Für die RWTH: BLB saniert Sammelbau Maschinenwesen und baut Technikum neu

Elf Stockwerke hat das Gebäude Sammelbau Maschinenwesen, das der BLB NRW für die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen saniert. Vor der Sanierung haben die Beteiligten einen Neubau mit bis zu 19 Meter hohen Halle geschaffen. Die beiden Baumaßnahmen geschehen im Rahmen des Hoch-schulmodernisierungsprogramms. Die Neustrukturierung bietet den 12.000 Studierenden der Fakultät Maschinenwesen mehr Platz und flexiblere Nutzungsmöglichkeiten. Während Akademiker im neuen Technikum wirken, modernisiert der BLB den Sammelbau.

Überall stehen riesige Maschinen. Schritte hallen aus der Ferne. Wer in der Werkstoffhalle des Technikums der RWTH Aachen steht, kann nicht umhin, sich in gewisser Hinsicht klein zu fühlen. 14 Meter ist die Decke hoch. Im Boden kann ein Stück der Zwischendecke zum darunterliegenden Keller geöffnet werden. Dann finden hier sogar bis zu 19 Meter hohe Maschinenteile Platz. Dass Objekte in dieser Größe aus allen Perspektiven betrachtet werden können, stellt ein umlaufender Balkon im Inneren der Halle sicher. Den praktischen Anforderungen der Fakultät Maschinenwesen ist das neue Technikum also – in jeder Hinsicht – gewachsen. Gebaut wurde es zwischen 2010 und 2013 von der Niederlassung Aachen des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW (BLB NRW).
Der Neubau war aber nur der erste Teil der baulichen Neustrukturierung, die der BLB NRW für die mit 12.000 Studierenden größte Fakultät der RWTH realisiert. Seit 2013 wird zusätzlich der Sammelbau Maschinenwesen direkt neben dem neuen Technikum saniert.

Keine Sanierung im laufenden Betrieb notwendig

Der Sammelbau stammt aus dem Jahr 1964 und hatte inzwischen erheblichen Instandsetzungs- und Modernisierungsbedarf. RWTH und BLB NRW hatten sich nach sorgfältiger Abwägung schon früh für die Sanierung des Sammelbaus Maschinenwesen und somit für den Erhalt und die Stärkung des Standortes entschieden.
Die gewählte Lösung war auch im Sinne der Institute und Lehrstühle. Denn durch die Fertigstellung des Technikums kann das Bestandsgebäude vorübergehend komplett freigezogen und eine Sanierung im laufenden Betrieb vermieden werden. Zudem werden der Fakultät durch das zusätzliche Gebäude langfristig benötigte Mehrflächen zur Verfügung stehen, sobald auch die Sanierungsarbeiten am alten Sammelbau abgeschlossen sind und dieser wieder bezogen werden kann. Mit effizienten Energiesparmaßnahmen, einer modularen Gestaltung der Flächen und einem flexiblen Nutzungskonzept sind die beiden Gebäude zudem ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit des Standortes nahe dem RWTH-Hauptgebäude.

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Das Technikum | Foto: BLB NRW

 


Auf Tiefgaragenabriss folgte Neubau, jetzt läuft Sanierung

Die Gebäude an der Ecke Eilfschornsteinstraße/Augustinerbach grenzen unmittelbar aneinander und sind unterirdisch miteinander verbunden. Bevor das Technikum errichtet werden konnte, musste eine Tiefgarage abgebrochen werden. Der Clou: Das Gebäude integriert Teile der Außenwände der Tiefgarage. So groß die Werkstatthalle samt ihren Versuchsanlagen und Laboren von innen wirkt – von außen tritt die grau verkleidete Kubatur der Halle nur zurückhaltend in Erscheinung, da sie zu großen Teilen unter der Erde liegt. Deutlich stärker prägen den äußeren Anblick daher die drei Obergeschosse mit ihrer hellen Fassade, die der Werkstatthalle in rechtem Winkel aufgesattelt sind. In ihnen sind Büro- und Seminarräume untergebracht.
2013 wurde das Technikum an die Fakultät Maschinenwesen übergeben. Daraufhin konnte der Sammelbau Maschinenwesen freigezogen werden und die Sanierungsmaßnahmen im Sommer beginnen. Der aktuelle Zeitplan sieht für die Sanierung eine Dauer von rund vier Jahren vor.

