Das Justizzentrum Bochum - ein nicht alltägliches Bauprojekt und seine Geschichte

Zur Pressemitteilung vom 31.08.2017: Justizzentrum Bochum – Das architektonische Highlight ist fast fertig

Justizzentrum Bochum

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Foto: Michael Rasche, Dortmund

Herbert Grönemeyer paukte einst hinter diesen historischen Mauern, auch Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb hier Diktate: Dort, wo der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) das Justizzentrum Bochum gebaut hat, stand seit den 1890er Jahren das Gymnasium am Ostring. Die Schule ist inzwischen mit der Albert-Einstein-Schule zusammengeschlossen und in einen vielbeachteten Neubau gezogen. Der alte, nicht mehr benötigte Schulbau hat Platz gemacht für das neue Justizzentrum. Doch die Mauern, hinter denen Grönemeyer, Lammert und viele Tausend Bochumer einst die Schulbank drückten, sind nicht ganz verschwunden: Die straßenseitigen Fassaden des Gymnasiums hat der BLB NRW erhalten und in den neuen Gebäudekomplex eingearbeitet.

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Foto: Michael Rasche, Dortmund

Neues Zuhause für Gerichte, Staatsanwaltschaft und Soziale Dienste

Im Justizzentrum, das aus mehreren miteinander verbundenen Gebäuden bestehen wird, ziehen Arbeitsgericht, Amtsgericht, Landgericht, Staatsanwaltschaft und Soziale Dienste (ehemals Bewährungshilfe) unter ein Dach. Bisher sind die Einrichtungen an verschiedenen Standorten in der Stadt verteilt. An ihrem neuen Arbeitsplatz erwarten die rund 750 Mitarbeiter (plus ca. 330 Referendare) daher kurze Dienstwege und deutliche Synergieeffekte bei der täglichen Arbeit: Es wird beispielsweise ein Saalmanagement eingerichtet, das für eine optimale Auslastung der Verhandlungsräume sorgt, die von allen drei Gerichten gemeinsam genutzt werden.

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Justizzentrum überzeugt mit Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit

Sich in dem Neubau zurechtzufinden und fortzubewegen wird auch Menschen mit körperlichen Behinderungen möglich sein. Das Justizzentrum ist ebenerdig zu erreichen und verfügt über zahlreiche Fahrstühle. Mit einer systematischen Beschilderung, einem Farbkonzept für die unterschiedlichen Gebäudebereiche sowie einem taktilen Bodenleitsystem bietet der barrierefreie Neubau allen Besuchern und Mitarbeitern gute Bedingungen.

Auch in Sachen Energieeffizienz wird das Justizzentrum moderne Standards aufweisen. Im Erdreich befinden sich Bohrpfähle aus Beton, die dem schwierigen Baugrund Rechnung tragen und für zusätzliche Stabilität sorgen. Einige davon sind sogenannte Energiepfähle, die mit Rohrleitungen bestückt sind, über die die Geothermie-Anlage die Erdwärme zur energiesparenden Heizung und Kühlung des Gebäudes nutzt.

Das neue Justizgebäude wird mit Möbeln ausgestattet, die von Gefangenen aus verschiedenen Justizvollzugsanstalten in NRW zuvor hergestellt wurden.

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Umzug an den Ostring bringt Bochum städtebaulich voran

Am Ende des Tages sind es zwei gute Neuigkeiten für Bochum: Mit dem Bau des Justizzentrums hat der BLB NRW am ehemaligen Nordbahnhof eine langjährige innerstädtische Brachfläche zu einem ansprechenden und wichtigen Ort im Bochumer Stadtleben entwickelt. Gleichzeitig zeichnen sich große Veränderungen auf dem alten Areal des Amts- und Landgerichts ab. Zusammen mit dem BLB NRW hat die Stadt Bochum 2013 ein Investorenauswahlverfahren ausgelobt. So ließen sich die städtischen Planungen für das Gelände realisieren: Ab 2017 wird hier und auf dem angrenzenden ehemaligen Telekom-Grundstück das Viktoria-Quartier entstehen, in dem sich vor allem Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister niederlassen werden.

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Sowohl das neue als auch das alte Areal betreffend gab es politische Auseinandersetzungen, während derer der BLB NRW das Projekt nicht immer wie geplant weiterentwickeln konnte. Bevor die Pläne für das Viktoria-Quartier konkretisiert wurden, gab es in der öffentlichen Debatte z.B. die Befürchtung, dass hier ein Mega-Einkaufszentrum entstehen und den angrenzenden Geschäften wirtschaftlich den Boden entziehen könnte. Auch der neue Standort bot Anlass zur Debatte. Durch eine Unterschriftenaktion wurde ein Bürgerentscheid herbeigeführt, der sein Ziel, den Abriss des alten Gymnasiums am Ostring zu verhindern, allerdings verfehlte. Die Planer des BLB NRW freuen sich, dass die Fassade des alten Gymnasiums erhalten werden konnte. So lebt das historische Erbe des Grundstücks im neuen Justizzentrum fort.

