Neubau Center for Wind Power Drives der RWTH Aachen

Hochtechnisiert im Ausbau – anspruchsvoll in der Ausführung – in kürzester Zeit realisiert – weltweit einzigartig. Es gibt viele Superlative für das neue Center for Wind Power Drives (CWD) der RWTH in Aachen. Das CWD bündelt die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Windenergieanlagen an der Exzellenz-Universität und widmet sich damit einem höchst zukunftsträchtigen Arbeitsfeld. Herzstück des Forschungsgebäudes auf dem Campus Melaten ist ein Vier-Megawatt-Prüfstand für Windenergieanlagen.

Jahrhundertelang nutzten die Völker der Erde den Wind, um in Windmühlen Getreide zu mahlen oder mit Segelschiffen neue Kontinente zu erkunden. Heute stellt die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen die mit Abstand wichtigste Form der Windnutzung dar.


Objektmanager Herbert Brendt und Projektverantwortlicher Christoph Allemand von der BLB-Niederlassung Aachen sind sich denn auch einig darin, dass der Bau des CWD eine besondere und einmalige Herausforderung in ihrem bisherigen Berufsleben darstellte. „Weil die Abstimmung der verschiedenen Projektpartner sehr gut funktioniert hat und wir tolle Firmen im Projekt hatten, konnten wir dieses anspruchsvolle Gebäude mit komplexen Anforderungen in einer erstaunlich kurzen Zeit realisieren“, fasst Brendt die Gründe für den Erfolg zusammen. Für seinen Kollegen Allemand war das CWD ein „Bilderbuchprojekt, das allen sehr viel Spaß gemacht hat und von der angenehmen Zusammenarbeit mit allen Beteiligten geprägt war.“ Was er unter anderem damit meint, ist zum Teil in Beton gegossen: Um die Windgondeln auf dem weltweit einzigartigen Vier-Megawatt-Prüfstand fixieren zu können, sind mehrere zwei Meter lange Schrauben mit 100 Millimeter Durchmesser in einem Beton-Fundament verankert. Aus Gewährleistungsgründen haben das Facility Management der Hochschule und das Institut den Prüfstand inklusive seinem Fundament in Kooperation mit dem BLB NRW selbst beauftragt. Ende 2014 wurde das CWD nach nur 18 Monaten Bauzeit fertiggestellt.


Bis zu 100 Tonnen schwer und 14 Meter lang

Obwohl Windenergieanlagen immer größere Verbreitung finden, ist die Entwicklung für Institutsleiter Professor Georg Jacobs noch lange nicht abgeschlossen. „Künftige Windenergieanlagen müssen noch robuster werden und in Produktionsnetzwerken aktiv kooperieren“, so Jacobs. Der Prüfstand, dessen Spezifikation in einem Hightech.NRW-Projekt gemeinsam mit Industrieunternehmen der Wind-
energiebranche an der RWTH Aachen entstand, ermöglicht es, Windenergieanlagen unter Praxisbedingungen zu testen, und beschleunigt und verbessert dadurch die Entwicklungsprozesse für künftige Anlagen erheblich. Über 50 Experten aus sieben Instituten der RWTH-Fachbereiche Maschinenbau und Elektrotechnik können auf den Prüfstand zugreifen. Bis zu 100 Tonnen schwere und 14 Meter lange Windgondeln können so in Aachen getestet werden.


NRW ist bei der Windenergie führendes Zulieferland

„NRW gilt schon jetzt als das führende Zulieferland im Bereich der Windenergie“, betonte Dr. Thomas Grünewald, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der Einweihung im Juli 2015. Für das Projekt hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern insgesamt 25 Millionen Euro bewilligt. Der Wissenschaftsrat bescheinigte dem Forschungsvorhaben zur Weiterentwicklung der Gebrauchsdauer und Energieeffizienz von Windenergieanlagen eine hohe wissenschafts- und industriepolitische Relevanz. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, bezeichnet den Bau des CWD als „überzeugenden Beweis für die exzellente Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Damit stärken wir gemeinsam den Wissenschaftsstandort Deutschland – und die RWTH Aachen als Ort herausragender Forschung.“ Bis 2020 soll die Gesamtleistung von Windanlagen in Deutschland auf 55 Gigawatt steigen. Die Forschung spiele hierbei eine zentrale Rolle, so Rachel. Auch für die Realisierung des RWTH Aachen Campus ist das neue CWD ein bedeutsamer Baustein. Schon bei der Gestaltung des Gebäudes wurde das Element Wind aufgegriffen. „Der auf einem massiven Sockel ruhende schlanke Baukörper des ‚Windkanals‘ … und die unregelmäßig perforierten Aluminium-Paneele der Fassade scheinen wie vom Wind geformt … und scheinbar schwebend“, erläutern die Architekten von JSWD ihr Gestaltungskonzept.


