Skulptur ‚formation‘ zum Sieger gekürt

Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) führt im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung Kunstwettbewerb für Kaserne in Euskirchen durch.

Aachen. Sechs Künstler aus NRW haben sich an dem Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die Fachinformationsstelle in der Gersdorff-Kaserne Euskirchen beteiligt. Die Teilnehmer sollten ein künstlerisches Konzept für das Foyer der Fachinformationsstelle erarbeiten. Das Preisgericht, dem unter anderem die Stellvertretende Leiterin der BLB-Niederlassung Aachen, Ute Willems, angehörte, kürte Ende des Jahres die Arbeit des Düsseldorfer Künstlers Martin Pfeifle zum Wettbewerbssieger. „Der Entwurf ‚formation‘ besetzt in einer positiven Weise den Raum und schafft dabei eine angenehme und ruhige Arbeitsatmosphäre“, so die Jury in Ihrer Begründung. Die Skulptur nehme „ als kartographisches 3-D-Modell Bezug auf ihren Standort: Auf die Zusammenstellung der Geoinformationen für alle Organisationsbereiche der Bundeswehr.“

Bei der Fachinformationsstelle handelt es sich um ein zweigeschossiges Bibliotheksgebäude des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw). Die Fachinformationsstelle dient insbesondere der Informations- und Literaturbeschaffung für die Lehrgangsteilnehmer, die in der benachbarten Ausbildungseinrichtung unterrichtet werden.

Preisträger: "formation" (Künstler: Martin Pfeifle)

Wenn man den Eingangsbereich des neu entstandenen Bibliotheksgebäudes betritt, sieht man eine schwebende, blau schimmernde Skulptur über der Info- und Ausleihtheke schweben. Sie formiert sich als abstraktes Gebilde, das auf den zweiten Blick an eine Wolke erinnert. Wenn man die Treppe zu der Bibliothek hochsteigt, wandelt sich die Wolkenform zu einem Bergsegment, das aus Schichtungen zusammengetragen am Horizont erscheint. Die Arbeit „formation“ ist, gleich einem Höhenmodell der Architektur, abwechselnd aus weißem Schaum und blau fluoreszierendem Acrylglas horizontal geschichtet. „formation“ fasst somit die Schwerpunkte des Geoinformationswesens des FIST zusammen und erscheint als frei assoziierbares Bild am Horizont ohne den Weg der Besucher zu versperren. Die Materialität sorgt mit ihrer im Konzertbau erprobten Funktionalität für ein angenehmes Akustisches Klima und unterstreicht die Konzentration eines Forschungszentrums. Die blauen Platten aus Plexiglas unterstreichen den Aspekt der Weite, lassen an das Meer und den Himmel denken. Gleichzeitig sorgen sie für einen Schutz der weißen Platten vor Staub. „formation“ ist somit eine Ideale Arbeit für das FIST, da „formation“ an die Komplexität der Forschung erinnert, aus unterschiedlichen Aspekten gesehen und entdeckt werden kann und gleichzeitig durch Ihre Eigenschaft als Geräuschminderer die akustische Atmosphäre des Raumes spürbar positiv bereichert.

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Wettbewerbsbeitrag "Talisman" (Künstler: Jörg Wagner)

