Projekte in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne Augustdorf

Sieben Projekte beendete der BLB NRW 2015 auf einen Streich. Eins davon ist das neu gebaute Arztzentrum der Augustdorfer Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Ob Haus-, Zahn- und Augenarzt, Dermatologe, Internist, Orthopäde oder Physiotherapeut - der Bau bringt alle Mediziner unter einem Dach zusammen. Durch das Arztzentrum haben die Soldaten vor Ort endlich nur noch eine Anlaufstelle. Das gilt künftig für 2.500 Soldaten. Unlängst waren dort noch 4000 Soldaten, doch Auslandseinsätze fordern die Truppe.

Unter einem Dach – so etwas kannten die Augustdorfer Bundeswehr-Ärzte in der Vergangenheit nicht. Ihre Domizile wechselten und waren übers Kasernengelände verstreut – auch das ein Ergebnis diverser Strukturreformen. Noch heute, so hört man, gibt es Soldaten, die etwa das schon 2001 nach kurzer Zeit wieder aufgelöste Standortsanitätszentrum suchen. Das neu gebaute kurative Zentrum aber hat das Zeug, der Verwirrung nun ein Ende zu setzen. Alle 20 Ärzte behandeln die Soldaten jetzt hier. Der Großteil sind Allgemeinmediziner und Zahnärzte, die im Sanitätsversorgungszentrum die ambulante truppenärztliche Betreuung am Standort Augustdorf sicherstellen. Der Truppenarzt ist der Hausarzt des Soldaten. Außerdem ist in dem Neubau ein Facharztzentrum untergekommen, in dem ein Augenarzt, ein Dermatologe, ein Internist sowie ein Orthopäde und Unfallchirurg tätig sind. Diese vier Fachärzte haben noch bis Herbst 2015 im Bundeswehr-Krankenhaus in Detmold praktiziert. Das bedeutete weite Wege für die Soldaten aus Augustdorf und anderen umliegenden Kasernen, die einen Facharzt brauchten. Heute ist das Krankenhaus geschlossen und für das Grundstück wurde ein privater Investor gefunden.


Neubau zum Wohlfühlen

Die ersten Planungen für das neue Arztzentrum gab es schon 2007. Doch nicht zuletzt die Neustrukturierung der Bundeswehr sorgte für Verzögerungen. Weniger Soldaten brauchen eben auch weniger Ärzte. Inzwischen läuft der Betrieb in dem Neubau aber seit einem guten halben Jahr. Und wen auch immer wir gefragt haben – alle sind zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen: Oberstarzt Dr. Niels von Rosenstiel etwa, der das zuvor auf diverse Altbauten verteilte Sanitätsversorgungszentrum leitet, Eva Rieke aus der truppenärztlichen Ambulanz oder der Augenarzt Dr. Detlef Hackbarth, der sich in Augustdorf viel wohler fühlt als in Detmold. Genauso geht es auch der Zivilangestellten Birgit Helbing. Die neue Physiotherapie, in der sie nun arbeitet, ersetzt die Bäderabteilung im maroden Bundeswehr-Krankenhaus und bietet viel bessere Möglichkeiten, angeschlagene Soldaten durch aktivierende Übungen wieder fit zu machen.

In diesem Neubau arbeiten nun alle Ärzte der Augustdorfer Kaserne endlich unter einem Dach. Foto: Jörg Vogelsang

