Neubau Bibliothek der Hochschule für Musik in Detmold

Der Neubau der Bibliothek der Hochschule für Musik (HfM) Detmold befindet sich an prominenter Stelle in der Innenstadt. Inmitten eines stadtbildprägenden Ensembles aus denkmalgeschützten Gebäuden mit sehr schönen Parkanlagen und wertvollem alten Baumbestand öffnet sich der dreigeschossige Neubau selbstbewusst und zugleich zurückhaltend an einer vielbefahrenen Ortseingangsstraße. Er ist über ein eingeschossiges Gebäude mit der denkmalgeschützten Lippischen Landesbibliothek (LLB) verbunden.

Der reduzierte Kubus steht in erkennbarer Korrespondenz zu seiner Nachbarschaft, ohne diese im Detail zu imitieren. Prägend ist seine helle Natursteinfassade und die unregelmäßige Anordnung teils mehrgeschossiger vertikal gegliederter Fensterflächen – Ein- und Ausblicke, Unverwechselbarkeit und eine neue Präsenz der Musikhochschule sind garantiert. Das hallenartige Eingangsgebäude ist beidseitig voll verglast und über einen gläsernen Gang mit dem Baudenkmal verbunden – letzteres war eine Forderung der Denkmalschützer. Im Eingangsgebäude befindet sich ein zweiseitiger Haupteingang. Mit diesem wird durch die Baumaßnahme ein städtebauliches Raum- und Funktionskontinuum geöffnet, welches von der Altstadt über das Bibliothekszentrum (bestehend aus Neubau, LLB und dem Landesarchiv Abt. OWL) und den Palaisgarten bis hin zum Hauptgebäude der HfM – einem Klassizistischen Palais – sowie dem benachbarten Konzerthaus reicht. So entsteht ein neuer qualitätsvoller Freiraum mit öffentlichen und barrierefreien Wegeverbindungen.

Synergie und Gewinn für den Nutzer

In dem Neubau werden die zuvor dezentral untergebrachten Einrichtungen Musikbibliothek, Musikwissenschaftliches Seminar, Bibliotheksverwaltung und Musikübungsräume gebündelt. Hierbei werden zudem die musikbibliothekarischen Bestände der HfM und der LLB in einem Haus zusammengeführt. Das neue Verbindungsgebäude mit zentraler Ausleihe erschließt beide Häuser barrierefrei. Die Nutzungskonzentration führt zu kurzen Wegen und gemeinsamen Arbeitsmöglichkeiten für Studierende und Wissenschaftler beider Einrichtungen. Doch nicht nur die Architektursprache und funktionale Aspekte zeichnen das Gebäude aus – bei der Planung des kompakten und klar strukturierten Gebäudes wurde auch an anderer Stelle großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So wird der Anforderungswert der Energieeinsparverordnung 2009 an den Primärenergiebedarf um mehr als 50 Prozent übererfüllt, der Anforderungswert an Bauteile um mehr als 30 Prozent. Dies wird etwa durch die guten Dämmeigenschaften der Gebäudehülle, eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Wärmeversorgung mit bis zu 90 Prozent regenerativen Anteilen und LED-Beleuchtung in der Bibliothek erreicht.

Foto 1: In Detmold hat der BLB NRW eine neue Musikbibliothek für die örtliche Musikhochschule gebaut. Foto: Hans-Jürgen Landes

Ergebnis überzeugt auch den Nutzer

„Über Geschmack lässt sich ja normalerweise streiten. Aber hier sind sich alle darin einig, dass das Team des BLB eine Meisterleistung hingelegt hat“, sagt der HfM-Kanzler Hans Bertels. Bibliotheksleiter Andreas Klingenberg lobt die erstklassigen Arbeitsbedingen in dem sehr gut funktionierenden Haus und freut sich über das große Interesse der Öffentlichkeit an dem Gebäude: „Die Besuchergruppen, die wir durch das Haus führen, kommen mittlerweile nicht nur aus Detmold. Aber das wird mit der Zeit sicher weniger werden.“ Auch die Studierenden in dem sonst so ruhigen Haus tragen den gelegentlichen Andrang mit Fassung.