Mein Wettbewerbsbeitrag für den Neubau des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr in der Gersdorff - Kaserne in Euskirchen besteht aus einem vergrößerten, originalgetreu modellierten und in transparentem Acrylharz abgegossenen Rohdiamanten in Oktaederform. Die ca 58 x 58 x 58 cm große Skulptur hängt im Zentrum des Luftraums vor dem Empfangstresen und wird durch einen Spot angestrahlt.
Die ersten Diamanten fand man in Indien. Man nutzte sie als Glücksbringer. Sie sollten ihre Besitzer unverletzlich machen und sie mit Sicherheit in der Schlacht ausrüsten. Man glaubte auch, daß sie vor Geisteskrankheiten und Vergiftung schützten. Als im 13. Jhdt eine Methode gefunden wurde Diamanten zu schleifen, wurde dies in Indien abgelehnt, da die Diamanten so ihre magischen Kräfte verlieren können. Heute noch vertrauen Soldaten auf Gücksbringer, wie der Fotograf Dimitry Kostyukov in einer Fotoreportage dokumentiert hat, auch wenn dies keine Rohdiamanten mehr sein müssen. Natürlich stehen Diamanten auch für Reichtum und Macht. Man gibt ihnen Namen. „Cullinan“ beispielsweise, der bis zu diesem Jahr größte jemals gefundene Diamant, ist Teil der englischen Krone. Nicht zuletzt verweist der Diamant aber auch auf die Andersartigkeit der Kriege, die heute geführt werden. Krieg zu führen um die Erweiterung des Lebensraums gehört der Vergangenheit an und der Krieg um Bodenschätze wie Diamanten oder Lithium wird kaum mehr auf dem Schlachtfeld geführt. Nahezu das gesamte analoge Wissen der Militärbibliothek wird deshalb unbrauchbar.

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Wettbewerbsbeitrag "Linie E 6°46'16.74" (Künstler: Andreas Kaiser)

Eine Bus-Haltestelle des Verkehrsverbundes in Euskirchen ist mitsamt ihrem ausgegrabenen Fundament in der Bibliothek gelandet. Wie ein Meteorit steht der Betonsockel im Raum und trägt den Infopoint. Wie kam sie dahin? Ein Relikt der Bauarbeiten? Als Haltestellen-Name firmiert der Längengrad auf dem die Informationsstelle gebaut wird. Die einzig verkehrende „Linie“ benennt den Breitengrad. Während wir unseren Längengrad beibehalten, verändern wir - je nach Betrachtung und die Expansion des Universums nicht berücksichtigt - durch die Erddrehung permanent unseren Standort. In Euskirchen beträgt die Geschwindigkeit der Erddrehung etwa 1600 m/s und dieses unglaublich hohe Tempo ist doch nicht wahrnehmbar. Doch was würde passieren, wenn wir in die Luft springen und die Erde würde sich unter unseren Füßen weiterdrehen? Welche Länder würden wir durchqueren, welche Orte würden wir streifen?

Der Fahrplan der Linie 6°46‘16.74“E beschreibt diese Reise, die mit dem Sonnenaufgang am Tag der Einweihung des Kunstwerkes in Euskirchen beginnt, und in östlicher Richtung führt. In 24 Stunden einmal um die Welt. Gelistet sind im Minutentakt alle Orte, die mit Euskirchen auf einem Breitengrad verbunden sind. Bei der Erstellung des Fahrplans möchte ich gerne mit dem Zentrum Geo BW zusammenarbeiten. Außerdem möchte ich mit dem Bürgermeister Uwe Friedl ein Gespräch führen, einmal darüber nachzudenken, ob nicht eine weitere Partnerstadt auf dem gleichen Breitengrad im Osten gefunden werden könnte.

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Wettbewerbsbeitrag "Grund sehen" (Künstlerin: Ulrike Reeh)