Einzelstuben für die Soldaten

Es wird immer irgendwo gebaut in der riesigen Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Die zuständige 24-köpfige Abteilung Bundesbau 1 der BLB-Niederlassung Bielefeld macht etwa die Hälfte ihres Jahresumsatzes in Augustdorf. So hat die Süd-Wache unlängst ein neues Gebäude erhalten. Baulich erweitert wurde die Schießanlage, frisch saniert das Lehrsaalgebäude der standorteigenen Fahrschule. Außerdem ist der BLB NRW dabei, den neuen Unterbringungsstandard der Bundeswehr umzusetzen, der jedem jüngeren Soldaten eine Einzelstube zubilligt. Zwei Gebäude auf dem „100er-Campus“ des Panzergrenadierbataillons 212 entsprechen bereits diesem verbesserten Standard, weitere werden folgen. Außerdem wird der Campus aktuell so umgestaltet, dass Unterbringungs- und Funktionsbereiche strikt getrennt sind. Die Waffenkammer etwa ist jetzt in einem eigenen, besonders sicheren Gebäude untergebracht. Und die Arbeit geht weiter. Derzeit wird das Soldatenheim saniert. Bald erhalten auch die Nordwache, die Schwimmhalle und diverse Fahrzeugwartungshallen eine bauliche Frischzellenkur. Außerdem wird die Gebäudeautomation der gesamten Kaserne vernetzt und schon bald von einem zentralen Punkt aus gesteuert werden können. Die Vielzahl der parallel laufenden Bauvorhaben erfordert eine enge Abstimmung aller Beteiligten. Für die Bundeswehr sitzt dann Hauptmann Carsten Steinmeier mit am Tisch. Er plant zum Beispiel, welche Kameraden wann wohin umziehen, damit veraltete Unterkunftsgebäude zurückgebaut und dann neu errichtet werden können. Schon kleine Bauverzögerungen können in solchen Fällen große logistische Herausforderungen nach sich ziehen. „Aber die Zusammenarbeit ist eng und gut. So muss das sein. Und die Truppe ist voll des Lobes für den BLB NRW“, sagt Steinmeier.

Der ansprechend gestaltete Anmeldebereich des neuen Arztzentrums ... Foto: Thomas Range/gfp Köln

Sukzessive setzt der BLB NRW in der Kaserne den verbesserten Unterbringungsstandard der Bundeswehr um. Junge Soldaten erhalten Einzelstuben. Lediglich den Sanitärbereich müssen sie sich mit einem Kameraden teilen. Foto: Thomas Range/gfp Köln

 

Drei Fragen an Oberstarzt Dr. Rupert Sautter

Leiter des Sanitätsunterstützungszentrums Augustdorf

Wie viele Patienten kommen in das neue Arztzentrum?

Etwa 4000 im Monat. Man sagt, dass die Soldaten während der Grundausbildung einmal pro Woche zum Arzt gehen und später dann einmal monatlich. Natürlich sind sie nicht immer krank oder verletzt. Manchmal müssen sie zum Beispiel nur geimpft werden.

Die medizinische Versorgung läuft hier vermutlich etwas anders als bei Privatleuten, die zum Kassenarzt gehen.

Die Soldaten werden unentgeltlich behandelt. Dafür verzichten sie auf die freie Arztwahl. Das Arztgeheimnis gilt insoweit, dass der Truppenarzt dem Dienstherrn keine Diagnose mitteilt. Der Dienstherr erfährt aber, was ein kranker oder verletzter Soldat noch tun kann und was für voraussichtlich wie lange eben nicht. Daran hängt schließlich die Einsatzfähigkeit der Truppe. Es gibt also anders als im Verhältnis Kassenarzt / Arbeitgeber kein simples Schwarz oder Weiß, ganz arbeitsfähig oder gar nicht.

Belastet diese Einschränkung nicht das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient?

Vertrauensbildend wirkt bei uns, dass Rangunterschiede hier keine nennenswerte Rolle spielen. Die Pflicht, militärisch zu grüßen, entfällt. Die Ärzte tragen einen weißen Kittel, der das Dienstgrad-Abzeichen auf ihrer Schulterklappe verdeckt. Entsprechend werden sie meist auch nicht etwa mit Herr Oberfeldarzt angesprochen, sondern mit Herr Doktor. Im Übrigen haben wir den Anspruch, dass die Soldaten eine medizinische Versorgung nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik erhalten. Und das klappt in diesem Neubau sehr gut.

Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne

Soldaten der Bundeswehr gehen etwa einmal im Monat zum Arzt, während der Grundausbildung noch deutlich häufiger. Künftig werden erkrankte Soldaten aus der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf für einen solchen Arzttermin immer in ein nagelneues Gebäude gehen. Das kurative Zentrum vereint alle Truppenärzte und Truppenzahnärzte unter einem Dach.

Zahlen und Fakten

• Abbrucharbeiten: 3800 m
  Edelstahltrinkwasserleitung
• 2700 m Heizungsleitung
• 15 km IT-Leitung
• 30 km Elektroleitung
• ca. 150 Heizkörper

Fotostrecke Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf

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