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Bauarbeiten dauerten von 2012 bis 2017

Begonnen hat der Bau des neuen Gebäudes für Staatsanwaltschaft, Gerichte und Soziale Dienste Ende 2012 mit dem Spatenstich. In 4 Jahren und 10 Monaten wurde das Justizzentrum verwirklicht und im September 2017 fertiggestellt. Angesichts der Unwägbarkeiten und der Komplexität des Projektes ein gutes Resultat, das das Projektteam des BLB NRW auch dank eines flexiblen Umgangs mit schwierigen Situationen und einer guten Zusammenarbeit mit der Justiz erreichen konnte. Denn bei dem ursprünglich mit 3,5 Jahren angesetzten Bauprojekt galt es, so manche Herausforderung zu meistern.

Vor allem Vergabebeschwerden durch Baufirmen führten bei dem Projekt zu Verzögerungen. In allen Fällen wurden die Beschwerden allerdings als unbegründet abgewiesen und der BLB NRW in seiner Vergabepraxis bestätigt. Dennoch kam es zu einem erheblichen Zeitverzug. Allein eine Beschwerde bei den Fensterarbeiten führte zu 10 Monaten Zeitverzug, denn ohne Fenster konnte auch der Innenausbau nicht beginnen.

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Foto: Michael Rasche, Dortmund


Kurz vor der geplanten Übergabe des neuen Justizzentrums zum Jahresende 2016 platzte bei der Befüllung der Heizungsanlage in der Technikzentrale über das Wochenende ein Wasserschlauch einer Baufirma und verursachte einen Wasserschaden. Zusammen mit einer Vielzahl weiterer Schwierigkeiten, etwa bei der Vertragserfüllung und Leistungserbringung durch beauftragte Firmen, stellte diese Situation die Projektplaner und die Justiz vor eine große Herausforderung. Die Lösung fand sich in einer Aufteilung des Umzugs in zwei Etappen. Die Bürotrakte (Bauteile B+C+D) wurden wie geplant Ende 2016 übergeben, der Saaltrakt und der Gebäudeteil hinter der alten Gymnasiumsfassade (Bauteile A + E) werden im September 2017 fertiggestellt.

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Im März 2015 hat der BLB NRW seinem Verwaltungsrat den aktuellen Kostenstand zur Genehmigung vorgelegt (3. Nachtrag). Die Genehmigungssumme betrug etwa 145,8 Mio. Euro, darunter 13,7 Mio. Euro Bauzeitzinsen, 10,7 Millionen Euro Risikovorsorge und 121,4 Mio. Euro Baukosten. Damit liegt der Kostenrahmen auch wegen Verzögerungen durch Insolvenzen und Vergabebeschwerden insgesamt rund 6 Millionen Euro höher als im ursprünglichen Investitionsantrag aus 2010 (inklusive der damals aufgrund des frühen Projektstadiums festgeschriebenen, möglichen Abweichung). 2,5 Millionen Euro davon sind auf zusätzliche Mietereinbauten zurückzuführen, die der BLB NRW allerdings aus Mitteln des Mieters refinanziert. Der freigegebene Budget wird der BLB NRW, auch dank der kalkulierten Risikovorsorge, trotz der eingetretenen Probleme und Zeitverzögerungen einhalten können.

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Auf einen Blick

Das neue Justizzentrum Bochum liegt in der Innenstadt. Es wird das Arbeits-, das Amts- und das Landgericht, sowie die Staatsanwaltschaft und die Sozialen Dienste beherbergen. Diese befinden sich derzeit noch an verschiedene Standorten. Das neue Justizgebäude wird mit Möbel, die von Gefangenen aus verschiedenen Justizvollzugsanstalten in NRW zuvor hergestellt wurden ausgestattet.

Auf einen Blick

  • Grundstücksfläche des Gebäudes:
    rund 10.000 m²
  • Mietfläche: 34.000 m²
  • Geschosse: 4 bis 6
  • Baubeginn:
    November 2012
  • Fertigstellung: Bauteile B+C+D Ende 2016; Bauteile A+E September 2017
  • Verwaltungsrats-Budget inkl. BZZ und Risiko: 146 Mio. Euro
  • Kosten pro m² Bruttogeschossfläche: 3.395 €/ qm

 
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