Grund sehen ist das Ergebnis von Gesprächen mit der Bibliothekarin und Nutzern und einem Ausbildungsleiter, der mit seinen Lerngruppen das Fachinformationszentrum nutzen wird. Das Fachinformationszentrum macht es möglich Informationen aus 18 wissenschaftlichen Perspektiven zu ergründen miteinander zu verbinden. Bei jeder Aufgabe geht es darum unbekanntes Terrain zu erforschen, der physischen Wirklichkeit möglichst nahe zu kommen und doch das was wesentlich erscheint herauszufiltern. Die das Zentrum nutzenden Wissenschaftler/innen und Nutzer/innen sind Taucher in oft unbekannten Gefilden. Einladung definiert den Raum als Zwischenraum, als Ort Perspektiven zu wechseln und interdisziplinär zu arbeiten. Beeindruckend schildert die Leiterin der Bibliothek die Atmosphäre der Arbeit die geprägt ist vom gemeinsamen erforschen und gelingender Kommunikation. Das gemeinsame Ziel verbindet. Konzentration, Kreativität, Spezifik des Wesentlichen erkennen und zusammentragen ist Herausforderung. Seinen Teil beizutragen befriedigend. Farben auf die der Blick dabei schweifen soll sind helles Holz, Rosa und Weiß und die Landschaft draußen. Aus dem Putz der Wand legen 5-8 cm starke Linien die tragenden Betonwände frei. Wie in einer eine geologischen Untersuchung und wie ein Schnitt durch die Oberfläche unseres Planeten zieht sich eine solche Linie an der Wand des Foyers und des Informationstresens entlang. Auf den beiden Türen die die Hauptwand des Foyers unterbrechen, auf einer der Gipskartonflächen der Oberlichtbegrenzung und auf den Außenwänden der Infotheke oder auch an Bereichen bei denen Leitungen unter Putz verlaufen wechseln die Linien das Material, bleiben an der Oberfläche und laufen als aufgetragene Plots weiter. In ca 3,5 Meter Höhe definiert eine in den Putz gegrabene gestrichelte Linie unsere Vorstellungen der Welt. Der Denkraum, den die Bibliothek mit ihren vielen Informationen beherbergt erhält eine gestrichelte Linien mit Löchern.Die durch Oberlicht und Balustraden in der Architektur bereits vorhandenen Öffnungen werden durch die Durchlässigkeit, Öffnungen und gezeichneten Löcher verstärkt. Rosa als Linie taucht auf dem Boden einer dieser Löcher auf. Im hinteren Bereich des Eingangs addieren und vernetzen sich die Linien. Aus der Perspektive des Obergeschosses scheinen Linien Tiefenbohrungen folgend Oben und Unten zu verbinden.

Zusammen stehen
Ich schlage vor, die Höhe der Rückenlehnen im Loungebereich so zu wählen, dass der Blick auf Augenhöhe der sitzenden frei schweifen kann. Die Befragten empfinden die Vorstellung angenehm, in einem offenen Raum zu sein. An einer Säule und einer Raumecke im Untergeschoss kragen zwei 8 cm dicke Scheiben (Kommunikationscheiben) aus geschliffenem und mit einer Deckschicht aus nachgiebiger aber fester PU-Möbelbeschichtung auf der Oberseite aus. Sie laden dazu ein sich abzustützen, eine Tasse oder ein Buch abzulegen oder zusammenzustehen. Diese Auskragungen sind zwei Raum gewordenen Linien als Einladung an Arme, Ellenbogen und Hände.

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Wettbewerbsbeitrag (Künstler: Peter Zimmermann)