BLB NRW saniert nach zertifizierten Nachhaltigkeitsstandards

Im Zuge der Arbeiten wird der Sammelbau bis auf den Rohbau zurückgebaut. In die ehemaligen Werkstätten der Institute auf den Etagen werden mehrere Zwischendecken gezogen und der Sammelbau so in ein elfgeschossiges Gebäude mit zahlreichen Büros, Seminarräumen, einem Hörsaal sowie einer Sammelwerkstatt umfunktioniert. Die Arbeiten umfassen auch eine Schadstoffsanierung sowie zusätzliche Brandschutzmaßnahmen. Auch die fußballfeldgroße Fassade wird rundum erneuert, ebenso die komplette Haustechnik und der Innenausbau. Nicht zuletzt wird das Gebäude statisch ertüchtigt, was aufgrund heute geltender Normen erforderlich geworden ist.
Der BLB NRW legt bei der Sanierung das im Auftrag des Bundesbauministeriums entwickelte Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) als Maßstab an. Dabei wird unter ökologischen, ökonomischen, technischen und soziokulturellen Aspekten der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet und auf objektive Weise transparent bewertet und zertifiziert.

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Foto: Jörg Hempel

In die Finanzierung fließen Mittel aus Landesprogramm (HMOP)

Für das Projekt werden mehr als 60 Millionen Euro investiert. Die Summe beinhaltet neben den Baukosten (inkl. Baunebenkosten) von mehr als 50 Millionen Euro auch kalkulatorische Bauzeitzinsen und Risikovorsorge. Damit haben das Land NRW, der BLB NRW und die RWTH ihre Investition in die neue Gebäudeinfrastruktur erhöht und das Projektvolumen im Vergleich zum Planungsstand, der bei der Aufnahme des Projekts ins Hochschulmodernisierungsprogramm des Landes (HMOP) zugrunde lag, ausgeweitet. Die HMOP-Mittel tragen wesentlich zur Finanzierung der Maßnahmen bei. Auch die RWTH beteiligt sich über einen Baukostenzuschuss direkt an den zusätzlichen Investitionen.
Über die ursprüngliche Planung hinaus umfasst das Projekt jetzt neben dem Neubau und der Sanierung des Sammelbaus auch die Errichtung eines Infrastrukturgebäudes, über das eine zentrale und leistungsstarke Kälteversorgung der Gebäude langfristig sichergestellt werden kann. Eine Reservefläche für eine dritte Kälteanlage ist in dem Infrastrukturgebäude vorhanden, sodass bei zukünftigen Um- oder Neubaumaßnahmen mit Einsparungen zu rechnen ist. Vereinzelt haben sich zudem zusätzliche bauliche Spezialanforderungen herauskristallisiert, die für die Forscher unerlässlich sind. Darüber hinaus konnte beim Sammelbau auch eine Betonsanierung und die statische Ertüchtigung vorgenommen werden.

Neues Technikum hat altes Wandgemälde zum Nachbarn

Neu, modern, und künstlerisch wertvoll – so präsentiert sich die Architektur des neuen Technikums am Augustinerbach. Unbestritten ist auch der künstlerische Wert des Wandbilds „Zwischen den Tagen“ des 2009 verstorbenen Künstlers Klaus Paier, das sich auf einer frei stehenden alten Mauer direkt neben dem Technikum befindet. Damit dieses Zeitzeugnis der 1980er Jahre erhalten werden kann, ließ die Aachener Niederlassung des BLB NRW 2014 die Stützmauer aufwendig sanieren. So ist sichergestellt, das Passanten und Besucher noch lange Zeit dieses Stück lokaler Kunstgeschichte betrachten können.


RWTH Aachen

Wie geht es künftig mit der industrialisierten Welt weiter? Eine Forschungsfrage, der auch die Studierenden der Fakultät Maschinenwesen an der RWTH Aachen nachgehen. In dem Neubau Technikum und dem sanierten Sammelbau können die Wissenschaftler Neuerungen erforschen und die Hochschule ihre praxisorientierte Ausbildung gewährleisten.

Zahlen und Fakten

  • Technikum Bruttogrundfläche: 4000 m²
  • Technikum Deckenhöhe: bis zu 19 Meter
  • Sammelbau Bruttogrundfläche: 13.000 m²
  • Sammelbau: Elf Stockwerke
  • Investitionen: rund 60 Millionen Euro

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