Pilotprojekt für Facility Management-Leistungen am Oberlangdesgericht Hamm

Bei Schadensmeldungen seiner Mieter muss der BLB NRW oft verschiedene Handwerksfirmen beauftragen. Der bürokratische Aufwand ist mitunter enorm. Doch auch für die Gebäudenutzer selbst ist es anstrengend: Die Behebung eines Schadens dauert oft länger als erwünscht, zudem müssen sie jede Firma einzeln „auf Stand“ bringen. Um solche Situationen beim Technischen Gebäudemanagement in Zukunft zu vermeiden, testet die Niederlassung Dortmund stellvertretend für den ganzen BLB NRW gerade ein neues Modell.

Wer Mieter ist und schon einmal einen Wasserrohrbruch hatte, weiß, wie das läuft: Man informiert den Vermieter oder die Hausverwaltung. Die schicken bestenfalls gleich die Handwerker vorbei. Schnell abhaken kann man das Thema aber trotzdem nicht. Denn die Sanitärfirma macht nur den Auftakt. Ein Trockenbauer muss das Loch in der Wand wieder schließen, zu guter Letzt rückt der Fliesenleger an und verrichtet sein Werk.
Bei den Kunden des BLB NRW läuft es im Grunde nicht anders. Stellt z.B. ein Mitarbeiter des Oberlandesgerichts Hamm einen Wasserrohrbruch fest, meldet er ihn ans Service Management Center (SMC), die 24-Stunden-Servicehotline des BLB NRW. Die Gebäudemanager der BLB-Niederlassung Dortmund beauftragten dann die benötigten Firmen. Am Ende ist der Wasserschaden behoben, doch der Weg dahin ist oftmals für beide Seiten mühsam und langwierig. Denn bisher setzt der BLB NRW bei der Instandhaltung und Instandsetzung seiner Gebäude auf Spezialisierung. Die anfallenden Arbeiten hat er über elf Rahmenverträge abgedeckt – für jedes Gewerk, also jeden Fachbereich, einen (z.B. Dachbau, Klima und Lüftung, Heizung und Sanitär). Über sogenannte Regionallose wird aufgeteilt, welche Firma für welches Gewerk in welcher Region zuständig ist. „Unter Umständen haben wir für das Technische Gebäudemanagement also insgesamt Verträge mit rund 50 Firmen – allein in der Niederlassung Dortmund“, erklärt Sören Lühr, Abteilungsleiter Gebäudemanagement in Dortmund.

Seit einiger Zeit setzt sich der BLB NRW daher in einer übergreifenden Arbeitsgruppe konkret mit dem Plan auseinander, statt elf Rahmenverträge nur noch einen aufzusetzen – und zwar mit einer Art Generalunternehmen für Facility Management-Leistungen. „Der Mittelstand bietet diese Lösungen mittlerweile verstärkt an“, erklärt Sören Lühr. Ein wichtiger Aspekt für den BLB NRW, denn er muss seine Auftragsvergaben so gestalten, dass mittelständische Unternehmen zum Zug kommen können. Firmen, die eine solche Rundumleistung anbieten, müssen breit aufgestellt sein, denn die Vertragsentwürfe des BLB NRW sehen eine hohe Eigenleistungsquote vor. So soll sichergestellt werden, dass die Arbeiten nicht einfach auf zahlreiche Subunternehmer aufgeteilt werden und das Problem nur ausgelagert wird.

Das Oberlandesgericht Hamm eignet sich unter anderem aufgrund seiner Größe und der vorhandenen Haustechnik für das Pilotprojekt. Dazu gehören u.a. eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie zwei Gaskessel und ein Blockheizkraftwerk. Foto: Thomas Range/gfp Köln 

