Sanierung der historischen Orgel in der Abtei Marienmünster

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Die bedeutendste historische Orgel unserer Region des bekannten Orgelbaumeisters Johann Patroclus Möller (1698-1772) aus Soest befindet sich in der Abtei Marienmünster. Sie gehört zu den größten und klangschönsten Barock-Orgeln des Landes. Foto: Pilz

Barocke Goldzierde schlängelt sich um ihre Pfeifen, die prachtvoll pompösen Klang erzeugen. Damit das so bleibt, hat der BLB NRW die historische Orgel in der Abtei Marienmünster saniert. Das Ziel: das Kunstwerk optisch und klangtechnisch dem Original anzupassen und so zu restaurieren, dass es zukunftsfähig ist. Eine lohnende Investition des Landes NRW, denn das Tasteninstrument ist eines der bedeutendsten der Region und dessen Klang landesweit einmalig. Einige tausend Stunden Arbeit stecken in der Erhaltung dieses Meisterwerks.

In der Abtei Marienmünster befindet sich die in unserer Region wohl bedeutendste historische Orgel des bekannten Orgelbaumeisters Johann Patroclus Möller (1698-1772) aus Soest. Zwei Jahre hat er gebraucht, um sie fertig zu stellen. Sie gehört zu den größten und klangschönsten Barock-Orgeln des Landes. Ihre 42 Register stammen aus dem Jahre 1738. Alle Pfeifen – mit Ausnahme einzelner innen stehender Holzpfeifen – sind nahezu aus reinem Blei gefertigt. Das führte, insbesondere bei den großen äußeren Pfeifen aufgrund des hohen Gewichts, zu merklichen Verformungen und Instabilität.


Arbeiten der vergangenen Sanierung

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Die Klaviaturbacken wurden mit neu geschaffenen blütenförmigen Intarsien in Handarbeit geschaffen. Das Muster findet sich analog auch am Gitter des Chorraumes. Foto: Pilz

Die Firma Manufacture d`orgues Mühleisen hat vom BLB NRW den Auftrag bekommen, den Originalzustand der Orgel in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden so weit wie möglich wiederherzustellen. Das versuchte bereits 1967 die Firma Breil und entfernte nachträglich angebrachte Zusätze. Mühleisen hat zugleich den eigentümlichen Klang des Kircheninstruments bewahrt. Diesen prägen vor allem die eng aneinandergereihten Register und die Zungenstimmen (weich klingende Pfeifen). Um sicherzustellen, dass die Rückführung eine optimale Klangwirkung erreicht, arbeitete der BLB und die Firma aus Straßburg mit Fachleuten des Fraunhofer Instituts aus Stuttgart zusammen. Das Team führte entsprechende akustische Messungen durch. Unter anderem nahm es jedes einzelne Register der Orgel Ton für Ton auf und spielte die Aufnahmen anschließend von verschiedenen Plätzen ab, um die Resonanzen zu analysieren. 23.000 Messungen führte die Arbeitsgruppe insgesamt durch und wertete diese im Labor aus, um die verschiedenen Orgelteile optimal platzieren zu können. So kamen nicht nur fast 30.000 Messdaten zustande, sondern auch eine Arbeitszeit von 1.660 Stunden allein für die Messstudie. Ein Einsatz der vielen Menschen Freude bereitet:

„Unsere restaurierte Orgel hat, […]“Musik in sich“. Wir, die ganze Gemeinde, freuen uns über die Restaurierung der Orgel und sind sehr dankbar […]. Ich wünsche […] allen, die unsere Orgel innerhalb oder außerhalb der Gottesdienste hören werden, dass Ihr Klang die „Saiten unserer Seele“ anzurühren und so in Schwingung zu versetzen mag, dass traurige Menschen Trost, rastlose Ruhe, zweifelnde Zuversicht und frohe Menschen Begeisterung empfinden.“ (Pater Gerd Blick vom Pfarrverbund Marienmünster)

Auch Patrick Armand, Orgelbauer und Leiter des Unternehmens Mühleisen, zeigte sich beeindruckt von der Sanierung der Orgel und der Abtei. All seine Mitarbeiter hat er an diesem Projekt wirken lassen und kümmerte sich unter anderem um den schwergängigen und unpräzisen Anschlag und um schlecht bis gar nicht funktionierende Pfeifen. Für die gesamte Sanierung kamen 11.115 Arbeitsstunden zusammen


Arbeiten vorangegangener Sanierungen

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Mehr als 440 Arbeitsstunden wurden in die Restaurierung des Spieltisches investiert. Foto: Pilz

Im Laufe der Jahrhunderte haben immer wieder Reparaturen und Umbauten an der Orgel stattgefunden. 1856 wurden Schäden behoben, die durch Witterungseinflüsse entstanden waren. 23 Jahre später gab es Reparaturen an den Windladen, Neuerungen an Registern und zwei zusätzliche Pedalregister. Knapp zwanzig Jahre danach wurde eine neue Windlade, ein Bauteil der Orgel, das den Wind auf die Pfeifen verteilt, eingebaut. 1921 renovierte die Firma Veith das Instrument umfassend. Dabei baute sie die originalen Springladen des Hauptwerks und des Pedals zu Schleifladen um. Spring- und Schleifladen steuern auf unterschiedliche Weise die Register. Außerdem erneuerte Veith Teile der Zungenstimmen, Spiel- und Registertraktur und Manual- und Pedal-Klaviaturen – das sind Bauteile, mit denen sich die Ventile bedienen lassen. Die beiden Pedalregister von 1879 behielt die Firma bei. Da alle Pedalpfeifen im Orgelgehäuse untergebracht sein sollten, hatte es bereits zuvor auch noch eine Verlegung des Zugangs zur Orgelempore (zur Mitte hin) gegeben.

Die Klangwirkung der Möller-Orgel ist einmalig für diese Region. Das musikalische Schmuckstück ist deshalb auch eine wichtige Kostbarkeit für Marienmünster.
Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW hat im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen diese einzigartige und prachtvolle Orgel restauriert, um ein bedeutendes Kunstwerk für die Zukunft erhalten.

Projektflyer "Restaurierung der Johann Patroclus Möller-Orgel (1736/38) in der Abtei Marienmünster" zum Herunterladen.


Orgel

Bereits 1536 besaß die Abtei in Marienmünster ihre erste Orgel. Im Krieg wurde das Tasteninstrument jedoch komplett zerstört. 1679 erbaute Andreas Schneider ein neues Instrument. - In der Zwischenzeit gab es abermals einen Neubau. Das jetzige imposante Kunstwerk besitzt 42 Register. Ein Register ist die Reihung klangverwandter Pfeifen, die den Ton erzeugen. 

Zahlen und Fakten

  • 2010:  Sanierungsbeginn
  • 2012: Sanierungsende
  • 1736 – 1738: Bauzeit der Orgel
  • 42 Register: hat die Orgel
    (Diese wurden später ergänzt)
  • Ihre Pfeifen sind aus reinem Blei.
    (Ausnahmen sind einzelne Holzpfeifen im Inneren.)

 
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