreisindexes, die korrespondierenden Steigerungen im Bereich Baunebenkosten und Bauzeitzinsen sowie eingetretene Risiken wie Hochwasser sowie die Beseitigung von Altlasten trugen weiter zur Kostensteigerung bei.
Die Mehrkosten beim LAV-Bau werden vom BLB NRW selbst getragen. Der Landeshaushalt bleibt davon unberührt.

Öffentliche Kritik und Aufarbeitung der Projektrealisierung

Bezüglich des LAV-Baus sah sich der BLB NRW teils heftiger öffentlicher Kritik ausgesetzt. Bemängelt wurde vor allem die Kostendifferenz gegenüber den im Zuge der ursprünglichen Projektentwicklung kalkulierten rund 30 Millionen Euro. Dabei handelte es sich jedoch um einen ersten Schätzwert für die reinen Baukosten – ohne Bauzeitzinsen und Projektrisiken – eines möglichen Neubaus auf einer grünen Wiese. Für die anspruchsvolle Realisierung des LAV-Baus im Duisburger Innenhafen wurden diese Zahlen beim BLB NRW zu keinem Zeitpunkt zugrunde gelegt.
Die tatsächlich entstandenen Mehrkosten beim Landesarchiv-Bau sind – neben anderen Themen – Gegenstand eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses im NRW-Landtag.
Offene Fragen gibt es auch rund um den Grundstückserwerb durch den BLB NRW. Ein privater Investor hatte vor dem BLB NRW das Grundstück von der Stadt Duisburg gekauft und dieses dann für einen deutlich höheren Preis an den BLB NRW weiterverkauft. In dieser Frage ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft Wuppertal.

 

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LAV

Weltweit hat Duisburg die größten Binnenhäfen. An einem der Ufer steht auch das Duisburger Landesarchiv mit seinem 76 Meter hohen Turm. Dieser hat keine Fenster, damit kein Licht das Archivgut beschädigt. Neben dieser Besonderheit fällt der Bau durch die rote, wellenförmige Fassade auf. Die Architektur ist einzigartig und machte das Mauerwerk schnell zum neuen Wahrzeichen der Stadt.

Zahlen und Fakten

  • Bauzeit: 3 Jahre
  • Regalkilometer: 148
  • Höhenmeter Klinkerturm: 78
  • Mietfläche: 39.400 m²
  • Gesamtprojektkosten: 190 Millionen Euro

Bildergalerien zum Landesarchiv

Durch einen Klick auf das Bild gelangen Sie zu einer Bildergalerie vom Landesarchiv NRW in Duisburg. Weiter unten finden Sie zudem weitere Bildergalerien zu den Bauarbeiten.

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