Erweiterungsbauten für das IKV der RWTH Aachen

Der Umzug des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen gleicht einer klassischen Erzählung. In fünf Akten – hier Bauabschnitten – vollzieht sich der langjährige Standortwechsel des expandierenden Instituts in neue und moderne Gebäude mit größerem Raumangebot am Seffenter Weg. 2016 hat die Aachener Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebes NRW den Erweiterungsbau aus dem vierten Bauabschnitt feierlich übergeben.

„In Aachen verbinden sich altehrwürdige Traditionen mit modernen Technologien. Das liegt nicht zuletzt an Instituten wie dem IKV, das sich seit nun fast 70 Jahren durch moderne und innovative Forschungsarbeit auszeichnet“, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze 2016 bei der Einweihung der Erweiterung des Instituts. „In Nordrhein-Westfalen spielen Schlüsseltechnologien wie die Kunststofftechnik eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur der kraftvollste Innovationstreiber, sondern auch der mit Abstand stärkste wirtschaftliche Motor. In keiner anderen Region der Welt haben die Werkstoffe ein solches Gewicht für die wirtschaftliche Entwicklung wie bei uns in NRW‟, so die Ministerin weiter.


11 Millionen Euro Investitionskosten

Der nach anderthalb Jahren Bauzeit fertiggestellte Gebäudekomplex, der im vierten Bauabschnitt errichtet wurde, ersetzt auf 2 700 Quadratmetern Mietfläche Labor- und Büroflächen, die sich vorher im Innenstadtbereich Aachens befanden. „Mit diesem Neubau ist der Masterplan, das IKV vollständig auf dem Campus Melaten unterzubringen, einen großen Schritt weitergekommen. Das Institut braucht moderne Forschungsräume, die an dem bisherigen Standort in der Innenstadt nicht zu realisieren gewesen wären“, sagte BLB-Niederlassungsleiter Jörg Munsch bei der Schlüsselübergabe auch mit Blick auf die hervorragenden Kooperationsmöglichkeiten zwischen Wissenschaft und Industrie auf dem Campus. BLB-Geschäftsführerin Gabriele Willems sagte: "Es ist hier auf bemerkenswerte Weise gelungen, den neuen Baukörper in die vorhandene Gebäudestruktur einzubinden. Dazu waren auch Baumaßnahmen in den Bestandsgebäuden nötig, bei denen wir den Lehr- und Forschungsbetrieb natürlich möglichst wenig beeinflussen durften." Die rund 11 Millionen Euro Investitionskosten für das neue Gebäude haben das Land NRW aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm und die RWTH aus Eigenmitteln bereitgestellt. Die Planung stammt von aig+Architekten aus Düsseldorf.

Neues Labor für Additive Fertigung

Eine wesentliche Bereicherung im neu errichteten Gebäudebereich ist das Technikum zur additiven Fertigung. Diese Technologie, auch bezeichnet als 3-D-Druck, ist seit Jahrzehnten ein Forschungsthema am IKV. Heute verfügt das IKV im neuen Technikum über hochmoderne FLM-Maschinen (Fused Layer Modelling) und über einen Freeformer des Maschinenbauers Arburg. Der symbolische Schlüssel, der bei der Einweihungsfeier übergeben wurde, ist am IKV auf der FLM-Maschine selbst gefertigt worden. Mit einem Meter Länge, 40 Zentimeter Breite und einem Gewicht von 1400 Gramm ist er bisher das größte Demonstrationsbauteil, das das IKV konstruiert und gefertigt hat. Zur Ablage von 150 Schichten konnte der Betrieb über 90 Stunden stabil gefahren werden.

Institutsleiter Professor Christian Hopmann lobt sein modernes Gebäude: „Der Bau besticht durch schlichte Eleganz und klare Linienführung, er setzt an mancher Stelle Akzente und überrascht. Die durchweg hellen und freundlichen Räume sowohl im Labor- als auch im Seminarbereich und bei den Büroräumen sind hervorragend geeignet, den wissenschaftlichen Diskurs durch die Begegnung von Menschen sowohl intern als auch mit unseren Studierenden und Partnern aus Wissenschaft und Industrie zu fördern.“

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3D-Drucker im IKV | Foto: Klass

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Gabriele Willems, Christian Hopmann, Herbert Holler, Jörg Munsch (v.l.) | Foto: Klass
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Außenansicht | Foto: Klass

Zentrum von der Pontstraße zum Seffenter Weg verlagert

Begonnen haben die IKV-Erweiterungsbauten mit dem ersten Spatenstich in Seffent Melaten bereits im Jahr 1992, als der Begriff Campus Melaten noch gar nicht erfunden war. Hier wurde das „Demonstrationszentrum für Faserverbundkunststoffe“, bestehend aus einer Versuchshalle und einem Bürogebäude, errichtet. Der zweite Bauabschnitt 1998 umfasste dann die Erweiterung des Bürotrakts und weitere Laborflächen. Zu diesem Zeitpunkt wurden damalige Nutzungsflächen in der Nizzaallee freigegeben. 2005 folgte der dritte, weitaus größere Bauabschnitt mit einer zweiten Versuchshalle und einem Klammergebäude als Verbindung der beiden Hallen für weitere Labore. Die Abteilungen Extrusion, Formteilauslegung und Werkstofftechnik hielten Einzug. Aufgegeben wurde zu diesem Zeitpunkt der ehemalige Luftschutzbunker in der Försterstraße.

Mit dem aktuellen vierten Bauabschnitt hat das IKV sein Zentrum von der Pontstraße zum Seffenter Weg verlagert. Großer Wunsch des Instituts und der RWTH ist es, bald mit dem letzten Bauabschnitt beginnen zu können, der das gesamte IKV an einem Standort zusammenführt und somit die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit des weltweit renommierten Instituts weiter befördert.

IKV

Das IKV der RWTH ist europaweit das führende Forschungs- und Ausbildungsinstitut für Kunststofftechnik. Etwa 50 Prozent der deutschen Kunststoffingenieure lassen sich dort ausbilden. Zu den Fachabteilungen zählen Extrusion und Kautschuktechnologie, faserverstärkte Kunststoffe und Polyurethane, Formteilauslegung und Werkstofftechnik sowie Spritzgießen.

Zahlen und Fakten

  • 2016: Eröffnung
  • 2700 Quadratmeter Mietfläche
  • Fast 70 Jahre lang, zeichnet sich das IKV bereits durch Forschungsarbeit aus
  • Mehr als 300 Mitarbeiter arbeiten am IKV
  • 11 Millionen Euro Investitionskosten
  • Neues Labor für 3D-Druck gebaut
  • Das IKV kümmert sich um Verarbeitung, Werkstofftechnik und Bauteilauslegung von Kunststoffen und Kautschuken.

 
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