Eigenplanung des BLB NRW

Der Neubau ist eine Eigenplanung der Abteilung Planen und Bauen 3 der Niederlassung Bielefeld. Die Abteilungsleiterin Catrin Hedwig ist stolz auf das Ergebnis und bereut ihre Entscheidung nicht, die Kolleginnen und Kollegen aus ihrer Abteilung selber mit der Planung betraut zu haben. Hedwig und ihr Team waren von der Projektentwicklung bis zur Übergabe in jedes Detail der Entstehung dieses außergewöhnlichen Baus eingebunden und konnten am Ende das Gebäude unter Einhaltung aller mit dem Kunden vereinbarten Qualitäten nach nur einjähriger Bauzeit früher als geplant und innerhalb des Kostenrahmens an die Hochschule für Musik übergeben. Auf Vorschlag der Hochschule für Musik hatte sich der BLB NRW mit dem Projekt übrigens um den Deutschen Hochschulbaupreis 2016 beworben. Und auch wenn der Preis im April an einen Neubau in Karlsruhe vergeben wurde, zeigt die Bewerbung doch, wie sehr alle Beteiligten von den Qualitäten der neuen Bibliothek in Detmold überzeugt sind.

In der Bibliothek führt eine Treppe vom Erdgeschoss … Foto: Jörg Fallmeier

Das erfolgreiche Projektteam aus der BLB-Niederlassung Bielefeld (v.li.): Catrin Hedwig, Hans-Ulrich Keese, Silke Grote, Gerlind Jäger-Wilke, Markus Nabrotzki (Projektverantwortlicher und Entwurfsplanung), Uwe Siedenhans und Matthias Cramer. Nicht abgebildet sind: Anke Horstmann und Pia Lachmann. Foto: Carsten Pilz

Drei Fragen an Andreas Klingenberg

Leiter der Musikhochschulbibliothek

Wie gefällt Ihnen die neue Bibliothek?

Es ist eine Freude, hier zu arbeiten. Das Gebäude bietet nicht nur mehr Platz, sondern ist auch sehr ästhetisch. Natürlich bin ich auch stolz, ein kleines Bisschen dazu beigetragen zu haben, dass alles so ist, wie es ist.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen vom BLB NRW aus Bielefeld?

Sie war – und ist – sehr gut, kompetent und zielführend. Insbesondere die aus unserer Sicht erforderlichen Anforderungen an das Gebäude wurden immer berücksichtigt. Man merkte deutlich, dass die Schaffung einer funktionierenden Bibliothek ein gemeinsames Anliegen aller Beteiligten war.

Was findet sich alles in den Bibliotheksregalen?

Hier ist jetzt alles zur Musik an einem Platz vereint, das ist eine große Erleichterung. Räumlich zusammengelegt wurden unser Musikbestand, der Musikbestand der Lippischen Landesbibliothek und der Bestand der Bibliothek im Musikwissenschaftlichen Seminar, an dem die Universität Paderborn und wir Studierenden beider Hochschulen wichtige Ausbildungsinhalte vermitteln. Insgesamt stehen hier 170.000 Medieneinheiten, darunter 72.000 Noten, 60.000 Bücher und 19.000 Tonträger. Trotzdem ist in den Regalen noch reichlich Platz für weitere Medien. Wir können also entspannt in die Zukunft schauen.

Informationen unter: www.hfm-detmold.de

Hochschule für Musik

Von den etwa 2000 Studienbewerbern im Jahr nimmt die Hochschule für Musik Detmold mit ihrer neuen Bibliothek rund zehn Prozent an. Eingeschrieben sind ca. 780 Studierende. Ausgebildet werden sie zu Solisten, Orchestermusikern oder Musiklehrern für die gymnasiale Oberstufe, und zwar durch rund 70 Professoren, etwa 30 Dozenten und ungefähr 130 freie Lehrbeauftragte. 

Zahlen und Fakten

• Abbrucharbeiten:
  März 2014
• Beginn Rohbauarbeiten:
  Mai 2014
• Übergabe an die HfM:
  Mai 2015
• Hauptnutzfläche:
  ca. 1860 m²
• Bruttogrundfläche:
  ca. 3150 m²
• Baukosten (Kostengruppe 200 – 600, inklusive Abbruch): 6,1 Mio. Euro

Fotostrecke Hochschule für Musik Detmold

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