Presseinfo vom 23.02.2015

Baubeginn für CBMS auf dem RWTH Aachen Campus

Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW errichtet neues Forschungsgebäude für das Cluster Biomedizintechnik. Bund und Land fördern die Entwicklung biohybrider Medizinsysteme an der RWTH.

Aachen. Mit dem symbolischen Ersten Spatenstich begannen am Montag (23. Februar 2015) auf dem Campus Melaten die Arbeiten zum Bau des Center for Biohybrid Medical Systems (CBMS). Der Neubau an der Forckenbeckstraße wird durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) als Bauherr errichtet. Die Gesamtinvestitionskosten in Höhe von rund 35 Millionen Euro tragen Bund und Land gemeinsam.

RWTH-Rektor Prof. Ernst Schmachtenberg, Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer, Dr. Klaus Feuerborn, Geschäftsführer der RWTH Aachen Campus GmbH, Prof. Thomas Schmitz-Rode, Leiter des Lehrstuhls für Angewandte Medizintechnik, und BLB-Niederlassungsleiter Jörg Munsch griffen anlässlich des Projektstarts gemeinsam zum Spaten. Jörg Munsch: „Der Neubau CBMS wird ein hervorragendes Arbeitsumfeld auf dem Gebiet biohybrider Medizinsysteme bieten. Auch von der räumlichen Nähe zum Klinikum und zu industriellen Partnern innerhalb des Clusters Biomedizintechnik werden die Wissenschaftler profitieren.“ Auf einer Nutzfläche von 3.800 Quadratmeter sind insgesamt drei Etagen für Systemlabore vorgesehen, in denen mobil gestaltete, miteinander interagierende Einheiten flexibel konfiguriert werden können. Die Planung stammt von der Aachener Carpus+Partner AG. Im Sommer 2017 soll das moderne Forschungsgebäude bezugsfertig sein.

Ziel des CBMS ist es, technische und biologische Bestandteile zu sogenannten biohybriden Medizinsystemen zusammenzuführen, diese zu produzieren und zu testen. Wo früher rein synthetische Implantate (z.B. Herzklappen, Gefäßprothesen und Gelenkersatz) oder Therapeutika (z.B. Chemotherapeutika) eingesetzt wurden, kann heutzutage die Körperreaktion spezifischer und auf natürlichere Weise gelenkt werden. Funktionalität und Verträglichkeit von Implantaten und Pharmazeutika können hierdurch verbessert werden. Im Vordergrund stehen hierbei sowohl biohybride Implantate des Herz-Kreislaufsystems und Unterstützungssysteme der Lunge als auch diagnostische und therapeutische Nanowirkstoffe für die personalisierte Therapie von Tumoren und entzündlichen Erkrankungen.

Damit dies gelingt, muss der Produktionsprozess von Beginn an mit berücksichtigt werden. Nicht nur neue Devices, sondern auch ein neues „Engineering“ bereits in der frühen Forschungsphase ist notwendig, damit aus der Vision möglichst schnell ein wirksames klinisches Verfahren entwickelt wird. Das neue Gebäude bietet dazu herausragende Möglichkeiten: Auf eigens dazu konzipierten „System-Laborflächen“ werden Komponenten zu ersten Produktionseinheiten zusammen gefügt, um die Machbarkeit der komplexen Medizinsysteme schon in ihrer Entstehung zu zeigen und sicherzustellen.

Pressesprecher Aachen

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Bernd Klass
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