Vorteile für BLB NRW und seine Kunden

Für den BLB NRW könnte die Lösung aus einer Hand Prozesse verschlanken und den Arbeitsaufwand minimieren. Doch die Vorteile reichen weiter. Das Modell sieht nämlich auch vor, dass die Firmen bei größeren Objekten technisches Hauspersonal zur Verfügung stellen, das immer vor Ort ist. Ab einer gewissen Größe gibt es schließlich immer was zu tun. Für die kleineren Liegenschaften sollen bei der Firma Teams gebildet werden, die gemeinschaftlich für eine Gruppe von Gebäuden verantwortlich sind. Durch die erhöhte Präsenz vor Ort könnte der BLB NRW einer solchen Facility Management-Firma auch einen Teil seiner Betreiberverantwortung übertragen. Zum Arbeitsauftrag könnte beispielsweise gehören, dass das Unternehmen den vorgeschriebenen „Elektrischen Anlagenverantwortlichen“ stellt. „Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um die Rechtskonformität unserer Arbeit noch besser zu gewährleisten“, sagt Sören Lühr. Als Gebäudemanager sind er und seine Leute aber nicht nur für die Behebung von Not- und Störfällen zuständig, sondern auch für das Warten und Prüfen technischer Anlagen. Die Wartungsarbeiten sind durch das neue Vertragskonstrukt am OLG Hamm abgedeckt und werden daher mittlerweile nicht mehr mit den Prüfungen zusammen ausgeschrieben. Für die Kunden des BLB NRW liegen die Vorteile einer Rundum-Lösung ebenfalls auf der Hand. Sie haben neben dem BLB NRW eine konkret zuständige Firma als einheitlichen Ansprechpartner, der Koordinierungsaufwand könnte reduziert werden, technisches Personal wäre immer vor Ort oder in kürzester Zeit verfügbar. „Die Qualität unseres Service als Vermieter würde einfach zunehmen“, ist Lühr überzeugt.

Gebäudemanager Sören Lühr aus der BLB-Niederlassung Dortmund (li.) und Alexander Kaika vom OLG Hamm begleiteten unseren Fotografen durchs Gerichtsgebäude. Foto: Thomas Range/gfp Köln


Pilotprojekte in zwei Objekten

Zusammen mit dem Geschäftsbereich Facility Management in der Zentrale sowie den Abteilungen Gebäudemanagement und Objektmanagement in der Niederlassung Dortmund wird nun ein Pilotprojekt für einen zentralen Rahmenvertrag für die Leistungen des Technischen Gebäudemanagements durchgeführt.
Am Oberlandesgericht Hamm und an Mont Cenis, der Fortbildungseinrichtung des Landes NRW in Herne, wird das neue Modell seit dem 01.02.2017 getestet. Für den Testlauf brauchte es Gebäude, die eine gewisse Größe haben und daher gewisse Anforderungen an das Technische Gebäudemanagement stellen. Das OLG Hamm erfüllt diese Voraussetzungen, sodass auch die Vor-Ort-Präsenz des technischen Hauspersonals Teil des Pilotversuchs sein wird. „Außerdem stellt das Gebäude an uns als Betreiber derart hohe Anforderungen, dass es genau richtig ist für einen Versuch, uns als Vermieter noch besser aufzustellen“, sagt Lühr. Er ist zuversichtlich, dass das neue Modell schon in wenigen Jahren flächendeckend zum Einsatz kommen wird.
Das Gebäude des OLG Hamm
Das Gericht setzt sich aus mehreren Bauteilen zusammen, die in zwei Phasen entstanden sind. 1955 bis 1958 wurden zunächst ein Hochhaus mit elf, ein Bürohaus mit sieben und ein Saaltrakt mit vier Obergeschossen gebaut. Von 1999 bis 2003 wurden die Altgebäude saniert, der Saaltrakt erweitert und das alte Hochhaus um ein größeres, 14-stöckiges Schwestergebäude ergänzt. Die vier Bauteile des OLG Hamm sind über eine gläserne Eingangshalle miteinander verbunden.

 

Zur Internetseite des OLG Hamm:

http://www.olg-hamm.nrw.de/

OLG Hamm

Mit jährlich über 18.000 Verfahren aus den Bereichen des Zivil-, Familien- und Strafrechts ist das OLG Hamm das größte Oberlandesgericht Deutschlands. Als Teil der sogenannten „ordentlichen Gerichtsbarkeit“ ist es vor allem für Zivil- und Strafverfahren zuständig. Neben dem OLG Hamm hat Nordrhein-Westfalen zwei weiter Oberlandesgerichte in Düsseldorf und Köln.

Zahlen und Fakten

Die 11 Gewerke der Instandhaltung
• Fördertechnik
• Heizung Sanitär, Gebäudeleittechnik
• Klima, Lüftung
• Elektro, Gefahrmeldeanlagen
• Brandschutz
• Metallbau
• Landschaftsbau
• Rohbau
• Ausbau I
• Ausbau II
• Dachbau

Fotostrecke Facility Management am Oberlandesgericht Hamm

Klicken Sie hier für weitere Fotos.

 
Metanavigation
Kontakt
Datenschutz
Impressum
Service Management Center

Für unsere Kunden sind wir bei Störungen und Notfällen an den Gebäuden und technischen Anlagen immer erreichbar, rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche! Sie erreichen uns unter 08000 252 679!

Zentrale Rechnungsanschrift

Der BLB NRW hat nur noch eine landesweite einheitliche Rechnungsanschrift
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
47526 Kleve.
Der Betrieb führt die elektronische Rechnungsbearbeitung ein. mehr ...