Der vorliegende Entwurf möchte den Besucher der Fachinformationsstelle der Gersdorff Kaserne und die dort arbeitenden Menschen mit freundlichen Farben empfangen. Zugleich habe ich den Anspruch, die dort geleistete Forschungsarbeit bildnerisch zu würdigen und ihr mit meinen künstlerischen Möglichkeiten einen repräsentativen Ausdruck zu verleihen. Durch das zunehmende Bewusstsein um die prinzipielle Gestaltbarkeit von Fotografien unter den Bedingungen ihrer digitalen Produktion bestehen heute erhebliche Zweifel hinsichtlich ihrer Abbildungsleistung. Deshalb kommt der Interpretation digitaler Bilder in unserer vernetzten Welt eine entscheidende Rolle zu: Welchen Bildern schenken wir Vertrauen? Mit welchen Bildern möchten wir uns ausdrücken, um von unserem Leben und unserer Umgebung zu berichten? Bei der Bundeswehr kommt die Auswertung digitaler Daten eine elementare Bedeutung zu: Hier ist der digitale Raum und seine Informationen zugleich vertrauensvolle Grundlage für vernetzte Operationen, wie auch schützenwertes Gut eines Staates und seiner Infrastruktur vor Missbrauch. Fehlinformation können hier fatale Folgen für unser gesellschaftliches Leben haben. Mit meinem Entwurf im Empfangsbereich der Fachinformationsstelle der Gersdorff Kaserne möchte ich diese besondere Beschaffenheit digitaler Daten zwischen Information und Manipulation thematisieren und der verantwortungsvollen Aufgabe des Ortes Rechnung tragen. Mein eigener, künstlerischer Ansatz liegt in der Untersuchung digitaler Bilder und ihres transitorischen Zustands. Während es bei einem analogen Bild eine eindeutige Zuweisung gibt, liegt die Besonderheit digitaler Bilder in der Veränderbarkeit. Die Möglichkeiten der Modifikation sind hier grenzenlos und können an jeder beliebigen Stelle angesetzt werden. Diesem Zustand des Übergangs nähere ich mich künstlerisch in meinen Bildern. Das Bild, das als Basis für meinen Entwurf dient, stammt aus meinem umfangreichen digitalen Archiv gefundener Bilder, darunter befinden sich Fotos, Filmstills, Diagramme, Karten und vieles mehr. Ich habe ein Motiv bewusst nach seiner Formgebung und Farbigkeit ausgewählt und diese Ursprungsdatei durch Unschärfe-Algorithmen bearbeitet und verfremdet. Das so gefundene Motiv wird in der für meine Arbeitsweise typischen Kunstharztechnik auf eine Aluminiumwabenplatte übertragen und es besteht aus sehr vielen transparent eingefärbten, übereinander liegenden Kunstharzschichten. Eigens für diesen Entwurf möchte ich erstmals ein Verfahren anwenden, bei dem die Farbschichten als streng geometrisches Relief wahrgenommen werden. Daraus ergeben sich Linienverläufe, die mit Höhenlinien oder auch Isobaren und damit mit den Messungen, Auswertungen und Vorhersagen des Geoinformationswesen assoziiert werden können. Die Farben des Bildes, Blau, Grün, Gelb, Magenta sowie ihre jeweiligen Ausläufe sollen ebenfalls an den Arbeitsbereich des Ortes anknüpfen und entsprechende Parallelen zu beispielsweise Land- oder Wetterkarten ermöglichen. Mit der glänzenden Oberfläche des Materials, in der sich Menschen und Raum farbig spiegeln fügt sich das Bild in die Situation des Gebäudes. Zugleich möchte die Struktur und Oberflächenbeschaffenheit des Bildes auf die Architektur des Gebäudes Bezug nehmen, deren Außenseite mit lamellenartigen Struktur versehen ist.

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Wettbewerbsbeitrag "Karte & Gebiet" (Künstlerin: Nadine Arbeiter)

Im Zentrum der Bibliothek für Geoinformationen zeigen sich meine verschiedenen und zusammengestellten Aufzeichnungen (im wahrsten Sinne des Wortes) von "Karte & Gebiet" in Form einer großen Wandzeichnung. "Karte & Gebiet" ist eine Wandzeichnung, 5 m breit und 2,10 m hoch, die sich aus Ausschnitten unterschiedlicher Karten zusammensetzt. Die Karten stammen aus ganz unterschiedlichen Zeiten, Zusammenhängen und Jahrhunderten. Die lineare Grundstruktur aus der „Karte der Küste Westafrikas" von Grazioso Benincasa aus dem Jahre 1471 wurde für portugiesische Schiffe angefertigt, die den Seeweg nach Afrika erkundeten und den Weg nach Indien endeckten. Die Vögel, rechts im Bild, stellen Vogelzugwege dar, aus der Karte "Bird Migrations in the Americas". "Kartographische Bilder erhalten ihre Anziehungskraft vor allem durch ihre abstrakt-visuelle Vielschichtigkeit. Sie können Räume erfassen und darstellen und uns gleichzeitig vermitteln, wie der jeweilige Kartenzeichner die Welt sieht oder wie er menschliches Handeln interpretiert und in die Karte einfügt. Das entspricht ganz unserem Empfinden, wie der Mensch in der Welt verortet ist. In unserer Vorstellung agieren wir in einer Art geometrischen Raum. (...) Was immer nah oder fern, verbunden oder seperat, in der materiell-natürlichen Welt exisitiert oder heute zunehmend über den Fluss von Bits und Bytes durch Glasfaserkabel oder zwischen Mobilfunkmasten mit Lichtgeschwindigkeit verkehrt, ist kartierbar."

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