Presseinfo vom 09.12.2016

Klimaschutz in der Justiz: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Land- und Amtsgerichts Bonn im Fokus eines Forschungsprojektes

Mit wenig Aufwand zu großen Veränderungen - Energie einsparen am Arbeitsplatz

Das Wuppertal Institut startet mit der EBZ Business School - University of Applied Sciences im November 2016 das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt “CO2-Einsparungen durch nutzerzentrierte Energieeffizienzlösungen in Bürogebäuden (kurz: EE Office)”. Assoziierte Partner sind der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW sowie das Land- und Amtsgericht Bonn.

Die Beleuchtung der Räume, der Strom für Drucker und Computer, die Energie für die Beheizung: 16 Prozent des gesamten Energieverbrauches in Deutschlands fällt im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen an. Dabei werden allein 47 Prozent für Raumwärme benötigt. Achten die Bediensteten stärker auf energiesparsames Verhalten, kann Studien zufolge allein der Energieverbrauch in öffentlichen Gebäuden um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. So lassen sich sowohl CO2-Emissionen als auch die Kosten signifikant senken.

Ziel des Projekts EE Office ist es vor diesem Hintergrund, im Dialog mit den Bediensteten Lösungen für mehr Energieeffizienz zu entwickeln: praxisnah, leicht umsetzbar und in ihrem direkten Arbeitsumfeld. Mit dem Land- und Amtsgericht Bonn, das als Pilot für das Projekt ausgewählt wurde, wird so zum ersten Mal ein öffentliches Justizgebäude und dabei das reale Umfeld der Bediensteten in einen Forschungsprozess aktiv eingebunden.

Das Land- und Amtsgericht Bonn nimmt mit seiner Teilnahme eine Vorreiterrolle für Klimaschutz in der Justiz in NRW ein. Noch ist der Heizenergie- und Strombedarf dort überdurchschnittlich hoch, ebenso jedoch das Interesse der Bediensteten am Thema: Bereits zur Auftaktveranstaltung in den Räumen des Land- und Amtsgericht am 24. November hatten sich 69 von insgesamt 507 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Teilnahme bereit erklärt. Weitere haben sich auf der Veranstaltung zur Teilnahme entschieden. Damit wollen sich mehr als 10 Prozent der Belegschaft aktiv in das Projekt einbringen.

Um den Energieverbrauch im Land- und Amtsgericht zu senken und die Energieeffizienz zu steigern, werden die Expertinnen und Experten des Wuppertal Instituts sowie der EBZ Business School den Status Quo der Verbräuche in den Bürogebäuden des Land- und Amtsgericht messen, analysieren und in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Vorschläge für einfache, alltagstaugliche technische oder organisatorische Lösungen entwickeln. Im Mittelpunkt wird dabei das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen.

Das Projekt bietet den Teilnehmenden einen doppelten Mehrwert: Sie erfahren nicht nur, wie hoch Energieverbräuche in ihrem Büro im Vergleich zu anderen sind und erhalten kontinuierliches Feedback zum eigenen Umgang mit Energie. Von den Verhaltenstipps und den im Rahmen des Projekts entwickelten Maßnahmen können sie zudem auch im privaten Raum profitieren.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) als Eigentümer und das Land- und Amtsgericht als Nutzer der Liegenschaft wollen in enger Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut und der EBZ Business School ein Transferkonzept entwickeln und damit EE-Office als Basis für weitere Maßnahmen zur Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden der Landesverwaltung Nordrhein-Westfalens nutzen. Das Land- und Amtsgericht hat mit seinen 30.000 m2 eine stattliche Fläche! Insgesamt betreut der BLB NRW mit seinen Liegenschaften 10,5 Mio. m2 Verwaltungsgebäude - ein enormes Potenzial.

Langfristige Zielsetzung des vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW geförderten Projekts ist es, mit den gewonnenen Erkenntnissen und dem darauf aufbauenden Transferkonzept  einen signifikanten Beitrag für die Erreichung einer klimaneutralen Landesverwaltung zu leisten.

Pressesprecher Köln

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Frank Buch
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