CWD gehört zum Forschungscluster Schwerlastantriebe

Dabei gehört das CWD eigentlich zum Cluster Schwerlastantriebe, einem von insgesamt 19 Forschungsclustern auf dem RWTH Aachen Campus. In dem Cluster werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an hochbelasteten Antriebssystemen durchgeführt. „Bereits während der Bauzeit lagen dem Institut erste Forschungsaufträge aus der Industrie vor“, erinnern sich Brendt und Allemand. Mit ihrem Team sind die beiden stolz darauf, dem Zeitdruck bei der Realisierung des Forschungsbaus standgehalten und den Forschern termingerecht noch vor dem Bezug ihrer Büros erste Versuche auf dem Prüfstand ermöglicht zu haben.
Text: Bernd Klass, Fotos: Bernd Klass, Dirk Matull, M. Hermenau/Land NRW, JSWD Architekten

Weitere Informationen unter: www.cwd.rwth-aachen.de


Drei Fragen an Dr. Thomas Grünewald

Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW


Welchen Stellenwert haben Projekte wie das Center for Wind Power Drives (CWD) in NRW?
Die Energiewende ist eine der größten globalen Herausforderungen unserer Zeit. Dies gilt besonders für Nordrhein-Westfalen als starken Industriestandort und Energieland Nummer eins in Deutschland. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen für Innovationen im Energiesektor schaffen. Dazu braucht es eine leistungsfähige Forschung in NRW. Das CWD spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Seine fachlichen und technischen Kompetenzen zeichnen das CWD aus. Auch als Akteur im Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist das CWD unverzichtbar. Denn Forschung im 21. Jahrhundert ist schon lange kein einseitiger Wissenstransfer mehr, sondern ein Wissensaustausch in alle Richtungen, der von der Diskussion und der Debatte lebt.


Was macht das CWD so einzigartig und wichtig?
Der weltweit einzigartige Vier-Megawatt-Prüfstand des CWD ermöglicht es Unternehmen und Forschungseinrichtungen, ihre Windgondeln unter Realbedingungen zu testen. Ziel ist es, nicht nur die Zuverlässigkeit und Betriebsbereitschaft der Windenergieanlagen zu steigern, sondern auch ihre Betriebskosten deutlich zu senken. Mit dem CWD ist also eine Einrichtung entstanden, die die starke Forschung in NRW weiter bereichert, die Wirtschaft stärkt und gleichzeitig die Energiewende vorantreibt.


Wer profitiert von den Forschungsergebnissen am CWD?
Die Windenergie spielt im Rahmen der Energiewende eine besonders wichtige Rolle. NRW gilt als das führende Zulieferland im Bereich der Windenergie. Eine zukunftsträchtige Branche wie die Windindustrie kann aber nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie zeitnah und unmittelbar auf neue Erkenntnisse aus der Forschung bzw. entsprechende Forschungsinfrastrukturen wie am CWD zurückgreifen kann. Von den Forschungsergebnissen profitieren wir alle, weit über NRW hinaus.

RWTH Aachen

Das Center for Wind Power Drives (CWD) auf dem Campus Melaten ist ein Integriertes Interdisziplinäres Institut der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Hier werden verschiedene Kompetenzen der RWTH gebündelt, um Windenergie-Anlagen durch Forschung verbessern zu können. Herzstück ist ein weltweit einzigartiger Prüfstand im Gebäudeinneren.

Zahlen und Fakten

  • Baubeginn: Juni 2013

  • Fertigstellung: November 2014 (18 Monate Bauzeit)

  • Einweihung: Juli 2015

  • Mietfläche: 3400 m²

  • Investition: 25 Mio. Euro

Fotostrecke Center for Wind Power Drives der RWTH Aachen

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