Modernisierung des IC-Gebäudes der Ruhr-Universität Bochum

Die Gebäude IA, IB und IC sind die Kinderstube der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Hier nahm sie 1965 mit den Ingenieurwissenschaften den Studienbetrieb auf und hier fanden auch die ersten, inzwischen abgeschlossenen Sanierungsarbeiten statt. Jetzt finden Forscher und Studierende im IC-Gebäude einen Hochschulbau vor, der vielfältig modernisiert, verbessert und verschönert wurde. Im Herzen aber ist er doch ganz der Alte geblieben.

Die Zweifel waren ebenso groß wie die Aufgabe. Es galt, eine dreistöckige Treppe über den Innenhof an ihren Platz im Gebäudeinneren zu hieven. Das Problem: Die Metalltreppe ist aus einem Guss und nur wenige Zentimeter kleiner als die vorgesehene Gebäudeöffnung. Doch der zuständige Unternehmer war sich seiner Sache sicher, wettete gegen seine Zweifler und gewann. Der Preis: ein Grillfest für die Bautruppe. Leider offenbarten sich im Zuge der Aktion auch Korrosionsschäden und statische Mängel an den Balkonaufhängungen rund um den Innenhof. In den Etagen 2 und 3 mussten daher die neu installierten Fassadenelemente, Lüftungskanäle und Elektroinstallationen zunächst wieder entfernt bzw. rückgebaut werden, um statisch nachbessern zu können. „Das war ein Schock“, geben Parisima Tehrani und Ina Geisensetter vom BLB NRW Dortmund gerne zu. Die Kernsanierung des IC war trotzdem ein voller Erfolg. „Das liegt zu großen Teilen an der tollen Zusammenarbeit mit dem Generalübernehmer, dem Projektsteuerer und den Fachbüros, die im Team mitgewirkt haben“, loben die beiden. Den Kostenrahmen aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm konnten sie einhalten. Seit dem Wintersemester 2013 ist das IC wieder fest in der Hand der Fakultäten Maschinenbau und Bau- und Umweltingenieurwissenschaften sowie des Instituts ICAMS.

Die Projektverantwortliche Parisima Tehrani (re.) und ihre Kollegin Ina Geisensetter vom BLB NRW Dortmund vor dem frisch sanierten IC-Gebäude der Ruhr-Uni Bochum. Foto: Jörg Fallmeier

Das IC-Gebäude hat „dazugewonnen“

Die Balkone hängen übrigens seit der Sanierung rund 20 Zentimeter tiefer als zuvor, sodass die Brüstung den Gebäudenutzern nicht mehr die Sicht versperrt. Nur einer von vielen kleinen Kniffen im Entwurf der Architekten, mit denen das Gebäude in funktionaler und optischer Hinsicht respektvoll aufgewertet wurde. Zwei neue Erschließungsachsen ermöglichen es, dass man sich heute überall barrierefrei bewegen und intuitiv orientieren kann. Nicht zuletzt ist das ganze Gebäude weniger beengt. Atmosphärisch – etwa weil bodentiefe Fenster an den studentischen Arbeitsplätzen den Lernenden Raum zum Denken geben. Und wortwörtlich – zum Beispiel weil die Gebäudewände rund 7,5 cm weiter außen eingezogen wurden; oder weil die Gebäudetechnik auf dem Dach untergebracht wurde, sodass dieser Platz in den Untergeschossen für Labore zur Verfügung steht. Mit diesen und weiteren Neuerungen (u.a. Schadstoffbeseitigung, statische und energetische Verbesserung) ist das alte IC in seinem neuen Gewand ein Gebäude, das begeistert. Das haben die BLB-Kolleginnen und Kollegen aus Dortmund, die Architekten, Projektsteuerer und Generalübernehmer und natürlich die Universität inzwischen auch schriftlich. Der Bund deutscher Architekten Bochum zeichnete das Gebäude als „Guter Bau 2014“ aus. Das Projekt sei zukunftsweisend und könne beispielhaft für den Umgang mit Gebäuden aus dieser Zeit sein, heißt es in der Begründung. Das sahen offensichtlich auch die Leser der WAZ so, denn sie sprachen dem IC-Gebäude zusätzlich den erstmals ausgelobten Publikumspreis des BdA Bochum zu. Ob man also die Nutzfläche des Gebäudes betrachtet oder den Trophäenschrank: Das IC hat in jedem Fall dazugewonnen.


Die Ingenieurwissenschaften an der RUB werden komplett erneuert

Bei der Erneuerung der I-Gebäude wurde zunächst bis 2010 das Gebäude ID als Ausweichfläche errichtet, dann folgte die Kernsanierung des IC, anschließend wurden 2015 die Gebäude IA und IB abgerissen, die nun im gleichen Stil wieder neu aufgebaut werden. Am Ende werden alle Gebäude von IA bis ID über einen durchgängigen, in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebäudetrakt – die sogenannte Magistrale – miteinander verbunden sein und damit die Vernetzung der ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen auch baulich zum Ausdruck bringen. Auch in vielen anderen Bereichen des RUB-Campus arbeitet der BLB NRW. Da die meisten Gebäude aus den 60er und 70er Jahren stammen, wurden dort vielfach schadstoffhaltige Materialien verwendet. Der BLB NRW hat deshalb den gesamten Campus stichprobenartig auf Schadstoffe geprüft und beseitigt diese Schritt für Schritt. Alle Schadstofffunde und -beseitigungen werden fein säuberlich in einem Schadstoffkataster dokumentiert.

Drei Fragen an Dr. rer. nat. Klaus Neuking

Akademischer Oberrat am Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaft

Sie haben für Ihren Lehrstuhl die Sanierung am IC-Gebäude vorbereitet und betreut. Wie haben Sie die Zusammenarbeit und den Bauverlauf erlebt?

Als sehr positiv empfinde ich immer noch, dass ich als Nutzer kontinuierlich in den gesamten Prozess eingebunden wurde. So konnte ich den Bedarf, der sich aus den zum Teil sehr komplexen Anforderungen unserer modernen Forschungsgroßgeräte ergibt, von Anfang an einbringen. Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten war sehr konstruktiv und erfolgte engagiert auf gleicher Augenhöhe, sodass tatsächlich eine dem Stand der Technik entsprechende, forschungsgerechte Infrastruktur entstanden ist. Allerdings ist die Frage noch nicht endgültig beantwortet, ob die vollständige Schadstoffsanierung als ein wesentliches Hauptziel erreicht wurde. (Anm. d. Red.: Ob dieses Hauptziel erreicht wurde, werden weitere Kontrollmessungen in den Sommermonaten 2016 und 2017 zeigen. Bereits jetzt steht aber fest, dass alle Räume des Gebäudes bedenkenlos genutzt werden können.)

Was gefällt Ihnen nach der Verjüngungskur besonders gut am IC?

Besonders gut gefällt mir, dass nun die oft provisorischen Verhältnisse in den Laboren und die teils sehr verschlissene und überholte Infrastruktur in den alten Räumlichkeiten der Vergangenheit angehören. Im sanierten Gebäude IC wurde besonders auf die Umsetzung der technischen Sicherheitsstandards viel Wert gelegt. Einzig den kürzeren Weg zur Mensa vermisse ich manchmal bei schlechtem Wetter.

Wie kommt das frisch sanierte Gebäude bei den Forschenden und Studierenden an?

Der sanierte IC-Komplex ist von Anfang an von unseren Beschäftigten und Studierenden akzeptiert worden. Durch neue Treppen und mehr Tageslicht ist es seit der Sanierung viel angenehmer, sich in dem Gebäude zu bewegen und sich dort aufzuhalten. Die modernisierten Seminarräume und Hörsäle sind nun mit entsprechender Technik ausgestattet und erleichtern das Lehren und Lernen.

Campus-Lageplan unter:

www.ruhr-uni-bochum.de/anreise

Zu den Seiten der Ruhr-Universität Bochum:

Ruhr-Universität: http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Fakultät Maschinenbau: http://www.mb.ruhr-uni-bochum.de/

Fakultät Bau- und Umweltingenieurwesen: http://www.fbi.ruhr-uni-bochum.de/index.html.de


Ruhr-Universität

Das Gebäude IC wurde 1965 eröffnet und gehört auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum zu den Gebäuden der Ingenieurwissenschaften, von denen der Buchstabe „I“ in der Gebäudebezeichnung herrührt (IA bis IC). Seit 2008 modernisiert die Niederlassung Dortmund des BLB NRW die Gebäudereihe. Dafür wurde die I-Reihe zunächst um ein viertes Gebäude (ID) erweitert und das Gebäude IC kernsaniert.

Zahlen und Fakten

• Gesamtprojektkosten: 93 Mio. Euro (inkl. Baunebenkosten, Umzugskosten und Bauzeitzinsen)
• Bauzeitzinsen: 5,47 Mio. Euro
• Mietfläche: 26.000 m²
• Bruttogrundfläche: 52.300 m²
• Bruttorauminhalt: 215.900 m³
• Geschosse: 13 (davon 9 oberirdisch)
• Bauzeit: Juli 2011 bis August 2013
• 4760 Fenster

Fotostrecke IC-Gebäude der Ruhr-Universität Bochum

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